Die Hälfte der Thurgauer ist schon vor der Pension nicht mehr erwerbstätig

Das klassische Erwerbsmodell, in dem der Mann Vollzeit und die Frau Teilzeit arbeitet, verliert im Thurgau an Bedeutung.

Drucken
Teilen
Menschen, Bevöllkerung EinwohnerBevölkerungsstatistik

Menschen, Bevöllkerung EinwohnerBevölkerungsstatistik



Walter Schwager / LEB

(red). In der Mehrheit der Thurgauer Paarhaushalte sind heute beide Partner erwerbstätig. Nach wie vor ist jedoch die Familiengründung zentral für die Entscheidung, wie sich ein Paar die Erwerbstätigkeit aufteilt. Das ist einem Bericht der Thurgauer Dienststelle für Statistik zu entnehmen.

Seien schulpflichtige Kinder im Haushalt, wähle etwas mehr als jedes zweite Paar das Modell «Mann vollzeiterwerbstätig, Frau teilzeiterwerbstätig». Bei Paaren ohne Kinder arbeiten viel häufiger beide Partner Vollzeit. Das zeigen Auswertungen der Dienststelle. Sie basieren auf Daten der Strukturerhebung des Bundesamts für Statistik, wobei die Stichproben der befragten Thurgauerinnen und Thurgauer über die drei Jahre 2015, 2016 und 2017 zusammengelegt wurden, um aussagekräftige Ergebnisse zu ermöglichen.

Mehr Teilzeitbeschäftigte als früher

Das Erwerbsmodell «Mann vollzeiterwerbstätig, Frau teilzeiterwerbstätig» sei vor allem bei Paaren verbreitet, bei denen beide Partner mindestens einen Abschluss auf Sekundarstufe II – also eine abgeschlossene Berufslehre oder einen Mittelschulabschluss – haben. «Fast 60 Prozent dieser Paare mit schulpflichtigen Kindern wählen dieses Modell.» Zu dieser Gruppe gehören auch Paare, bei denen die Frau einen Abschluss auf Tertiärstufe hat: Auch sie entscheiden sich oft für dieses Modell.

Das «klassische Modell» (Mann vollzeiterwerbstätig, Frau nicht erwerbstätig) verliert zunehmend an Bedeutung. Von den Paaren mit Kindern unter 7 Jahren entschieden sich 2015/2017 30 Prozent für dieses Modell, fünf Jahre zuvor waren es noch 34 Prozent gewesen. Allerdings zeigen sich Unterschiede im Hinblick auf die Nationalität. Ist mindestens ein Partner ausländischer Nationalität, wird häufiger das «klassische Modell» gewählt. Gleichzeitig ist unter diesen Paaren aber auch das Modell «beide vollzeiterwerbstätig» stärker verbreitet als bei Schweizer Paarhaushalten.

Frauen arbeiten länger

Die Auswertungen der Dienststelle für Statistik zur Erwerbstätigkeit der Thurgauerinnen und Thurgauer zeigen weiter: Immer mehr Männer sind bereits vor Erreichung des ordentlichen Pensionsalters nicht mehr berufstätig. 2015/2017 waren von den 60-Jährigen noch 82 Prozent erwerbstätig, von den 64-jährigen noch etwas mehr als die Hälfte. Zum Vergleich: Im Jahr 1990 haben noch drei Viertel der 64-jährigen Thurgauer Männer gearbeitet.

Frauen arbeiten im Vergleich zu früher hingegen länger, einerseits aufgrund der seither erfolgten Erhöhung des Rentenalters für Frauen, andererseits wegen der insgesamt höheren Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig bleiben aber auch etwas mehr Thurgauerinnen und Thurgauer über das Rentenalter hinaus im Erwerbsleben: 2015/17 arbeiteten 9 Prozent der Personen im Pensionsalter weiter, vor gut 30 Jahren waren es erst 7 Prozent gewesen. Der Grossteil von ihnen ist in einem kleineren Teilzeitpensum tätig. (red)

Die Auswertungen zum Erwerbsleben stehen auf www.statistik.tg.ch bereit.