«Die Freude überwiegt»: Eschliker Schulgemeinde kann Sporthalle bauen

Nachdem eine Einsprache den Baustart verzögerte, konnte die Schulgemeinde nun den Spatenstich für die Sporthalle terminieren.

Roman Scherrer
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Die Eschliker Sporthalle soll im Herbst 2021 fertiggestellt sein.

Die Eschliker Sporthalle soll im Herbst 2021 fertiggestellt sein.

Bild: PD/Graf Biasconi

«Auf unbestimmte Zeit» müsse der Spatenstich für die neue Eschliker Sporthalle verschoben werden. Dies teilte die Schulgemeinde Eschlikon noch im vergangenen Oktober mit. Eine Einsprache verzögerte den Baustart. Mittlerweile ist die von der politischen Gemeinde erteilte Baubewilligung aber rechtskräftig, Mitte April kann die Schulgemeinde den Spatenstich durchführen.

Im Herbst 2021 – nur wenig später als ursprünglich vorgesehen – soll der knapp 10 Millionen Franken kostende Bau bereits fertig sein. «Ziel ist es, dass wir die Halle an der Energy-Tour im September 2021 einweihen können», sagt Beat Müller, Schulbehördenmitglied und Präsident der Baukommission. Den Anlass wolle man gleich nutzen, um über die geplante grossflächige Fotovoltaikanlage auf der Halle zu informieren.

Obwohl der Baustart später als ursprünglich vorgesehen erfolgt, sei der Zeitplan realistisch. «Ärgerlich ist die Verzögerung vor allem für die Vereine, denen bisher keine wettbewerbstaugliche Halle zur Verfügung steht», sagt Müller. Er verweist darauf, dass das Projekt auf eine Initiative der Eschliker Sportvereine zurückgeht, und ist sich sicher:

«Die Sporthalle wird eine echte Aufwertung für Eschlikon. Ein wertvoller Raum, der bisher gefehlt hat.»

Einer der Punkte in der Einsprache, welche den Baustart verzögerte, bezog sich auf das Verkehrs- und Parkierungskonzept. «Dieses mussten wir überarbeiten», sagt Beat Müller. So habe man eingeräumt, dass man zu wenige Parkplätze eingeplant habe. Und zwar für den Fall, dass am Abend die Aula Bächelacker sowie die Mehrzweckhalle, der Mehrzwecksaal, die Sporthalle sowie der Mehrzweckraum der Sporthalle gleichzeitig genutzt würden. «Was nie der Fall sein wird», ist Müller überzeugt.

Dennoch musste die Schulgemeinde zu diesem Zweck ein sogenanntes Umnutzungsgesuch für den Pausenplatz beim Primarschulhaus an der Bahnhofstrasse stellen. Demnach dient der Platz jeweils ab 18 Uhr als Parkplatz. Die entsprechende Bewilligung sei nötig gewesen, damit die politische Gemeinde die Baubewilligung hat erteilen können, erklärt Beat Müller. Eine Auflage in der Baubewilligung betrifft zudem die Schutzräume in der Sporthalle. So dürfen diese ausschliesslich als Lager- und Schutzräume genutzt werden. «Das war aber ohnehin so vorgesehen», sagt Müller.

Linus KöppelSchulpräsident Eschlikon

Linus Köppel
Schulpräsident Eschlikon

«Nun überwiegt die Freude, dass wir bauen können», sagt Linus Köppel. Der Eschliker Schulpräsident erklärt aber auch, dass die Fertigstellung der Sporthalle die Basis für weitere Bauprojekte bildet:

«Die Sanierung der Mehrzweckhalle Bächelacker können wir erst anpacken, wenn die Sporthalle in Betrieb ist.»

Anderenfalls fehle der Schule in Eschlikon eine Turnhalle.

Weiterer Schulraum wird wohl nötig

Im Anschluss an die Sanierung der Mehrzweckhalle werden allenfalls bauliche Anpassungen am Primarschulhaus Blumenau fällig. «Wir klären momentan ab, welchen Bedarf an Schulraum wir dort künftig haben werden.» Dass in Eschlikon weiterer Schulraum benötigt wird, ist mit Blick auf die voraussichtliche Entwicklung der Anzahl Schüler durchaus wahrscheinlich. «Laut Statistiken des Kantons gehört Eschlikon zu den proportional am stärksten wachsendenden Schulgemeinden im Bezirk», sagt Linus Köppel.

Die Frage nach der Doppelrolle

 
Die neue Eschliker Sporthalle finanziert zum grössten Teil die Schulgemeinde – als Bauherrin – mit 6,63 Millionen Franken. Unterstützt wird sie durch die politische Gemeinde mit einem Beitrag von 2,52 Millionen Franken und der kostenlosen Abtretung der Baulandparzelle im Wert von 800'000 Franken an die Schulgemeinde. Gleichzeitig war es der Gemeinderat, der die
Baubewilligung für die Halle erteilte.

Dieser Aspekt, die Frage nach der Doppelrolle, sei auch in der Behörde diskutiert worden, berichtet Gemeinderat Peter Meier, der zudem als Gemeindevertreter Mitglied in der Baukommission für die Sporthalle ist. «Die Mitfinanzierung hat den Gemeinderat in seiner Meinungsbildung aber nicht
beeinflusst.»

Er selber sei, wenn das Thema in der Behörde behandelt wurde, in den Ausstand getreten und habe sich nicht dazu geäussert, sagt Meier. «Wir haben vorgängig beim Kanton abgeklärt, ob der Gemeinderat die Sporthalle bewilligen sollte.» Bei der Einsprache sei es hauptsächlich um das Thema Verkehr gegangen, nicht um den Bau an sich, erklärt Meier weiter. Alle zuvor kritisierten Punkte, etwa die Lichtverschmutzung, habe man vor dem Baubewilligungsverfahren bereits gut auffangen können. (rsc)