Die Evangelische Kirchgemeinde Steckborn ruft an die Urne

Aufgrund der Coronapandemie muss die Evangelische Kirchgemeinde Steckborn auf die Kirchgemeindeversammlung verzichten. Die Kirchbürger sollen nun an der Urne über die Rechnung befinden.

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Die evangelische Kirche in Steckborn.

Die evangelische Kirche in Steckborn.

(Bild: Meinrad Schade)

(red) Die Coronapandemie fordere die Evangelische Kirchgemeinde Steckborn wegen des bestehenden Veranstaltungsverbots vor allem beim kirchlichen Leben, aber auch im Hinblick auf die zu fällenden Beschlüsse. Dies schreibt die Evangelische Kirchgemeinde in einer Mitteilung.

«Da aktuell keine Gemeindeversammlungen möglich sind, hat der Kirchenrat am 24. März einen befristeten Beschluss gefasst, der es den Kirchgemeinden erlaubt, ihre Abstimmungen und Wahlen brieflich durchzuführen», heisst es weiter.

Da die Pfarrwahlkommission bald ihre Arbeit aufnehmen sollte und gemäss Gemeindeordnung an der Kirchgemeindeversammmlung gewählt werden müsse, nutze die Kirchenvorsteherschaft diese schriftliche Möglichkeit und setze für den 17. Mai schriftliche Wahlen und Abstimmungen an.

Nebst der Wahl der Pfarrwahlkommission würden die Erneuerungswahlen der Kirchenvorsteherschaft, der Rechnungsprüfungskommission und der Stimmenzähler durchgeführt.

«Ausserdem kommen die Rechnung 2019 und deren Gewinnverwendung zur Abstimmung.»

Um aufgrund der Coronapandemie keine Risiken einzugehen, sei im Einklang mit dem Kirchenratsbeschluss nur die briefliche Stimmabgabe möglich.

Ein Rücktritt und eine Kandidatin

Am 30. Juni 2020 geht die Legislaturperiode zu Ende, und die Kirchenvorsteherschaft muss neu bestellt werden. Es stellen sich alle Mitglieder zur Wiederwahl ausser Nino Battaglia, der nach vier Jahren Mitarbeit leider zurücktritt.

Es kandidieren: Martha Kuster (Präsidentin), Anna Regula Fehlmann (Pflegerin), Ursina Meli (Kirche, Kind und Jugend (KKJ)) und Wendy Dietrich. Für einen Sitz konnte derweil kein Kandidat gefunden werden. Die Pfarrpersonen sind von Amtes wegen Mitglieder der Vorsteherschaft.

Cynthia Justen, kandidiert für die Kirchenvorsteherschaft Steckborn.

Cynthia Justen, kandidiert für die Kirchenvorsteherschaft Steckborn.

(Bild: PD)

Den Stimmbürgern wird Cynthia Justen, Jahrgang 1993, als neue Kirchenvorsteherin vorgeschlagen. Bevor sie im Jahr 2004 nach Steckborn kam, hatte die Schweizerin mit ihrer Familie in Paraguay gelebt. Sie besuchte hier die Schulen und später die Handelsmittelschule in Frauenfeld. Nach einigen Umwegen studierte sie an der Fachhochschule für Soziale Arbeit in St. Gallen.

Nach ihrem Abschluss im März 2019 trat sie eine Stelle als Sozialarbeiterin und Teamleiterin im Steckborner Familiehuus an. Mit der Kirchgemeinde ist sie seit der Konfirmation verbunden. So habe sie das Jugendgottesdienst-Projekt «Backen für den Kranken» zusammen mit ihren Eltern geleitet.

Nach 13 Jahren guter, einvernehmlicher Zusammenarbeit hat sich das Pfarrehepaar Andreas und Sabine Gäumann in der Evangelischen Kirchgemeinde Arbon beworben und ist am 15. März gewählt worden. Deshalb haben Gäumanns ihren Rücktritt auf den 30. September eingereicht.

Die Kirchenvorsteherschaft wurde bereits anfangs Januar über die Wechselpläne orientiert, so dass frühzeitig Schritte für die Bildung einer Pfarrwahlkommission eingeleitet werden konnten. Bei den Anfragen wurde versucht, die unterschiedlichen Interessen der Kirchbürger zu berücksichtigen.

Folgende Personen kandidieren: Wendy Dietrich (Präsidium), Nadine Bühr Köstli, Erich Gächter, Susi Heger, Cynthia Justen, Martha Kuster, Ursina Meli, Felix Lieberherr, Verena Rieder-Engeli, Peter Röthlisberger, Margrit Rüedi, Martin Schweingruber, Uli Wolf und Andrea Zaugg (alle Mitglieder).

Jahresrechnung und Gewinnverwendung

Die Jahresrechnung 2019 schliesst bei einem Aufwand von 836'147 Franken und einem Ertrag von gut einer Million mit einem Ertragsüberschuss von 183’873 Franken ab. Dieser ist rund 139’000 Franken tiefer als budgetiert. Die Aufwandseite entspricht weitgehend den Budgetwerten.

«Die Kirchenvorsteherschaft schlägt vor, den Jahresgewinn vollumfänglich ins übrige Eigenkapital einzulegen.»

Das übrige Eigenkapital umfasse die finanzpolitische Reserve einer Kirchgemeinde und ist nicht zweckgebunden. Damit könnten auch allfällige Rückschläge bezahlt werden.

Das übrige Eigenkapital weist per Ende 2019 ohne Gewinnverwendung 500’644 Franken aus. Allerdings hat die Kirchgemeinde für 300‘000 Franken längerfristiges Fremdkapital aufzukommen. Schliesslich stehe auch eine kostspielige Turmrenovation an.

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