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Die Murg in Fischingen als Gestalterin der Landschaft

Sommerserie «Entlang der Murg»: In Fischingen war der Fluss einst wichtig für den Handelsweg und das Kloster.
Christoph Heer
Werner Ibig kennt die Murg als Naturmensch und Tourismusdirektor bestens. (Bilder: Christoph Heer)

Werner Ibig kennt die Murg als Naturmensch und Tourismusdirektor bestens. (Bilder: Christoph Heer)

Gemäss thurgauischem Wasserbaugesetz ist die Murg ein Fluss und steht unter der Aufsicht des Staates. Dieser ordnet Unterhalt und Korrektionsarbeiten an. Der Name Murg stammt aus dem Althochdeutschen «marca» oder «marka», was so viel bedeutet wie Mark, Grenze oder Ende. Schweizweit wird die Bezeichnung Murg häufig für Grenzflüsse verwendet, so auch im Hinterthurgau, wo sie einst als Grenze zwischen Helvetiern und Rätern gedient hat.

Die Murg entspringt südöstlich von Fischingen, auf dem Gemeindegebiet von Mosnang, im Weiler Buechenhorn. Nicht lange fliesst der Fluss im Kanton St. Gallen. Schnell überquert sie die Kantonsgrenze zum Thurgau und schlängelt sich durch die Gemeinde Fischingen. Unzählige kleine Bäche und Flüsse fliessen hier in die Murg, zudem erschliesst sich die Kenntnis darüber, dass der Weiler Murg (etwa 500 Meter südöstlich des Klosters) den Namen durch den Fluss erhalten hat.

Wichtig für den natürlichen Lebensraum

Heute gilt der Fluss als wichtiges Gewässer für den natürlichen Lebensraum. Werner Ibig sagt:

«Unser Naherholungsgebiet wäre nicht das gleiche, würde die Murg nicht hier durchfliessen.»

Der Tourismusdirektor weiss haargenau, wovon er spricht. Seine geführten Wanderungen durch die Region sind ebenso bekannt wie beliebt. Auf die Frage, ob es ein Fleckchen Erde gibt, die er hier noch nicht kennt, sagt er schmunzelnd: «Ja, aber nur noch wenige.»

Die Eckdaten

Die Murg entspringt an der Hulftegg und mündet nördlich der Stadt Frauenfeld in die Thur. Auf einer Länge von rund 34 Kilometern legt sie knapp 600 Höhenmeter zurück. Ihr durchschnittlicher Abfluss beträgt 20 Kubikmeter pro Sekunde (Thur; 47 Kubikmeter pro Sekunde).

Gespiesen wird die Murg von unzähligen kleineren Bächen, auf einem Einzugsgebiet von 212 Quadratkilometern. Die wichtigsten Zuflüsse sind der Tanneggerbach und der Aubach (Fischingen), der Chräbsbach (Münchwilen) sowie die Lützelmurg und die Lauche (beide Matzingen). Zahlreiche Burgen und andere Bauten sind früher aus Angst vor einem Murg-Hochwasser auf umliegenden Anhöhen errichtet worden. Ein offensichtliches Beispiel hierfür ist die St. Martinskapelle in Oberwangen.

Vor Jahrhunderten siedelten sich die Menschen entlang der Murg an. Neben dem Flusslauf wurden Strassen gebaut und strategisch wichtige Plätze errichtet. Als Handelsweg für landwirtschaftliche Produkte, Viehhandel und sonstige Händler wurde Fischingen weit über die heutige Kantonsgrenze bekannt.

Werner Ibig betont, dass von Fischingen aus zwei Gabelungen bestehen «Der Handelsweg führte früher sicher hier durch. Hier treffen die Wege des südlichen Hörnligebietes und aus dem Tösstal mit dem von hier aus gesehen südöstlichen Toggenburg zusammen. Natürlich diente die Murg den Bauern damals auch als Tränke für das Vieh, welches von einem Ort zum anderen getrieben wurde.»

Wasserkraft in Mühle genutzt

Auch die Wasserkraft wurde gebündelt. Laut Ibig bestand nahe dem Kloster, neben dem ehemaligen Restaurant Post, eine Mühle:

«Dort konnte das Getreide verwertet werden, welches die Mönche im Kloster zu Nahrungsmitteln verarbeiteten.»

Die Murg hat auf ihren ersten Kilometern ihre Spuren hinterlassen. Sie suchte sich den einfachsten Weg durch die Gemeinde Fischingen. So gilt sie heute als erste echte Landschaftsgestalterin. Werner Ibig erhält positive Rückmeldungen zum Naherholungsgebiet. «Uns freut es, wenn von weit her angereiste Personen sich im Kloster melden, Auskünfte erhalten wollen und Wanderpläne mitnehmen.»

Ab dem Ortsteil Gupfen kann die Murg bestens zu Fuss begleitet werden. Abkühlung und Fotosujets, aber auch die Flora und Fauna können bei einem Spaziergang genossen werden.

Werner Ibig an der Stelle, wo sich der Fluss Murg und der Weiler Murg begegnen.

Werner Ibig an der Stelle, wo sich der Fluss Murg und der Weiler Murg begegnen.

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