Interview
«Die Hütte abzureissen, kam für uns nicht in Frage»: Primarschulgemeinde Gachnang lässt umstrittene Waldhütte reparieren

Sturm Petra, der Anfang Monat über die Region fegte, verursachte auch in einem Waldstück im Weiler Rosenhuben bei Gachnang Schäden. Dort fiel eine Tanne auf eine der umstrittenen Waldhütten der Primarschulgemeinde Gachnang. Das kantonale Forstamt verlangt, dass die Hütte bis Ende September abgerissen wird. Die Primarschulgemeinde hat sie dennoch reparieren lassen. Präsident Sven Bürgi nimmt Stellung.

Rahel Haag
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Anfang Februar stürzte eine Tanne auf eine der beiden Waldhütten der Primarschulgemeinde Gachnang.

Anfang Februar stürzte eine Tanne auf eine der beiden Waldhütten der Primarschulgemeinde Gachnang.

(Bild: PD/Sven Bürgi)

Die beschädigte Waldhütte der Primarschulgemeinde Gachnang ist wieder repariert. Wie lief das ab?

Sven Bürgi: Nach dem Sturm hat der Besitzer des Waldstücks vor Ort zügig aufgeräumt. Er entfernte auch die Tanne, die auf die Waldhütte gestürzt war. Anschliessend hat ein ortsansässiger Handwerker die Hütte wieder repariert. Das war keine allzu grosse Sache. Die Arbeiten haben zwei Tage gedauert.

Sven Bürgi Präsident Primarschulgemeinde Gachnang.

Sven Bürgi Präsident Primarschulgemeinde Gachnang.

Bild: Reto Martin

Weil keine Baubewilligung vorliegt, verlangt das kantonale Forstamt, dass die beiden Waldhütten abgerissen werden. Wäre das nicht der Moment gewesen, dieser Forderung nachzukommen?

Wir standen vor der Wahl, die Hütte abzureissen oder flicken zu lassen. Ersteres kam für uns aber nicht in Frage.

Weshalb nicht?

Die Kinder stehen bei uns an erster Stelle. Solange die Hütte beschädigt war, konnten wir mit ihnen bei Regen nicht mehr in den Wald. Deshalb haben wir uns entschieden, die Hütte flicken zu lassen. Auch wenn wir sie unter Umständen in einem halben Jahr abreissen müssen.

Hatten Sie vor der Reparatur Kontakt mit dem kantonalen Forstamt?

Nein, wir haben an der Baukommissionssitzung vom 10. Februar entschieden, die Hütte reparieren zu lassen. Aktuell warten wir auf die Antwort des Regierungsrats auf die Einfache Anfrage «Waldunterstände für schulische Zwecke – verbieten oder fördern» von CVP-Kantonsrat Peter Bühler.

Machen Sie sich Hoffnungen, dass die Waldhütten am Ende doch nicht abgerissen werden müssen?

Ich bin zuversichtlich, dass eine vernünftige Lösung gefunden werden kann.

Durch die umgestürzte Tanne wurde das Dach der Waldhütte eingedrückt.

Durch die umgestürzte Tanne wurde das Dach der Waldhütte eingedrückt.

(Bild: PD/Sven Bürgi)

Nebst Peter Bühler unterstützt Sie auch der Gachnanger Jonathan Hedinger.

Genau, er hat als Vater von zwei betroffenen Kindern die «Petition gegen den Abriss von schulischen Waldunterständen» lanciert. Unterdessen sind meines Wissens schon über tausend Unterschriften zusammengekommen. Ich möchte aber betonen, dass die Schulbehörde der Primarschulgemeinde mit dieser Petition nichts zu tun hat.

Über die Unterstützung freuen Sie sich aber schon, oder?

Natürlich. Wir haben uns sehr gefreut. Ich denke, die Petition zeigt, dass es sich bei den Unterständen um ein Thema handelt, dass vielen Bürgern unter den Nägeln brennt. Auf diese Weise kann durchaus ein Zeichen gesetzt werden.