«Die Frühlingsblumen landeten auf dem Kompost»: So ergeht es Aadorfer Blumenläden und Gärtnereien während dem Lockdown

Ganz geschlossen, Online-Bestellungen oder kreative Bezahl-Methode: Die Blumengeschäfte und Gärtnereien in Aadorf haben unterschiedlich auf den Lockdown reagiert.

Kurt Lichtensteiger
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Mit Abstand: Beim Kreativ-Atelier von Susanna Rüedi (links) gibt es eine kreative Bezahl-Methode.

Mit Abstand: Beim Kreativ-Atelier von Susanna Rüedi (links) gibt es eine kreative Bezahl-Methode.

(Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Die prächtigen Frühlingstage locken die vielen Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner zum Anpflanzen in den Garten. Doch ausgerechnet zur wichtigsten Jahreszeit werden dem Vorhaben enge Grenzen gesetzt. Die Beschaffung von Pflanzen und Blumen erweist sich als schwierig und umständlich, zumal das Angebot beschränkt ist und die Lieferungen nur von Fall zu Fall eintreffen.

Ein Desaster auch für die Anbieter. Mit voller Kraft trifft der Lockdown die Aadorfer Firma Künzli Garten und Floristik. Inhaber Alex Künzli sagt dazu:

«Dass die ersten Frühlingsblumen nicht verkauft werden können, ist das Hauptproblem.»

Das bedeutet: Entsorgen statt Liefern, um Platz für die Sommerblumen zu schaffen. Die Folge ist eine Umsatzeinbusse von bis zu 70 Prozent in den Monaten März und April. «Aufs Jahr umgerechnet dürften es 30 Prozent im Minimum sein», sagt er weiter.

Dank Abholservice und Hauslieferungen könne lediglich ein Bruchteil der normalen Verkäufe wettgemacht werden. «Meine zehn Mitarbeitenden waren in den vergangenen Wochen unheimlich flexibel. Wir alle arbeiten unter einer enormen Belastung, sonst wäre der Abhol- und Lieferungsservice gar nicht möglich. Nun hoffe ich, Anfang Mai mit den Sommerblumen aus grossmehrheitlich eigenen Kulturen bereit zu sein.»

«Zwangsferien bis voraussichtlich 27. April», ist bei der Gartenbaufirma Rupp zu lesen.

«Zwangsferien bis voraussichtlich 27. April», ist bei der Gartenbaufirma Rupp zu lesen.

Auch wenn gewisse Einschränkungen – auferlegt vom Bund – weiter bestehen bleiben, sei der Verkauf für sie lebensnotwendig, gerade im Hinblick auf die Bildung von Reserven für das Winterhalbjahr. «Trotz der widrigen Umstände sehe ich einen kleinen Silberstreifen am Horizont.» Künzli verweist auf die Website, worauf das aktuelle Angebot zu finden ist.

Der Verkauf läuft meist über den Onlinehandel

Weil Pflanzen und Blumen nicht lebensnotwendig sind, mussten sich auch Mitbewerber mit Anpassungen und Improvisationen den neuen Verhältnissen anpassen. So etwa das Kreativ-Atelier von Susanna Rüedi an der Aadorfer Hauptstrasse, wo auch keine Selbstbedienung stattfinden kann und der Laden geschlossen bleibt. «Mit einem enormen Aufwand treiben wir die Überlebensstrategie, wiewohl die riesige Einbusse nicht mehr wettgemacht werden kann.» Der Verkauf von Blumen und Pflanzen, worunter auch Gewürze und Kräuter, laufe über den Onlinehandel. Anfragen, was lieferbar sei, geschehe im Moment über das Telefon oder sei auf der Website ersichtlich, sagt Susanna Rüedi.

Sabrina Perruccio, Inhaberin der Unico, Florales & Design GmbH

Sabrina Perruccio, Inhaberin der Unico, Florales & Design GmbH

Die Unico, Florales & Design GmbH im Sulzerhof hat sich ebenfalls mit der aussergewöhnlichen Situation arrangiert: «Auf Bestellung liefern wir schöne Sträusse und Schnittblumen gratis in die Umgebung von rund fünf Kilometern.» Auch an frischen Kräutern gebe es eine kleine Auswahl. «Für die Privat- und Geschäftskunden befindet sich eine kontaktlose Abholstation bei der angrenzenden Scheune», sagt Inhaberin Sabrina Perruccio. Bei der Gartenbaufirma Rupp ist der Zutritt zum Laden ganz abgesperrt. Auf einer aufgestellten Tafel ist zu lesen: «Zwangsferien bis voraussichtlich 27. April.»