Die Hinterthurgauer Raiffeisenbanken bleiben zuversichtlich

Die Hinterthurgauer Genossenschaften verzeichneten 2019 Gewinnrückgang. Die Verantwortlichen haben aber gute Gründe, beruhigt in die Zukunft zu blicken. Derweil dürfen sich die Genossenschafter der Raiffeisenbank Regio Sirnach auf eine spezielle Generalversammlung freuen.  

Roman Scherrer
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Am Standort Dussnang: Roman Kaiser, Vorsitzender Bankleitervereinigung, und Eric Bischofberger, Leiter Raiffeisen Regio Sirnach.

Am Standort Dussnang: Roman Kaiser, Vorsitzender Bankleitervereinigung, und Eric Bischofberger, Leiter Raiffeisen Regio Sirnach.

Bild: (Roman Scherrer)

Anhaltend tiefe Zinsen, ein schwacher Euro und wachsende Finanzmärkte. Es sind Themen, welche auch die Hinterthurgauer Raiffeisenbanken beschäftigen. Genauso wie die Unsicherheit, was die Zukunft bereithält. «Wir sind aber gewappnet», sagt Roman Kaiser zuversichtlich. Als Vorsitzender der Bankleitervereinigung – der nebst der Hinterthurgauer Raiffeisenbanken auch die Wiler und die Winterthurer angehören – hat er am Freitag zu Pressekonferenz eingeladen.

Kaiser präsentierte die kumulierten Jahreszahlen 2019 der fünf Hinterthurgauer Genossenschaften (siehe Kasten). Diese widerspiegeln die Unsicherheit der Kunden. Kaiser erklärt:

«Sie sitzen auf dem Geld.»

Er verweist dabei auf den Posten Kundengelder, der um mehr als vier Prozent gewachsen ist. Gleichzeitig konnte bei den Ausleihungen aber nur ein Wachstum von knapp zwei Prozent verzeichnet werden. Insgesamt fiel der Bruttogewinn 2019 – 22,6 Millionen Franken – zwei Prozent tiefer aus als im Vorjahr. Zuversicht schöpft Roman Kaiser aus den Eigenmitteln. Mit 356 Millionen Franken liegen diese 140 Prozent über dem von der Finanzmarktaufsicht (Finma) als erforderlich festgelegten Betrag. Kaiser sagt:

«Das ist beruhigend. Es zeigt uns, dass wir Risiken tragen können.»

Den grössten Teil – über 90 Prozent – ihres Bruttoertrags generieren die Hinterthurgauer Raiffeisenbanken bei den Zinsen. Wegen des tiefen Zinsniveaus scheint ein Wachstum in diesem Bereich aber derzeit kaum möglich. «Wir versuchen deshalb, auch in anderen Bereichen Fuss zu fassen», erklärt Kaiser. Er verweist damit etwa auf die Einnahmen aus dem Anlagengeschäft durch Kommissionen oder aus Dienstleistungen wie der Vermittlung von Versicherungen.

Zwölf Mitarbeiter mehr verzeichneten die fünf Hinterthurgauer Banken 2019 im Vergleich zum Vorjahr. Die Verstärkung sei teilweise bei den Raiffeisenbanken Wängi-Matzingen und Münchwilen-Tobel benötigt worden, nachdem deren Fusion 2018 scheiterte. «Die beiden Banken haben sich nun neu aufgestellt», sagt Kaiser.

Sponsor von Schwing- und Köhlerfest

Geklappt hat vor zwei Jahren die Fusion der Raiffeisenbanken Sirnach, Rickenbach-Wilen und Dussnang-Fischingen zur Regio Sirnach. Deren Leiter Eric Bischofberger freut sich auf die kommende Generalversammlung:

«Das wird einmalig. Wir werden alle Genossenschafter an einem Ort zusammenbringen.»

Nachdem die Versammlung 2019 zeitgleich in Dussnang, Sirnach und Rickenbach durchgeführt wurde, findet sie nun im Festzelt des Thurgauer Kantonalen Schwingfests in Dussnang statt. Die Raiffeisenbank Regio Sirnach tritt als einer der Hauptsponsoren des Sportanlasses auf. Gemeinsam sponsoren die Hinterthurgauer Raiffeisenbanken zudem das Köhlerfest Hochwacht vom kommenden Juni. «Es wird sicher für eine gute Resonanz sorgen und passt sehr gut zu unseren Strukturen», ist Bischofberger überzeugt.

WÄNGI: Fusion ist noch nicht begraben

Der Zusammenschluss der Raiffeisenbank mit Münchwilen-Tobel ist gescheitert. Laut dem Verwaltungsrats-Präsidenten hätten die Genossenschafter keinen Handlungsbedarf für diesen Schritt gesehen.
Roman Scherrer