Die Fragezeichen zur Reorganisation der Politischen Gemeinde Eschlikon wurden mehr

Der Eschliker Gemeinderat will sich und die Verwaltung reorganisieren. Damit stösst er auf wenig Interesse.

Christoph Heer
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Gemeindepräsident Hans Mäder (rechts) referiert vor wenig Publikum.

Gemeindepräsident Hans Mäder (rechts) referiert vor wenig Publikum.

Bild: Christoph Heer

Der Eschliker Gemeinderat befasst sich seit längerem mit der umfangreichen Reorganisation der Politischen Gemeinde. Die Stimmberechtigten werden im kommenden März darüber abstimmen, ob unter anderem eine Geschäftsleitung innerhalb der Verwaltung entstehen soll.

Man habe einen schwierigen Prozess hinter sich, sagte Gemeindepräsident Hans Mäder zu Beginn des Informationsanlasses am Donnerstagabend. Lediglich 45 Interessierte haben dafür den Weg in die Aula des Schulhauses Mettlen gefunden. Das Thema dabei: äusserst komplex.

Gemeinderat kann Unsicherheiten klären

So ertönte denn in der abschliessenden Fragerunde als Erstes die Frage, ob man das ganze Prozedere der Reorganisation mit all seinen Fachausdrücken nicht vereinfacht darstellen könnte. Ein Anwesender sagte:

«Laien, wie ich es einer bin, verstehen mehr oder weniger nur Bahnhof.»

In der Tat wird zu Themen innerhalb der Reorganisation, also dem neuen Organisationsreglement, der neuen Kompetenzordnung oder dass die Verwaltung neu von einer Geschäftsleitung geführt werden soll, nur so mit Fachbegriffen um sich geworfen. In manch einem Gesicht der Anwesenden wuchsen die Fragezeichen, doch dem versammelten Gemeinderat gelang es zu diesem Zeitpunkt, zahlreiche Unsicherheiten zu klären und Fragen zu beantworten.

Kernpunkt der Reorganisation wird unter anderem das neue Führungsmodell, genauer das Geschäftsleitungsmodell, sein. Die Geschäftsleitung ist das operative Führungsorgan der Gemeinde, das sich aus dem Verwaltungsleiter und den Abteilungsleitern zusammensetzt. Die Geschäftsleitung vollzieht die Beschlüsse des Gemeinderats und koordiniert die abteilungsübergreifenden Projekte.

Gemeindepräsident Hans Mäder sagte:

«Der Verwaltungsleiter wirkt dabei als Vorsitzender der Geschäftsleitung.»

Das Organigramm der Gemeinde wird merklich verändert und gestrafft. Dahingehend werden fünf Abteilungen geschaffen. Einwohner- und Behördendienste, Finanzen und Steuern, Bau und Umwelt, Gesellschaft sowie Technische Betriebe.

Weniger Arbeitsaufwand für Gemeinderäte

Die Arbeit der Gemeinderäte wird dementsprechend verändert. Haben sie heute noch direkte Führungskompetenzen, soll es danach eher in Richtung Aufsichtsfunktion und Aufgaben in strategischer Führung gehen. Werner Ziegler erklärte, dass er in seinen ersten Jahren als Gemeinderat (ab 1999) auf einen jährlichen Aufwand von rund 600 Stunden kam:

«Heute sind es vielleicht noch etwa 180 Stunden. Ein Indiz dafür, dass diese Ämter an Reiz gewinnen und sich so mehr Bewerber für Kandidaturen entscheiden können.»

Thematisiert wurde mehrmals das Pensum des Gemeindepräsidenten. Die Rede ist dabei von 60 bis 80 Prozent. Das sei, im Gesamten gesehen, «weder Fisch noch Vogel», sagte ein Anwesender. Doch auch hierbei gilt, noch ist nichts in Stein gemeisselt, der Gemeinderat wünscht sich, dass die Eschliker Bürger mitdenken und sich mit ihren Ideen und Wünschen melden. Die öffentliche Vernehmlassung läuft noch bis am 31. Oktober. Bis dann liegen die Gemeindeordnung sowie die im Zusammenhang mit der Reorganisation relevanten Reglemente auf.