Die nächste Frauenfelder Grossbaustelle kommt: Kreuzung St.Gallerstrasse/Marktstrasse

Ab Frühling 2019 gestalten Stadt und Kanton den Knoten St.Gallerstrasse/Marktstrasse um. Es soll sicherer werden und für den stehenden Verkehr mehr Strassenraum bieten. Inbegriffen: eine grosse Umleitung.

Mathias Frei
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Arbeiten unter Verkehr mitten auf der St. Gallerstrasse: Jürg Schär, stellvertretender Abteilungsleiter Strassenbau beim kantonalen Tiefbauamt, und Stadtingenieur Thomas Müller studieren Pläne. (Bild: Andrea Stalder)

Arbeiten unter Verkehr mitten auf der St. Gallerstrasse: Jürg Schär, stellvertretender Abteilungsleiter Strassenbau beim kantonalen Tiefbauamt, und Stadtingenieur Thomas Müller studieren Pläne. (Bild: Andrea Stalder)

19000 Fahrzeuge. Pro Tag. Die Kreuzung St. Gallerstrasse/Marktstrasse ist ein verkehrstechnischer Hotspot in Frauenfeld. Und mit dem Viertelstundentakt der Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) wird es nicht einfacher. Deshalb planen Stadt und Kanton, den Knoten umzugestalten.

Bis vor kurzem lag das Projekt öffentlich auf. Es seien zwar Einsprachen eingegangen, ob sich diese aber auf den Zeitplan auswirkten, könne er noch nicht sagen, erklärt Jürg Schär, stellvertretender Abteilungsleiter Strassenbau beim kantonalen Tiefbauamt. Schär ist der für die Umgestaltung zuständige Projektleiter.

Wenn sich bei Rot der Verkehr staut

Geplant wäre jedenfalls, dass kommenden Mai mit den Bauarbeiten gestartet werden würde. Der Strassen- und Werkleitungsbau sollte bis Ende 2019 abgeschlossen sein. Die FWB nimmt das zum Anlass, im Jahr 2020 einen grösseren Umbau an Gleisen und Perrons am Bahnhof Marktplatz durchzuführen (siehe Kasten). Kanton und Stadt haben je 2,3 Millionen Franken budgetiert. Durch einen Beitrag aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes von maximal 800000 Franken dürften die Nettokosten aber noch sinken. Weiter haben die Frauenfelder Werkbetriebe Ausgaben im Umfang von 1,1 Millionen. Unter anderem geht es dabei um den Ausbau des Wärmerings Richtung Badi hinunter.

«Wir haben ein Problem mit dem Verkehr, der bei Rot vor der Lichtsignalanlage steht, vor allem stadtauswärts.»

Das erklärt Stadtingenieur Thomas Müller. Weil die Linksabbiegespur stadtauswärts zu kurz ist, staut sich der stehende Verkehr bis zum Holdertorkreisel. Das wiederum kann zum Problem werden für den öffentlichen Verkehr und wirkt sich auf die Fahrplanstabilität aus. Der Verdoppelung dieser Linksabbiegespur von 50 auf 100 Meter wird möglich, weil die FWB das zweite Gleis zurückbaut. Stadteinwärts soll die Situation entschärft werden, indem laut Jürg Schär das Linksabbiegen Richtung Schlossmühlestrasse nicht mehr möglich sein wird. Neu soll man auf der rechten Spur auf die Marktstrasse abbiegen können, auf der linken Spur geht’s geradeaus weiter. Wer Richtung Schlossmühle will, muss über den Holdertorkreisel kehren. Weiter wird die in die Jahre gekommene Lichtsignalanlage ersetzt. Sie ist laut Projektleiter Schär störungsanfällig und bereits auf Null abgeschrieben. Von einer Umgestaltung in einen Kreisel sieht man aufgrund der FWB ab.

Auf Marktstrasse wird Verkehr entflechtet

Sicherer soll es auch werden mit der Umgestaltung des Knotens, vor allem für den Fussgänger- und Veloverkehr. Der Fussgängerstreifen über die St. Gallerstrasse auf der Seite des Hauses am Marktplatz wird am Gleis mit einer Schranke aufgewertet. Diese verfügt über ein Licht- und ein akustisches Signal. Dagegen wird der Fussgängerstreifen über die St. Gallerstrasse beim Feuerwehrdepot aufgehoben, weil dort der Platz fehlt für eine Schrankenanlage. Grosse Verbesserungen soll es für den Veloverkehr geben. Optimiert wird zum Beispiel der Abgang zur Fussgänger- und Velounterführung beim Klösterli. Zudem gibt es eine Velo-Einspurhilfe auf dieser Höhe stadteinwärts.

Der Knoten St.Gallerstrasse/Marktstrasse in Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Der Knoten St.Gallerstrasse/Marktstrasse in Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Frauenfeld-Wil-Bahn baut Perron am Bahnhof Marktplatz um

Im Rahmen der geplanten Umgestaltung des Knotens St. Gallerstrasse/Marktstrasse wird auch die Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) aktiv. «Hintergrund des Perronumbaus am Marktplatz Frauenfeld ist der ebenerdige Einstieg in unsere Züge», sagt Sabrina Huber, FWB-Leiterin Marketing/Verkauf. Damit kommt die FWB den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes des Bundes nach. So wird die Perronkante auf einer Länge von 45 Metern erhöht. Weiter werden das bestehende, zweite Gleis und damit auch das Mittelperron zurückgebaut. Das Gleis, das bleibt, wird ersetzt und in seiner Linienführung optimiert. Zudem wird für Fussgänger ein mit Schranken gesicherter Bahnübergang erstellt, der über ein Licht- und ein akustisches Signal verfügt. Die Umsetzung ist für 2020 geplant. Die FWB rechnet mit Kosten von rund 1,3 Millionen Franken. (ma)

Daneben wird auch die Verkehrsentflechtung auf der Marktstrasse zur Verkehrssicherheit beitragen. Autos fahren neu weiter östlich, also kurz vor dem Burstelpark auf den Marktplatz, Velos queren die Marktstrasse wie bisher. Auch der Fussgängerstreifen an dieser Stelle bleibt, zudem gibt es neu eine Fussgänger-Querungshilfe westlich der neuen Autozufahrt.

An der Baustelle wird im kommenden Jahr in drei Etappen gearbeitet, die vierte Bauetappe folgt 2020. Die St. Gallerstrasse wird für längere Zeit nur stadteinwärts befahrbar sein. Das bedingt ein weiträumiges Umleitungsregime. Jürg Schär gibt schon jetzt allen Autofahrern den Tipp:

«Wer in Richtung St. Gallen muss, soll dafür am besten über die Autobahn fahren, zuerst auf der A7 und bei Attikon dann auf die A1 wechseln.»