Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Hundeflüsterin aus Wagenhausen

Ihre Patienten können ihr nichts vorspielen. Und wenn sie weder Sitz noch Platz machen wollen, muss sich Miriam Schäfli eben etwas anderes einfallen lassen. Die 26-Jährige aus Wagenhausen arbeitet als Hundephysiotherapeutin.
Rahel Haag
Miriam Schäfli behandelt die Deutsche Dogge Felice auf dem Wohnzimmerteppich. (Bild: Donato Caspari)

Miriam Schäfli behandelt die Deutsche Dogge Felice auf dem Wohnzimmerteppich. (Bild: Donato Caspari)

Die Begrüssung fällt stürmisch aus. Daisy und Merida bellen kurz, wedeln dann mit den Schwänzen und beschnuppern neugierig den Besuch. Sie sind mit ein Grund, weshalb Miriam Schäfli tut, was sie tut. Im Dezember 2017 schloss die 26-Jährige die Ausbildung zur Hundephysiotherapeutin im Health-Balance-Tiergesundheitszentrum in Uzwil ab. Seither ist die gelernte Floristin als mobile Physiotherapeutin für Hunde unterwegs.

Die Ausbildung habe sie für sich und ihre beiden Hündinnen gemacht. Dann aber habe sie gemerkt, dass es dieses Angebot braucht. «Kleine Dinge können Grosses bewirken», sagt sie. Wenn ein Hund beispielsweise hinke, würden sich viele Besitzer sagen: «Warten wir mal ab.» Zu einem späteren Zeitpunkt seien dann aber bereits alle Muskeln beteiligt und der Vierbeiner total verspannt. «Dann muss man unter Umständen zum Tierarzt und Schmerzmittel verabreichen.» Solche Entwicklungen könne man dank Physiotherapie vermeiden.

«Ich lasse meinen Hund sicher nicht massieren»

Bei einer Behandlung müsse sie jeweils «den ganzen Hund» anschauen. «Wenn ein Hund vorne links hinkt, kann das Problem hinten rechts liegen», sagt Schäfli. Um die Ursache zu finden, arbeitet sie mit verschiedenen Methoden. Palpation nennt sich eine davon. Will heissen, die Hundephysiotherapeutin tastet die Muskeln des Hundes ab. Ist das Problem gefunden, gebe es verschiedene Massage-Techniken, um den entsprechenden Körperteil zu lockern und die Durchblutung zu fördern. «Das Schöne ist, dass man sofort sieht, ob die Behandlung hilft.» Ein Hund könne einem – im Gegensatz zum Menschen – nichts vorspielen. Gleichzeitig müsse man damit arbeiten, was einem der Hund gibt. Schäfli formuliert es so:

«Wenn er weder Sitz noch Platz machen will, muss ich mir eben etwas anderes einfallen lassen»

Klar, es gebe viele kritische Hundebesitzer, die sagen: «Ich lasse meinen Hund sicher nicht massieren.» Miriam Schäfli zuckt mit den Schultern. Gleichzeitig geniesse der beste Freund des Menschen einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. «Man sieht seinen Hund nicht gerne leiden.» Dementsprechend seien viele Besitzer auch bereit, Geld für das Wohl ihres Hundes auszugeben. Das Finanzielle steht für Schäfli aber nicht im Zentrum. Sie arbeitet in einem 90-Prozent-Pensum in der Landi Hörhausen. Die mobile Physiotherapie betreibt sie abends und an ihren freien Tagen. «Es erfüllt mich, wenn ich helfen kann.»

Behandlung auf dem Wohnzimmerteppich

An diesem Nachmittag besucht sie eine Kundin in Eschenz. Die Patientin heisst Felice und ist eine elfjährige Deutsche Dogge. Sie ist vor kurzem ausgerutscht und hat seither Mühe mit dem Gehen. Schäfli ist hier regelmässig zu Besuch. Die Behandlung findet auf dem Wohnzimmerteppich statt. «Ihre Waden sind ganz warm», sagt sie während des Abtastens zur Besitzerin. «Wahrscheinlich belastet sie seit dem Unfall stärker.» Nach einigen Minuten soll sich Felice hinlegen, doch heute will sie nicht. «Genau das habe ich vorhin gemeint», sagt Schäfli und lächelt, «aber es geht auch anders.»

Mobile Physiotherapie für Hunde Miriam Schäfli: gemeinsam.in.bewegung@gmx.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.