Die Gemeinde Eschlikon baut ihr Angebot für Beratungen zu Familien- und Erziehungsfragen aus

Aus dem Eschliker Kinder- und Jugendnetz wird «Traverso». Die neue Beratungsstelle wird zusätzliche Aufgaben übernehmen, wovon auch die Vereine profitieren können.

Roman Scherrer
Drucken
Teilen
Das Kinder- und Jugendnetz ist kürzlich von Wallenwil ins Eschliker Gemeindehaus umgezogen.

Das Kinder- und Jugendnetz ist kürzlich von Wallenwil ins Eschliker Gemeindehaus umgezogen.

(Bild: Roman Scherrer)

Einst war es ein Novum im Kanton Thurgau. Das Kinder- und Jugendnetz der Gemeinde Eschlikon startete 2007 als Pilotprojekt – und schlägt nun ein neues Kapitel auf. Bereits ist die Beratungs- und Informationsstelle für Erziehungsfragen vom ehemaligen Wallenwiler ins Eschliker Gemeindehaus umgezogen. Per Ende Dezember hat zudem die Stellenleiterin Tina Münzenmaier nach knapp elf Jahren ihre Stelle gekündigt. Sie wird fortan als selbständige Beraterin tätig sein. Der Gemeinderat hat mit dem Urnäscher Markus Notter bereits einen Nachfolger gefunden.

Dieser wird ab dem 6. Januar aber nicht das Kinder- und Jugendnetz weiterleiten. Die Beratungsstelle heisst mit dem Jahreswechsel nämlich neu «Traverso». Die Namensänderung geht mit einem Ausbau des Angebots einher. Gemeindepräsident Hans Mäder sagt:

«‹Traverso› wird eine Drehscheibe sein, bei der alle Dienste zusammenlaufen, welche Kinder, Jugendliche und Familien betreffen.»

So soll sich eine «Triagestelle» zwischen Schule, Politik und dem gesellschaftlichen Leben – etwa in den Vereinen – ergeben. Seinen Ursprung hat «Traverso» im Eschliker Jugendkonzept, das die Jugendkommission mit der Kommission Kinder- und Jugendnetz erarbeitet und der Gemeinderat vor zwei Jahren genehmigt hat.

Unterstützung bei Fragen zu Mobbing und Missbrauch

Von «Traverso» werden nun auch die Vereine profitieren können. «Sie erhalten fachliche Unterstützung. Zum Beispiel in Bezug auf die Arbeit mit Jugendlichen, den Umgang mit Mobbing oder bei einem Verdacht auf Missbrauch», erklärt Tina Münzenmaier. Zudem wird die neue Stelle fortlaufend eine Dorfagenda führen, welche einen Überblick über die Anlässe und Aktivitäten der Vereine schafft. Zur Erarbeitung des Jugendkonzepts habe die Fachhochschule St. Gallen eine Umfrage unter den Vereinen durchgeführt, sagt Münzenmaier. «Diese zeigte auf, dass ein Bedürfnis nach einer Stelle besteht, bei der die Fäden zusammenlaufen.»

Hans MäderGemeindepräsident Eschlikon

Hans Mäder
Gemeindepräsident Eschlikon

Für diese zusätzlichen Aufgaben hat die Gemeinde auf das kommende Jahr das Pensum im Bereich Familie und Jugend erhöht. «Das wurde an der Gemeindeversammlung mit dem Budget genehmigt», sagt Hans Mäder. Das Pensum des «Traverso»-Leiters werde allerdings nur zehn Prozent höher sein als jenes von Tina Münzenmaier. «Der Rest wird andernorts aufgestockt, wie etwa bei den Jugendtreffleitern.»

Positive Bilanz

Der Eschliker Gemeindepräsident zieht eine positive Bilanz zum Kinder- und Jugendnetz: «Soweit wir hören, war es sehr erfolgreich», sagt Hans Mäder. Auch die Schule sei sehr zufrieden.

«Durch die Stelle brauchen wir keine Schulsozialarbeit.

Die langjährige Leiterin des Kinder- und Jugendnetzes schaut gerne auf ihre bisherige Tätigkeit in Eschlikon zurück. «Das Kinder- und Jugendnetz ist gut vernetzt und geniesst grosse Akzeptanz in der Bevölkerung», sagt Tina Münzenmaier. Dank Mundpropaganda habe das Angebot viele Familien erreicht.

Ganz allgemein lobt Tina Münzenmaier das Engagement in der Gemeinde: «Ich finde es super, dass es hier ein solches Angebot gibt. Und vor allem, dass die Gesellschaftsfragen in Eschlikon so aktiv angegangen werden.»

Mehr zum Thema

ESCHLIKON: Aus dem Keller ins Schützenhaus

Nach dem Bundesgerichtsentscheid ist klar: Der Jugendtreff kommt ins ehemalige Schützenhaus. Für eine baldige Eröffnung plant der Gemeinderat derzeit die nächsten baulichen und personellen Massnahmen.
Adrian Grzonka

ESCHLIKON: Jugend voran

Jetzt können Jugendliche zeigen, was in ihnen steckt: Das Projekt «Jugend Mit Wirkung» setzt auf ihre Teilnahme an Gestaltungsprozessen. Ein konkretes Vorhaben wartet bereits auf die Teenager.
Sandra Grünenfelder