Die Grippewelle bleibt intensiv aber ein Ende ist wahrscheinlich in Sicht

Die Grippe hat die Ostschweiz fest im Griff. In der sechsten Jahreswoche ist die Zahl der Neuerkrankungen erstmals rückläufig. Der Höhepunkt der Saison scheint damit erreicht.

Dinah Hauser
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Eine Frau kuriert auf dem Sofa ihre Grippeerkrankung mit Schlaf aus. (Bild: KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Eine Frau kuriert auf dem Sofa ihre Grippeerkrankung mit Schlaf aus. (Bild: KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Seit der zweiten Januarwoche wüten die Influenzaviren epidemieartig in der ganzen Schweiz. Mittlerweile haben die Fallzahlen in der Ostschweiz beinahe die Höchstwerte der vergangenen Jahre erreicht. Die Anzahl der Neuerkrankungen war in der letzten Woche aber rückläufig. «Ob nun der Höhepunkt erreicht ist, kann man nicht genau voraussagen», heisst es beim Bundesamt für Gesundheit BAG auf Anfrage. Man müsse nun die Entwicklung der nächsten Wochen abwarten. Das BAG sammelt die Daten über das Sentinella-Meldesystem (siehe Zweittext unten).

Laut BAG sind primär kleine Kinder im Alter bis vier Jahre betroffen. Nach der langen und intensiven Grippewelle vom letzten Jahr, «erwarten wir dieses Jahr nicht nochmals zwei Höhepunkte». Jedoch sei diese Saison angesichts der hohen Anzahl an Verdachtsfällen ähnlich intensiv.

Impfstoff ist wirksam

«Der Impfstoff deckt die Erreger gut ab, gemäss bisherigen Laborerkenntnissen», sagt das BAG. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt jeweils im Februar die Bestandteile des Impfstoffs für die nächste Saison. Wurden falsche Annahmen getroffen oder verändern sich die Viren während des Sommers, so kann die Wirkung der Impfung beeinträchtigt sein.

Wichtig sei nun weiterhin, dass man sich an die Hygienemassnahmen hält. Will heissen: regelmässiges und gründliches Händewaschen, in die Armbeuge niesen oder Husten oder dabei ein Papiertaschentuch verwenden und dieses danach entsorgen. Auch rät das BAG in einem Merkblatt dazu, möglichst sofort nach Hause zu gehen, falls man während der Arbeit oder in der Schule erkrankt. Am Anfang der Grippe sei das Ansteckungsrisiko am höchsten.

Sentinella-Meldesystem

Sentinella wurde 1986 ins Leben gerufen als schweizweites Co-Projekt zwischen Hausärzten und dem Bundesamt für Gesundheit BAG. Die teilnehmenden Ärzte melden freiwillig infektiöse Erkrankungen. Die erhobenen Daten sind anonymisiert. Schweizweit sind zirka 200 Praxen dem Sentinellasystem angeschlossen. Die Meldetätigkeit wird finanziell entschädigt.

Die Ostschweiz bildet mit derzeit 34 Praxen die Region 5 im Meldesystem. Dazu gehören die Kantone: Thurgau, St. Gallen, beide Appenzell, Glarus, Schaffhausen und Zürich. (dh)