Die Chancen des EHC Frauenfeld auf einen Aufstieg sind nach dem plötzlichen Saisonende intakt

Am Donnerstag wurden alle Eishockey-Meisterschaften in der Schweiz beendet. Das hat auch Folgen für den 1.-Liga-Qualisieger aus dem Thurgau, der mitten in der Playoff-Finalserie gegen den EHC Wetzikon stand.

Matthias Hafen
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Noch am Dienstagabend kämpfte sich der EHC Frauenfeld (Captain Nino Fehr, Goalie Remo Oehninger und Pascal Rieser, von links) eindrücklich in die Finalserie gegen Wetzikon zurück und gewann das Heimspiel 3:2.

Noch am Dienstagabend kämpfte sich der EHC Frauenfeld (Captain Nino Fehr, Goalie Remo Oehninger und Pascal Rieser, von links) eindrücklich in die Finalserie gegen Wetzikon zurück und gewann das Heimspiel 3:2.

Mario Gaccioli (10. März 2020)

Nach dem sofortigen Ende der Eishockey-Saison in der Schweiz hängt der EHC Frauenfeld in der Luft. Der Qualifikationssieger der 1.-Liga-Ostgruppe wäre am Donnerstagabend zum vierten Finalspiel in Wetzikon angetreten, muss nun aber tatenlos ausharren.

Weil das Corona-bedingte Saisonaus mitten in die Best-of-five-Serie um den Titel in der Ostgruppe fiel, steht die 1. Liga nun mit drei aufstiegswilligen Clubs da, die ihre Ansprüche nicht mehr auf dem Eis ausmarchen können. Am Freitag soll entschieden werden, wie es punkto Auf- und Abstieg in der National League respektive Swiss League weitergeht. Die Regio League, zu der auch Frauenfeld gehört, will indes erst im Verlauf der nächsten Woche Entscheidungen treffen.

Auch der HC Thurgau hat Interesse an Frauenfelds Aufstieg

Für den EHC Frauenfeld steht viel auf dem Spiel. Die Thurgauer wollen unbedingt in die MySports League aufsteigen, um dort ab nächster Saison das Farmteam des HC Thurgau zu bilden. Die Promotion haben aber auch Wetzikon und Franches-Montagnes, Gewinner der 1.-Liga-Westgruppe, im Sinn.

Im Schweizer Eishockey ist es Usus, die Ligen stets von unten aufzufüllen, solange es Platz hat und aufstiegswillige Clubs bereitstehen. Insofern wird es eine Auswirkung haben, was für die National League respektive Swiss League entschieden wird.

Ein Szenario ist, dass der EHC Kloten als Swiss-League-Qualisieger in die NLA gehievt wird und die Saison 2020/21 in der höchsten Liga mit 13 Teams ausgetragen wird. Nimmt die Swiss League dann die aufstiegswilligen Martigny und Basel aus der MySports League auf, wären es auch dort 13 Teams für 2020/21. Das wiederum würde drei freie Plätze in der MySports League ergeben, weil Düdingen bereits vor dem Saisonabbruch als Absteiger festgestanden hatte. So würden alle aufstiegswilligen 1.-Ligisten in der MySports League Unterschlupf finden.

Gute Karten trotz 1:2-Rückstand im Playoff-Final

Es gibt aber eine Reihe weiterer Szenarien, die für den EHC Frauenfeld nicht alle gleich vorteilhaft sind. Weil die Thurgauer jedoch schon die Qualifikation gewonnen haben in der 1.-Liga-Ostgruppe, können sie trotz 1:2-Rückstand in der nicht fertiggespielten Finalserie ein gewichtiges Argument für den Aufstieg ins Feld führen – das im Gegensatz zum Zweitplatzierten Wetzikon. Sicher ist: Wird Frauenfeld mit dem plötzlichen Saisonende des Aufstiegs respektive der Aufstiegschance auf sportlichem Weg beraubt, will sich der Club mit allen Mitteln zur Wehr setzen.