Die Lady und der Arbeitslose: Die Komödie «Airbnb» erzählt in Diessenhofen eine lustige und gleichzeitig tiefgründige Geschichte

Am Sonntagabend schauten 30 Gäste bei dem Stück «Airbnb» von Ueli Blum zu, wie Georg Zanetti und Miriam Buhholzer diskutierten und ihre individuellen Weltanschauungen verteidigten.

Drucken
Teilen
Zumindest optisch meilenweit auseinander: Georg Zanetti (Reto Baumgartner) und Miriam Buhholzer (Franziska Senn).

Zumindest optisch meilenweit auseinander: Georg Zanetti (Reto Baumgartner) und Miriam Buhholzer (Franziska Senn).

(Bild: Dieter Ritter)

Eine Theateraufführung mit ­Zuschauern, gegenwärtig eine Seltenheit, machte die Gemeinnützige Gesellschaft Diessen­hofen (GGD) möglich. Rund 30 Zuschauer waren am Sonntagabend auf Einladung von GGD-Präsident Fritz Franz Vogel in der ehemalige Tigerfinklifabrik erschienen.

Kurz nach 17 Uhr stolzierte Miriam Buhholzer (gespielt von Franziska Senn) aufgeregt auf die Bühne. Georg Zanetti (Reto Baumgartner) steht gelassen da. Taxifahrer Zanetti ist seit einem Unfall arbeitslos. Das bescheidene Einkommen des 55-Jährigen bezieht er aus der tageweisen Vermietung seiner Wohnung.

Miriam, sie duzen sich, redet auf Georg ein. Mit ausholenden Bewegungen unterstreicht die modern gekleidete Lady jedes Wort, wird mitunter auch laut. Mitgebracht haben sie die Komödie «Airbnb» von Autor Ueli Blum.

Die Zuschauer erfahren, dass Miriam Georgs Wohnung für drei Nächte buchte, um ­Abstand zu ihrem Mann zu gewinnen. Sie diskutieren lebhaft, verteidigen ihre Weltanschauungen, die meilenweit auseinanderliegen. Georg sagt:

«Ich habe keine Frau. Mutig? Nein, praktisch.»

Als er den Raum verlässt, räumt Miriam auf und stellt Möbel um. Als er zurückkehrt, ärgert’s ihn. «Die Seele kannst du nur aufräumen, wenn die Wohnung aufgeräumt ist», belehrt ihn Miriam. Er kontert: «Wenn du bei mir aufräumst, wessen Seele ist dann aufgeräumt?» So gehen die Sticheleien hin und her. Es gibt viel zu lachen. Die Gegensätze verschmelzen, und es kommt sogar zu einem Happy End.