Die Löhne auf der Thurgauer Kantonsverwaltung sind Schweizer Durchschnitt

Der Grosse Rat zeigt sich zufrieden mit dem Resultat eines Berichts, in dem die Löhne der Kantonsverwaltung analysiert wurden. Stossend bleibt, dass Frauen noch immer weniger verdienen.

Silvan Meile
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Der Grosse Rat tagt wegen dem  Coronavirus in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.

Der Grosse Rat tagt wegen dem Coronavirus in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari

Der Thurgau ist Mittelmass. Das zeigt zumindest ein Bericht über Lohnvergleiche, den der Grosse Rat am Mittwoch zur Kenntnis nahm. Im Vergleich zu den Salären in Verwaltungen anderer Kantone entspricht das Lohnniveau im Thurgau genau dem Durchschnitt. Zieht man die Privatwirtschaft als Massstab bei, seien die Löhne der Kantonsverwaltung mit jenen von Grossfirmen vergleichbar. KMU-Betriebe könnten da hingegen in der Regel nicht ganz mithalten.

Die Fraktionen zeigten sich zufrieden mit der Regierung, die aufgrund politischer Vorstösse diesen Lohnbericht ausarbeitete beziehungsweise ausarbeiten liess.

SVP fordert, auf Lohnerhöhungen zu verzichten

Ein solcher Lohnvergleich zu machen, sei nicht einfach, sagte Kristiane Vietze (FDP, Frauenfeld). Dieser Bericht sei aber gut gelungen und er bestätige, dass das Lohnniveau und die Anstellungsbedingungen beim Kanton vernünftig seien. «Die Resultate weisen auf keine Diskrepanz zu anderen Kantonen hin», sagte Daniel Frischknecht (EDU, Romanshorn). Das gilt auch für den Vergleich mit der Privatwirtschaft. Stefan Leuthold (GLP, Frauenfeld) sagte: 

«Die GLP stellt erfreut fest, dass es keine drastischen Unterschiede zwischen Verwaltung und Privatwirtschaft gibt.»

Der Frauenfelder Mathis Müller von den Grünen erklärte, dass die Minimumlöhne beim Kanton eher zu tief angesetzt seien, die Maximallöhne hingegen eher zu hoch.

Im Namen der SVP sagte Vico Zahnd aus Weingarten. «Das Lohnniveau der Verwaltung ist am richtigen Ort.» Und dort soll es bleiben. Auf Lohnerhöhungen sei derzeit zu verzichten.

«Die Wirtschaft steckt derzeit in einer Krise, es wäre ein falsches Signal, den Staatsangestellten eine generelle Lohnerhöhung zu gewähren.»

Zahlreiche Redner äusserten ihr Bedauern, dass der Lohnbericht eben auch aufzeigt, dass noch immer keine Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern bestehe. Beim Kanton Thurgau angestellte Frauen verdienen demnach zwei Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

«Das liegt zwar noch immer unter der Toleranzschwelle des Bundes von fünf Prozent, ist aber dennoch nicht akzeptabel», sagte Christine Steiger (SP, Steckborn). Immerhin erkenne der Regierungsrat diesbezüglich einen Handlungsbedarf. «Lohngleichheit werden wir prioritär angehen», versprach Regierungsrat Jakob Stark.

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