Thurgauer Nationalrats-Kandidierende im TVO-Talk: Die Kleinen mit dem grossen Selbstvertrauen 

Am TVO-Wahlpodium zeigen sich am Donnerstag die Thurgauer Kleinparteien Grüne, GLP und sogar die BDP sehr siegessicher

Silvan Meile
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Karin Bétrisey (GP), Reto Ammann (GLP), TVO-Moderator André Moesch, Karin Peter (BDP) und Daniel Frischknecht (EDU). (Bild: Lisa Jenny)

Karin Bétrisey (GP), Reto Ammann (GLP), TVO-Moderator André Moesch, Karin Peter (BDP) und Daniel Frischknecht (EDU). (Bild: Lisa Jenny)

Am Donnerstag stiegen die Aussenseiter in den Ring. Am Wahlpodium von TVO stellten sich Thurgauer Nationalratskandidaten von Grünen, Grünliberalen, BDP und der EDU den Fragen von TVO-Leiter André Moesch. Die Vertreter der kleinen Parteien versprühten im Fernsehstudio grosses Selbstvertrauen. «Unsere Chancen sind mehr als intakt», meinte Reto Ammann (GLP). In die selbe Kerbe schlug Karin Bétrisey von den Grünen.

Das war eine einvernehmliche Kampfansage an die SVP, auf deren Sitz sie abzielen. Durch die gemeinsame Listenverbindung mit der SP ist für sie klar, dass die grüne Welle entweder der GLP oder den Grünen einen Sitz bescheren wird. Ein enges Rennen werde es nur noch untereinander.

«Wir sind das Original»

Moderator Moesch trieb dann doch noch einen Keil zwischen die beiden, als er wissen wollte, welche der grünen Parteien denn mehr zur Rettung des Klimas beitragen würde. Die GLP sei besonders innovativ bei der Wirtschaftsförderung, stellte Ammann klar.

«Wir wollen Lenkungsmassnahmen, keine Verbote.»

Bétrisey konterte damit, dass die Grünen seit jeher beharrlich für mehr Umweltschutz kämpften und deshalb am glaubwürdigsten seien. «Wir sind das Original.» Ausserdem habe keine andere Thurgauer Partei mehr Unternehmer auf der Liste. Die Grünen seien also genauso wirtschaftserprobt.

Null bis acht Wochen beim Vaterschaftsurlaub

Ein Bekenntnis für neue Kampfjets gab Karin Peter (BDP) ab. «Es braucht das modernste Gerät, ich habe das beim Arbeiten auch so.» Zurückhaltender zeigte sich Daniel Frischknecht (EDU). Er vermisse eine klare Armeestrategie bei der Flugzeugbeschaffung. Gar nichts wissen will er von Vaterschaftsurlaub. Zwei Wochen seien schon zu viel.

«Zwei Wochen Vaterschaftsurlaub? Wer soll das bezahlen?»

Für die Grüne Bétrisey wären acht Wochen Vaterschaftsurlaub besser. Da winkt Peter (BDP) ab. «Es gibt dringendere Probleme.» Ganz zufrieden mit den beschlossenen zwei Wochen ist Ammann (GLP). «Es muss ja auch finanziert werden können.

Mit welchem grossen Selbstvertrauen auch die Kleinparteien im Wahlkampf agieren, zeigte schliesslich das Gesprächsende. Moderator Moesch liess Karin Peter von der existenzbedrohten BDP den folgenden Satz beenden. «Am 20.Oktober werde ich...» Ohne zu zögern vervollständigte sie: «Am 20. Oktober werde ich Nationalrätin sein».

Die Sendung zum Nachschauen: