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Die Frauenfelder Stadträtin Elsbeth Aepli weiss: Gut Ding will Weile haben

Als einzige bisherige Frauenfelder Stadträtin tritt Elsbeth Aepli Stettler am 10. Februar nochmals an. Die Vorsteherin des Departements für Alter und Gesundheit wünscht sich Mut für Neues.
Stefan Hilzinger
Elsbeth Aepli Stettler an einem der Bewegungsgeräte im Alterszentrum Park. (Bild: Reto Martin)

Elsbeth Aepli Stettler an einem der Bewegungsgeräte im Alterszentrum Park. (Bild: Reto Martin)

Die Abkürzung ist wie gewöhnlich kryptisch: «AWIQ» – «Älter werden im Quartier», das Projekt im Kurzdorf, hat sich in den vergangenen Jahren dennoch zu einer Marke entwickelt. «Es ist ein Selbstläufer geworden», sagt Stadträtin Elsbeth Aepli Stettler.

Die Vorsteherin des Departementes für Alter und Gesundheit freut sich still. «Für den Kurzdorf-Träff gibt es nun sogar einen Trägerverein», sagt sie in ihrem Büro im Haus Sapone beim Alterszentrum Park. Amtsleiter Urban Kaiser sitzt nebenan und bestätigt ihre Nachfrage: Ja, der Verein werde demnächst gegründet.

Aepli ist sich sicher:

«Wir hätten die Leute kopfscheu gemacht, wenn wir von der Stadt ins Kurzdorf gekommen wären und gefordert hätten: Es braucht Strukturen, einen Trägerverein und so weiter.»

Positive Entwicklungen müssen langsam wachsen, hat sie die Erfahrung aus den ersten bald 16 Jahren als Stadträtin gelehrt. Nun strebt sie eine fünfte Legislatur an. Warum eigentlich? «Ich habe mich entschieden, nochmals anzutreten, bevor ich gewusst habe, dass nebst Christa Thorner auch Urs Müller und Ruedi Huber aufhören», sagt sie.

Gedrängt oder gar genötigt habe sie niemand. Nein. «Ich erlebe immer wieder Neues, darf mit motivierten Leuten zusammenarbeiten. Es gibt viele tolle Menschen, die sich im Bereich Alter und Gesundheit engagieren.»

Im Elternhaus mit Politik angesteckt

Seit 25 Jahren wohnt die aus Amriswil stammende Juristin und Rechtsanwältin in Frauenfeld, seit 20 Jahren im Langdorf. Rund zweieinhalb Tage ist sie als nebenamtliche Stadträtin tätig, zwei Tage in der Kanzlei. Die 54-Jährige ist Mitglied der CVP. «Ich entstamme einem christlich-sozialen Elternhaus. Politik war daheim immer ein Thema.»

Als Aepli 2003 Nachfolgerin von Parteikollegin Magrit Camenzind wird, gibt es in der damaligen Verwaltungsabteilung Gesundheit, ausser dem Heimbetrieb (damals ohne Name, einfach städt. Alters- und Pflegeheim), wenig Strukturen. Das Sekretariat teilt sich Aepli mit dem Heimleiter.

Mit der zunehmenden Bedeutung von Alters- und Gesundheitsfragen kam der Wunsch nach professionelleren Strukturen. «Hier sind wir mehr als ein Schritt weiter», sagt sie und verweist auf die im Herbst 2015 geschaffene Stelle des Amtsleiters Alter und Gesundheit.

Es gab damals im Gemeinderat auch Kritik wegen der Mehrausgaben. «Doch nun haben wir eigenes Know-how im Hause. Die Kosten für externe Beratung entfallen», hält Aepli dagegen. Die ebenfalls neu geschaffene Fachstelle für Altersfragen ist vorerst befristet bewilligt.

Das zweite Amt in ihrem Departement ist das Alterszentrum Park (AZP) mit Zentrumsleiter Bernhard Liepelt. Auch hier dreht sich häufig vieles um die Kosten. Aepli sagt dazu:

«Ich weiss, ich bin dann in der Presse, wenn wir die Tarife anheben müssen.»

Frauenfeld sei im Thurgau die einzige Gemeinde, bei der die Tarifhoheit nicht beim Stadtrat, sondern beim Parlament liegt. Das zu ändern, hat ihr der Gemeinderat verwehrt. Heute sieht sie den Umstand aber gar als Vorteil: «Wir können Tarifanpassungen nicht einfach im letzten Moment vor Ende Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschliessen. Die Anträge an den Gemeinderat brauchen Vorlauf. Dafür sind die Erhöhungen breiter abgestützt», sagt sie.

Departemente müssen zusammenarbeiten

Aeplis Ziele für die allfällige fünfte Amtszeit etikettiert sie mit «Mut für Neues», dazu gehören für sie etwa der Bau einer Stadtentlastung oder der Neubau des Hallenbades. Eine verträgliche Quartierentwicklung bleibt ihr ein zentrales Anliegen. «Im Kurzdorf ging es vor allem ums Älterwerden; im Ergaten-Talbach sind Migration und Integration die Brennpunkte.»

Und im Huben, wo im vergangenen Jahr eine Zukunftswerkstatt stattfand, präsentiere sich die Ausgangslage nochmals anders: Dort gehe es darum, die vielen Neuzuzüger-Familien ins wachsende Quartier einzubinden.

Eine Zusammenarbeit unter den Departementen und Ämtern, besonders mit dem Amt für Stadtentwicklung, dem Amt für Verkehr und den Sozialen Diensten, sei ein Gebot der Stunde. «Der Anstoss zu einer gezielten Quartierentwicklung muss aber von der Quartierbevölkerung oder den Quartiervereinen kommen. Es bringt die Stadt nicht voran, wenn wir so etwas von oben herab verordnen.»

Die Giraffe im Adventsfenster

In ihrem Wohnquartier, dem Langdorf, gibt es bisher noch keinen Quartiertreffpunkt. Die Zeit dafür muss noch reifen. «Doch wir haben es gut unter den Nachbarn. Man trifft und grüsst sich auf den Strassen», sagt sie.

In der Adventszeit zierte ein beleuchtetes Fensterbild Aeplis Wohnhaus an der Wielsteinstrasse. «Das haben uns die Nachbarn gemacht», sagt sie. Es zeigt eine Giraffe, nicht gerade ein typisches Weihnachtsmotiv. Es verweist auf das Reisen, das gemeinsame Hobby des kinderlosen Ehepaars Aepli Stettler.

Sie und ihr Mann Hansjörg Stettler, der frühere Frauenfelder Oberstaatsanwalt, reisen gerne, etwa nach Namibia zu den Giraffen oder auf Verwandtenbesuch nach Indonesien. «Nebst Anwaltsbüro und Stadtrat bleibt nicht viel Freizeit, umso mehr geniessen wir dann die Ferien.»

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