«Hexehüsli», «Wöschhüsli»: Die kleinsten Dorfschönheiten Weinfeldens

Ein Dorfrundgang mit Weinfelden-Kenner Martin Sax zeigt: die Stadt hat nicht nur Grosses zu bieten.

Sabrina Bächi
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Das Malerhäuschen an der Frauenfelderstrasse gehört zu den Schmuckstücken der Weinfelder Altstadt.

Das Malerhäuschen an der Frauenfelderstrasse gehört zu den Schmuckstücken der Weinfelder Altstadt.

(Bild: Reto Martin)

Das Malerhäuschen

Das «Malerhüsli» an der Frauenfelderstrasse 39 wird im Volksmund auch «Hexehüsli» genannt. «Durch eine Schenkung gelangte es 2001 in den Besitz der Gemeinde», sagt Weinfelden-Kenner Martin Sax. Erstmals erwähnt wird es im Zehntenplan von 1695. Wie im Hinweisinventar der Thurgauer Denkmalpflege steht, stammt die dekorative Bemalung vermutlich von Maler Rudolf Keller, der bis etwa 1980 dort wohnte. Das Malerhäuschen wird als wertvoll eingestuft.

Im Winkelgässli 1

Das Häuschen mit ehemaligem Lädeli im Winkelgässli

Das Häuschen mit ehemaligem Lädeli im Winkelgässli

(Bild: Reto Martin)

Im Winkelgässli ist nicht nur ein schmales, sondern vor allem ein langes Häuschen zu finden. Dorfhistoriker Martin Sax weiss, dass früher ein Lädeli im Erdgeschoss des Hauses war. Die Fenster waren damals grösser und der Ladeneingang befand sich auf der Vorderseite, welcher von der Frauenfelderstrasse aus zu sehen ist. Zuletzt befand sich eine Werkstatt im unteren Teil des Häuschens. Reste davon sind hinter dem Haus noch erkennbar. Das Haus ist in seiner Gesamtform erhaltenswert.

Das Mädchenpfadiheim

Das Mädchen-Pfadiheim hinter dem Gasthaus Löwen.

Das Mädchen-Pfadiheim hinter dem Gasthaus Löwen.

(Bild: Reto Martin)

Das Mädchen-Pfadiheim an der Frauenfelderstrasse 4 ist ein gestelzter Kleinbau, entstanden im späten 18. Jahrhundert oder frühen 19. Jahrhundert. «Das Häuschen wurde wahrscheinlich nie als Wohnhaus genutzt. Früher war es das Fasslager des Weinhandels Kunz-Pfeiffer, von dem heute noch die Felsenburg in Betrieb ist», sagt Martin Sax. Als Treffpunkt für die Pfadi Quivelda, die Mädchenabteilung der Weinfelder Pfadfinder, eignet es sich jedoch bis heute hervorragend.

Das Wöschhüsli

Früher Veloschuppen, heute Traulokal: das Wöschhüsli im Innenhof der Gemeindeverwaltung.

Früher Veloschuppen, heute Traulokal: das Wöschhüsli im Innenhof der Gemeindeverwaltung.

(Bild: Reto Martin)

Wer heute romantisch im Wöschhüsli das Ja-Wort gibt, kann sich kaum vorstellen, dass dieses Häuschen vor gar nicht allzu langer Zeit ein Velo-Schuppen war. Seit 1953 ist es in Besitz der Gemeinde Weinfelden. Erst seit 2001 ist das Wöschhüsli ein Traulokal. Davor war es ein Schopf. Wie der Name sagt, war es ursprünglich das Waschhaus für die Bewohner des Haffterhauses. Es wurde 1808 gebaut und besticht vor allem durch seine interessante Fenstergruppe auf der Südseite.

Die alte Remise

Die 1839 gebaute Remise ist heute ein modernes 3-Zimmer-Haus.

Die 1839 gebaute Remise ist heute ein modernes 3-Zimmer-Haus.

(Bild: Reto Martin)

Das als wertvoll eingestufte Häuschen an der Frauenfelderstrasse 3a war früher Schöpfli und Garage. Heute ist es ein modern umgebautes 3-Zimmer-Haus, welches vor allem durch den modernen Anbau besticht. Dieser ist jedoch nur vom Winkelgässli aus zu sehen. Wer an der Frauenfelderstrasse vorbeigeht und hinter dem Giusi’s zum Häuschen schaut, der sieht den alten Teil des Riegelhauses. Gebaut wurde es 1839 vom Schmied Ulrich Widmer, der es für 100 Gulden erstellen liess.

Der Schlotterhof

Der Schlotterhof mit drei kleinen Hüsli. In der Mitte die Nummer 24.

Der Schlotterhof mit drei kleinen Hüsli. In der Mitte die Nummer 24.

(Bild: Reto Martin)

Das Haus in der Mitte der Dreiergruppe ist die Nummer 24. Eingeklemmt und sehr schmal besticht es durch seine Tiefe. Die Häusergruppe gehört zum Widemgut, welches seinen Ursprung im Mittelalter hat. Umgangssprachlich wird dieser Teil Weinfeldens Schlotterhof genannt, was sich von der Besitzerfamilie Schlatter ableiten lässt. Die stark verschachtelten Häuser dokumentieren das frühere Leben der Handwerker. Die Riegelbauten im Schlotterhof sind geschützt.

Die kleinsten Häuser Weinfeldens...

...und wo sie zu finden sind
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