Die Frauenfelder Deppenfalle ist entschärft

Ein Blinklicht warnt seit Donnerstag Lenker mit zu hohen Fahrzeugen vor der niedrigen SBB-Unterführung an der Rheinstrasse in Frauenfeld

Stefan Hilzinger
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Ein Angestellter des kantonalen Tiefbauamts montiert die Schilder für die Warnanlage bei der Unterführung Rheinstrasse. Im Hintergrund blinkt das neu Stoppzeichen. (Bild: Stefan Hilzinger)

Ein Angestellter des kantonalen Tiefbauamts montiert die Schilder für die Warnanlage bei der Unterführung Rheinstrasse. Im Hintergrund blinkt das neu Stoppzeichen. (Bild: Stefan Hilzinger)

Erst am Sonntag war’s wiedermal so weit. Nach dem Mitsommerfest tappte ein Marktfahrer in die Falle. Sein Auto passte zwar noch in die Unterführung Rheinstrasse, der Anhänger aber war zu hoch und blieb an der Eisenbahnbrücke hängen. Verletzt wurde niemand, ist von der Thurgauer Kantonspolizei zu erfahren. Doch es entstand Sachschaden von rund 10'000 Franken.

Seit gestern ist die sogenannte Deppenfalle im Frauenfelder Stadtzentrum nun entschärft. Mitarbeiter des kantonalen Tiefbauamtes und der Firma Walter Signaltechnik aus Sulgen haben bei beiden Zufahrten Mess- und Warnanlagen installiert. Ein Laser misst herannahende Fahrzeuge aus.

Der letzte seiner Art? Nach dem Mitsommerfest am Sonntag blieb dieser Autofahrer mit seinem Anhänger hängen. (Bild: PD/Kantonspolizei Thurgau)

Der letzte seiner Art? Nach dem Mitsommerfest am Sonntag blieb dieser Autofahrer mit seinem Anhänger hängen. (Bild: PD/Kantonspolizei Thurgau)

Ist das Gefährt höher als 2,60 Meter, blinkt dann an der Brüstung der Eisenbahnbrücke ein Warnsignal unmissverständlich: «Stop! Höher als 2,6 m!». Damit genügend Zeit bleibt, um das Fahrzeug zu vermessen, den Lenker zu warnen und zu regieren, gilt für den Strassenabschnitt zwischen Rosenegg und Bahnhofplatz künftig Tempo 30 – eine Neuheit auf einer Thurgauer Kantonsstrasse

Zehn Zentimeter zusätzliche Reserve

Die Höhe ist künftig auf 2,6 Meter beschränkt, bisher waren es zehn Zentimeter mehr. «Wir wollten auf Nummer sicher gehen», sagt Peter Zollinger, Ressortleiter Verkehrs- und Elektrotechnik beim Tiefbauamt. Die Kosten für die Anlage betragen 50000 Franken.

Heuer feiert die siphonartige Bahnunterführung ihr 20-Jähriges. Seit 2002 bis Ende 2017 krachte es offiziell 57-mal. Wer in die Falle tappte, fand das naturgemäss nicht lustig. Denn der Selbstunfall geht ganz schön ins Tuch – und Unfallfahrer müssen mit einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft rechnen.