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«Die grösste Baulandreserve der Gemeinde»: Gemeinderat von Tobel-Tägerschen will den Postacker kaufen

Die Parzelle Postacker gehört dem Kanton Thurgau. Am Montag befindet der Souverän über den Kauf des Landstücks für 5,7 Millionen Franken.
Roman Scherrer
Die Gemeinde Tobel-Tägerschen hat das Kaufrecht für den Postacker erhalten. Die Parzelle befindet sich im Dorfzentrum zwischen Bahngleis und Hauptstrasse. (Bild: Olaf Kühne)

Die Gemeinde Tobel-Tägerschen hat das Kaufrecht für den Postacker erhalten. Die Parzelle befindet sich im Dorfzentrum zwischen Bahngleis und Hauptstrasse. (Bild: Olaf Kühne)

Fast vier Fussballfelder oder knapp 28'400 Quadratmeter. So gross ist die Parzelle Nummer 433 in Tobel, die den Namen Postacker trägt und sich im Ortszentrum zwischen Hauptstrasse und Bahngleis befindet. Eigentümer des Postackers ist der Kanton Thurgau.

Die Gemeinde Tobel-Tägerschen hat vom Regierungsrat allerdings das Kaufrecht am unbebauten Landstück erhalten – für 200 Franken pro Quadratmeter, oder insgesamt rund 5,7 Millionen Franken. Von diesem Recht will der Gemeinderat auch Gebrauch machen; er stellt der Gemeindeversammlung am Montagabend den entsprechenden Antrag.

Das Kaufrecht hat der Regierungsrat der Gemeinde Tobel-Tägerschen im vergangenen Februar erteilt, bis zum 30. Mai gilt es. Lehnt der Tobler Souverän den Kauf ab, wird der Postacker wohl an einen privaten Investor verkauft, der ebenfalls ein Angebot abgegeben hat. Bereits im Oktober 2017 hatte der Tobler Gemeinderat den Postacker-Kauf beantragt. «Das war nach der Annahme der Kulturlandinitiative, welche verlangt, dass beim Bauen vermehrt eine innere Verdichtung stattfinden muss», erklärt Gemeindepräsident Rolf Bosshard.

Richtplangebiet gestrichen

Der Kanton habe nach der Abstimmung praktisch sämtliches Richtplangebiet – also mögliches Bauland – in Tobel-Tägerschen gestrichen. Dies weil die Gemeinde, vor allem mit dem Postacker, über zu viel ungenutzte Baulandreserve im Siedlungsgebiet verfügt. Bosshard erläutert:

«Da haben wir gesagt: Es kann nicht sein, dass uns der Kanton alles Richtplangebiet streicht, aber selber die grösste Baulandreserve in der Gemeinde hortet.»

Rolf BosshardGemeindepräsident Tobel-Tägerschen

Rolf Bosshard
Gemeindepräsident Tobel-Tägerschen

Deshalb habe man 2017 den Kaufantrag gestellt. Ein Drittel der Postacker-Fläche ist für Gewerbe vorgesehen, der Rest für Wohnbauten. Für den Landkauf inklusive Erschliessung und Finanzierung rechnet der Gemeinderat mit Kosten von insgesamt rund 7,75 Millionen Franken. Vom Gewinn des Weiterverkaufs erhält der Kanton eine Beteiligung von maximal 750'000 Franken. Unter dem Strich kalkuliert die Gemeindebehörde einen Nettogewinn von zirka drei Millionen Franken. Ein für Tobel stattlicher Betrag – aus einem Immobilienhandel. Soll denn eine Gemeinde auf diese Art Gewinn erwirtschaften?

Laut Rolf Bosshard zählt für den Gemeinderat in erster Linie ein anderer Aspekt als das Geld:

«Wir haben nun die einmalige Chance, auf dieser ideal gelegenen Parzelle die Entwicklung unseres vielfältigen Dorfbilds mitzugestalten.»

Würde ein Investor den Postacker überbauen, müsse man mit einem monotonen Erscheinungsbild rechnen. «Das zeigen Beispiele aus anderen Gemeinden», sagt Bosshard. Zudem verfolge der Gemeinderat ein langsameres Wachstum mit einer Überbauung, die in Tranchen stattfindet und in acht bis zehn Jahren realisiert ist. «Ein privater Investor wäre daran interessiert, möglichst schnell wieder verkaufen zu können», sagt Rolf Bosshard. Dies würde die Infrastruktur – etwa der Schule und der Technischen Werke – zu stark belasten.

Neues Landkreditkonto

Die Investition zum Kauf sowie der spätere Erlös aus dem Verkauf des Postackers sollen über ein neues Landkreditkonto abgewickelt werden. Dazu will die Behörde nach einem Ja am Montagabend ein Reglement ausarbeiten und an einer nächsten Gemeindeversammlung zur Abstimmung bringen.

Auf dem Postacker wird noch nicht so schnell gebaut. «Die Parzelle unterliegt einer Gestaltungsplan-Pflicht», erklärt Rolf Bosshard. Sollte man das Land kaufen können, sei der Gemeinderat zwar daran interessiert, den Gestaltungsplan möglichst schnell auszuarbeiten. «Bis er aber bewilligt ist, kann es gut zwei bis drei Jahre dauern.»

Weniger Verlust

Der Souverän von Tobel-Tägerschen befindet an der Gemeindeversammlung vom Montag unter anderem über die Rechnung 2018. Diese schliesst zwar mit rund 58'000 Franken im Minus, aber um 120'000 Franken besser als budgetiert. Der Steuerertrag fiel um rund 260'000 Franken höher aus. Vor allem profitiert Gemeinderechnung aber von der Primarschule. Sie schliesst um 250'000 Franken besser ab. So fällt der Darlehensverzicht von 220'000 Franken gegenüber der Genossenschaft Dorfmarkt weniger in Gewicht. (rsc)

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