Auch Wagenhausen tritt aus dem Spitex-Verband aus

Wie Eschenz schliesst auch Wagenhausen eine Leistungsvereinbarung mit einem privaten Spitex-Anbieter ab. Um die Schulden nicht weiter anwachsen zu lassen, beschliesst die Gemeindeversammlung zudem, Investitionen zurückzustellen.

Ursula Junker
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Die Gemeinderatskollegen schenkten Harry Müller zum Abschied einen Hut für seine Wanderausrüstung. Rechts sein Amtsnachfolger Roland Tuchschmid. (Bild: Ursula Junker)

Die Gemeinderatskollegen schenkten Harry Müller zum Abschied einen Hut für seine Wanderausrüstung. Rechts sein Amtsnachfolger Roland Tuchschmid. (Bild: Ursula Junker)

Seine letzte Versammlung verlangte von Gemeindepräsident Harry Müller noch einmal vollen Einsatz ab, gab es am Donnerstagabend in Kaltenbach doch zahlreiche Wortmeldungen und etliche Anträge. Im Februar hatte der ehemalige Gemeinderat Hermann Neukomm verlangt, dass konkrete und mehrheitsfähige Massnahmen zum Schuldenabbau vorzulegen seien.

Vorerst kein neues Feuerwehrauto

Dem entsprach der Wagenhauser Gemeinderat nun, indem er beantragte, die Beschaffung eines Feuerwehrautos aus dem Finanzplan zu nehmen und die Investitionen in das Liegefeld Popperschi und Bleuelhausen Süd zurückzustellen. Ebenso soll der neue Gemeinderat im November griffige Massnahmen zum Schuldenabbau vorlegen. Darunter könnte möglicherweise auch eine Erhöhung des Steuerfusses fallen. Alle drei Anträge wurden mit grossem Mehr gutgeheissen.

Neukomm zeigte sich befriedigt, fügte aber an, dass eine Steuererhöhung zweckgebunden sein müsste. Ein Antrag von Patrick Gegauf, im Herbst ein Konzept zur Entwicklung der Gemeinde vorzulegen, scheiterte deutlich, wie auch der Antrag, das Feuerwehrauto im Finanzplan zu belassen.

Unzufrieden mit den Kosten

Mit dem Austritt aus dem Zweckverband Spitex Thurgau Nordwest stand ein weiteres heisses Eisen zur Debatte. Müller und Gemeinderätin Karin Vetterli drückten sich deutlich aus: Man sei mit den Kostenerhöhungen – sie beliefen sich bei gleichbleibenden Leistungsstunden auf 30 Prozent – nicht zufrieden. Auch seien die Anliegen der Gemeinde nicht ernst genommen worden.

Das führte dazu, dass der Gemeinderat beantragte, aus dem Verband auszutreten und mit der Parta AG eine Vereinbarung abzuschliessen. Damit verringert sich der finanzielle Aufwand, die Leistungen seien indes die gleichen, betonte Claudia Brunner Künzler von der Parta AG. Der Antrag wurde mit überwältigendem Mehr angenommen.

Verabschiedung von Präsident Harry Müller

Zu vorgerückter Stunde verabschiedete Müller die RPK-Mitglieder Markus Schudel und Käthi Küng sowie Urnenoffiziant Kurt Ammann. «Dank dir können sich die Wagenhauser auf die Infrastruktur verlassen», wandte sich Müller dann an René Caspar, der sich als Gemeinderat immer mit Vehemenz eingesetzt habe. Das Schlusswort hatte der designierte Gemeindepräsident Roland Tuchschmid, der die Leistungen Harry Müllers erwähnte und ihm unter anderem für die stets gut vorbereiteten Sitzungen dankte. Müller liess den erlebten Wandel Revue passieren. Müller zum Schluss:

«Trotz der Individualisierung hoffe ich, dass sich weiterhin Leute finden, die sich für die Gemeinde engagieren.»

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