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Aus der Aadorfer "Linde" wird eine Pizzeria

Am Freitag verlässt Pächterin Ursi Lüthi die «Linde». Nach einem Umbau kehrt die Pizzeria Barone zurück nach Aadorf.
Kurt Lichtensteiger
Ursi Lüthi vor dem Restaurant Linde, in dem sie noch bis kommenden Freitag wirtet. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Ursi Lüthi vor dem Restaurant Linde, in dem sie noch bis kommenden Freitag wirtet. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Wie jeden Wochentag herrscht im Hotel-Restaurant Linde auch an diesem Dienstagmorgen ein stetiges Kommen und Gehen. Stammgäste, Handwerker und Durchreisende nehmen Platz im Restaurant oder unter den Bäumen der geräumigen Terrasse. Das freundliche Servierpersonal hat alle Hände voll zu tun, ohne jedoch etwaige Hektik beim Auftischen von Znüni und Getränken aufkommen zu lassen.

«Business as usual», wie dies eben schon seit fünf Jahren herrscht; seit Pächterin Ursi Lüthi den Gastrobetrieb übernommen hat. Zweifellos mit Erfolg, denn über mangelnden Zuspruch hatte sie sich nicht zu beklagen. Viel Verve und Herzblut hat sie in die Führung des Lokals gesteckt und mit Ideen nicht gegeizt. Umso überraschender für manche Gäste, dass bereits am Freitag Schluss sein soll.

Die Pizzeria Barone fiel vor zweieinhalb Jahren einem Brand zum Opfer. (Bild: Olaf Kühne, 6. Januar 2016)

Die Pizzeria Barone fiel vor zweieinhalb Jahren einem Brand zum Opfer. (Bild: Olaf Kühne, 6. Januar 2016)

Seit langem stand allerdings ein Pächterwechsel im Raum, doch zu Konkretem wollte sich lange Zeit niemand recht äussern. Immerhin sickerte durch, dass das vor gut 150 Jahren erstellte Gebäude mit einer langen Gastrogeschichte am 1. September von der Cadina AG an Enver Jashari überschrieben werden dürfte. Der Besitzer der ehemaligen Pizzeria Barone, die 2016 einem Brandfall zum Opfer gefallen war, sah für den Wiederaufbau an der Hauptstrasse zu viele Hindernisse. Die Gelegenheit, in unmittelbarer Bahnhofsnähe eine Pizzeria zu eröffnen, packte der Besitzer zweier weiterer Pizzerien deshalb beim Schopf. Die Eröffnung in Aadorf unter seiner Ägide soll nach einer Umbauphase zu einem späteren, bisher noch unbekannten Zeitpunkt erfolgen.

Dilemma um Ausweichmöglichkeiten

Besorgnis zur zukünftigen Einkehrmöglichkeit äusserten einige anwesende Gäste: «Wir haben bereits entschieden, fortan im Alterszentrum Aaheim unsere Zelte aufzuschlagen, wohin es uns sowieso einmal verschlagen dürfte», meint mit unterschwelligem Galgenhumor ein Stammgast. Seine pensionierten Kollegen bejahen dessen Aussage kopfnickend. Danebensitzende Handwerker fragen sich ebenfalls, wohin sie nun gehen sollten, nachdem schon der nahe «Freihof» wegen Abbruchs keine Alternative mehr bietet. «In Aadorf gibt es kaum mehr eine geeignete Wirtschaft mit derart idealen Parkierungsmöglichkeiten, es sei denn, man weicht auf den Heidelberg aus», sagt ein Bauarbeiter. «Lassen wir uns überraschen und warten wir erst einmal die kommenden Öffnungszeiten ab. Vielleicht kommt alles anders, als man denkt», wendet sein Kollege ein.

Mit gemischten Gefühlen, nämlich mit dem sprichwörtlichen lachenden und weinenden Auge, wie sie sagt, nimmt die Aadorferin Ursi Lüthi trotz allem Ungemach von der vertrauten Heimat Abschied. Die Führung des Hotels- und Restaurantbetriebs war eine Herausforderung, die sie zweifellos trotz ihrer zuweilen direkten Art bestens gemeistert hat.

Drei Mitarbeiter gehen mit ihr

«Mir tut es schon etwas weh, den zahlreichen Stammgästen adieu zu sagen. Viele haben mir versichert, dass sie mich am neuen Ort, im Restaurant-Kafi Burehus an der Schwerzenbachstrasse in Winterthur, besuchen werden», sagt sie. Mit ihr kommen auch der Koch und zwei Servicefach-Mitarbeiterinnen. «Das alles ist ein Trost», meint sie. Und eine gute Referenz dazu, ist man geneigt anzufügen.

Am Freitag, 27. Juli, geht folglich eine fünfjährige Ära zu Ende. Der Hotelbetrieb allein wird danach noch einen Monat aufrechterhalten. Das Restaurant jedoch bleibt ab August geschlossen. In der Geschichte der altehrwürdigen «Linde» wird in absehbarer Zeit ein neues Kapitel aufgeschlagen. Auf den geplanten Umbau und das Danach kann man gespannt sein.

Ursi Lüthi hingegen fokussiert sich schon heute auf ihre neue Aufgabe, verbunden mit einer grossen Herausforderung in einem ähnlichen Umfeld.

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