«Die grosse Leere stört»: Die Gemeinde Basadingen-Schlattingen gestalteten ihren Friedhof um, mit einer neuen Bestattungsart

Die Gemeinde Basadingen-Schlattingen will ihren Friedhof neu gestalten. Hierfür hat der Gemeinderat ein Konzept erstellt, das er im November an der Gemeindeversammlung präsentiert.

Rahel Haag
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Die Zahl der Erdbestattungen ist stark rückläufig: Gemeindepräsident Peter Mathys auf dem Friedhof in Basadingen.

Die Zahl der Erdbestattungen ist stark rückläufig: Gemeindepräsident Peter Mathys auf dem Friedhof in Basadingen.

Bild: Andrea Stalder

Insgesamt 95 Todesfälle hatte die Gemeinde Basadingen- Schlattingen in den vergangenen zehn Jahren zu verzeichnen. Hiervon fanden 78 Personen auf dem Friedhof Basadingen ihre letzte Ruhe. Nur gerade in zwölf Fällen gab es eine Erdbestattung.

Weiter wurden 15 in einem Urnengrab beigesetzt. Demgegenüber fanden 33 Personen im Gemeinschaftsgrab ihre letzte Ruhe. Die verbleibenden 18 wurden in einer Urne in einem bereits bestehenden Grab beigesetzt.

Auf dem Friedhof gibt es kein Zurück

«Ich kann mich noch erinnern, dass der Friedhof früher flächig mit Gräbern belegt war», sagt Gemeindepräsident Peter Mathys. Er lässt den Blick schweifen. Heute präsentiert sich ein anderes Bild: Zwischen den Grabreihen gibt es eine Wiese, die brachliegt. Nur rund ein Viertel der Fläche des Friedhofs werde genutzt. «Die grosse Leere hat uns gestört.»

Peter Mathys, Gemeindepräsident Basadingen-Schlattingen.

Peter Mathys, Gemeindepräsident Basadingen-Schlattingen.

Bild: Andrea Stalder

Angefangen habe die Planung für die Neugestaltung des Friedhofs im vergangenen Dezember. Mathys sagt:

«Damals hatten wir eine kurzfristige Häufung von Todesfällen.»

Im Zuge dessen sei der Friedhofvorsteher mit der Frage, wo man die nächste Grabreihe beginnen solle, auf ihn zugekommen. Anschliessend habe es verschiedene Ideen gegeben. Eine davon sei gewesen, die Gräber bogenförmig anzuordnen, eine andere sah eine freie Anordnung vor. «Das Problem bei einem Friedhof ist, dass man nicht zurückkann», sagt Mathys.

«Die Grabesruhe gilt 20 Jahre lang.»

Entsprechend müsse langfristig geplant werden. Da aus Mathys’ Sicht keine der Ideen Hand und Fuss gehabt habe, sei schliesslich die Grünplan Landschaftsarchitektur GmbH aus Uesslingen beauftragt worden, ein Konzept zu erarbeiten.

Volk wird informiert, darf aber nicht mitbestimmen

Mathys hält einen Plan in den Händen. «Es wird eine Art kleiner Friedhof im Friedhof geben», sagt er. Hier fänden die klassischen Gräber für Urnen- und Erdbestattungen Platz. Gleichzeitig soll eine neue Bestattungsart eingeführt werden. Nebst dem Gemeinschaftsgrab entsteht ein sogenannter «Lichterweg». Entlang dieses Wegs können dereinst Urnen beigesetzt werden. Im Unterschied zum Gemeinschaftsgrab kann die Stelle mit einem kleinen Stein bezeichnet werden.

«Geplant ist, dass es bezüglich Grösse und Material der Steine Richtlinien gibt, damit eine gewisse Einheitlichkeit gegeben ist.»

Das Konzept wird an der nächsten Gemeindeversammlung vom 27.November der Bevölkerung vorgestellt. «Wir lassen aber nicht darüber abstimmen», hält Mathys fest. Es sei klar gewesen, dass etwas gemacht werden müsse. «Wir haben die Kirchenbehörde, die Friedhofskommission und auch die Friedhofsgärtnerin in den Prozess miteinbezogen, und alle haben das Konzept für gut befunden.» Die Umsetzung soll im kommenden Frühling, nach der Auflösung von zwei Grabreihen, erfolgen. In einem ersten Schritt solle der «Lichterweg» und ein Teil der Bepflanzung umgesetzt werden. Hierfür seien 16'000 Franken budgetiert.

Darüber hinaus sollen auf dem Friedhof langfristig ein Abdankungsplatz sowie -unterstand und mehrere Sitzgelegenheiten realisiert werden. «Wir möchten eine angenehme Atmosphäre schaffen für jene Personen, welche die Gräber besuchen», sagt Mathys.