Die Kantonspolizei Thurgau rückt ins Zentrum – sie zieht mit 90 Polizisten nach Weinfelden

Mehrere Abteilungen – vor allem die Verkehrspolizei – beziehen 2020 einen neuen Standort in Weinfelden.

Sebastian Keller
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In dieser Liegenschaft an der Dunantstrasse 14 im Westen Weinfeldens arbeiten ab dem neuen Jahr rund 90 Mitarbeiter der Kantonspolizei Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

In dieser Liegenschaft an der Dunantstrasse 14 im Westen Weinfeldens arbeiten ab dem neuen Jahr rund 90 Mitarbeiter der Kantonspolizei Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

In der Hauptstadt hört man das nicht gerne: Frauenfeld ist nicht das geografische Zentrum des Thurgaus. Diese Tatsache spielt für die Kantonspolizei eine Rolle: Wegen der neuen Standortstrategie suchte sie nach einem zentral gelegenen Gebäude. Für Einsatzkräfte, die im ganzen Kanton eingesetzt werden müssen. So steht es im Budget 2020.

Man wurde fündig. Das bestätigt Polizeidirektorin Cornelia Komposch. Adresse: Dunantstrasse 14, 8570 Weinfelden. Zuvor geschäftete Lidl in diesem Haus. «Der Umzug sollte im Frühjahr 2020 beginnen können», sagt Polizeisprecher Andy Theler.

Kantonspolizei bezieht zentralen Standort

Verkehrspolizei, Verkehrsprävention und das neue Schwerpunktelement arbeiten künftig ab Weinfelden

Etwa 90 Mitarbeiter arbeiten künftig vom neuen Standort aus. «Dabei handelt es sich in erster Linie um die Verkehrspolizei.» Für sie ist die verkehrstechnische und geografische Lage wichtig. Auch die Verkehrsprävention, die Leitung der Regionalpolizei sowie das neue Schwerpunktelement wird in Weinfelden einquartiert. Das schreibt Hermann Lei im Kommissionsbericht zum Budget.

Der Kantonsrat (SVP, Frauenfeld) beleuchtet als Präsident der Subkommission Komposchs Departement. Lei stellt klar, dass keiner der elf unlängst geschlossenen Polizeiposten für dieses Vorhaben gereicht hätte. Sie waren auf drei Mitarbeiter ausgerichtet. Die Raumkosten in Weinfelden belaufen sich laut Budget auf 450'000 Franken pro Jahr. Die Postenschliessungen bringen Einsparungen von 224'000 Franken. Dem Vernehmen nach ist es nicht auszuschliessen, dass sich weitere Kantonsangestellte zur Polizei nach Weinfelden gesellen.

Das Polizeikommando soll saniert werden

Die Weinfelder Lösung hat einen weiteren Grund. Zu suchen in Frauenfeld. Im Polizeikommando herrscht Platzmangel. Mit der Sanierung soll 2020 begonnen werden. Die Mietlösung habe strategisch gute Voraussetzungen geschaffen, um die Sanierung «ohne teure Containerlösungen oder Zumietung von Ausweichmöglichkeiten realisieren zu können», schreibt Lei. Nach den Arbeiten hat es in Frauenfeld Platz für neue Mitarbeiter. Und diese will die Regierung einstellen.

Aktuell brütet die vorberatende Kommission über eine Erhöhung des Korps um 91 Polizisten. Entscheiden wird der Grosse Rat – vermutlich im Frühling. Als Druckmittel will Komposch die Mietlösung in Weinfelden nicht verstanden wissen. «In Frauenfeld müssen wir sowieso umbauen.» Im Budget heisst es: Die Mietlösung entlaste das Gebäude in Frauenfeld; es müsse – auch bei einer Korpserhöhung – nicht aufgestockt werden.