Die Müllheimer Thuja-Allee ist weg

Am Freitag fuhren die Arbeiter vor und fällten die Reihe mit Thuja-Bäumen entlang des Müllheimer Friedhofwegs. Vergeblich wehrte sich eine Gruppe Anwohner für den Erhalt der Baumreihe, die nun einer Quartier-Erschliessung weichen.

Stefan Hilzinger
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Die ersten gefällten Thuja-Bäume am Müllheimer Friedhofweg. (Bild: Andreas Taverner)

Die ersten gefällten Thuja-Bäume am Müllheimer Friedhofweg. (Bild: Andreas Taverner)

Das Hin-und-her um die Müllheimer Thuja-Allee ist schon jahrealt. Am Freitag schrieben Arbeiter das vorerst letzte Kapitel in der Sache. Sie fällten die Bäume entlang des Friedhofweges, da in Kürze die Bauarbeiten an der Erschliessung des Gebietes Oberdorf-Storenberg beginnen.

Zu Beginn der Auseinandersetzung von Gemeinde und Anwohnern, die sich für den Erhalt der Baumreihe stark machen, steht ein Gestaltungsplan aus dem Jahr 2006. Dieser sieht vor, dass die Thuja weichen müssen, um dann - im Zuge der Erschliessung des noch nicht bebauten Gebietes - durch einheimische Laubbäume ersetzt zu werden.

Der Friedhofweg verbindet das Dorf mit dem Friedhof.

Der Friedhofweg verbindet das Dorf mit dem Friedhof.

Schon im Oktober 2014 sammelten Anwohner Unterschriften, damit an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung über das Schicksal der Bäume entschieden werden sollte. Doch dazu kam es nicht, weil die Petitionäre ihre Unterschriften nicht in der vorgeschriebenen Frist zusammenbrachten.

Auf der Liste historischer Pärke und Anlagen

Als Argument für den Erhalt der Bäume verwiesen die Petitionär auf eine Stellungnahme der Landesgruppe Schweiz des Internationale Rates für Denkmalpflege Icomos Suisse, wonach die Thuja-Reihe mit über 80jährigen Bäumen nördlich der Alpen eine schützenswerte Seltenheit darstelle. Der Müllheimer Friedhof samt Allee stehen auf der Icomos-Liste historischer Gärten und Anlagen der Schweiz.

An der Budgetgemeindeversammlung im Dezember 2016 bewilligten die Müllheimer dann den Kredit von knapp 1,5 Millionen Franken für die Erschliessung des Gebietes Oberdorf-Storenberg.