Die Bücher über Thurgauer Kunstdenkmäler sind digitalisiert – und mit 360-Grad-Bildern ergänzt

Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) hat 139 Kunstdenkmäler-Bände der Schweiz digitalisiert und ins Internet gestellt – so auch die neun Ausgaben über den Kanton Thurgau. Eine massgeschneiderte Suchmaschine basiert auf Algorithmen für künstliche Intelligenz.

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Zur Klosterkirche Münsterlingen gibt es eine 360-Grad-Ansicht.

Zur Klosterkirche Münsterlingen gibt es eine 360-Grad-Ansicht.

Bild: Andrea Stalder

(red) Seit knapp 100 Jahren lässt die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) landesweit die Baukultur, Kunst und Geschichte wissenschaftlich erforschen. Das Ergebnis wird allgemein verständlich in der Buchreihe «Die Kunstdenkmäler der Schweiz» dargestellt.

Nun hat die GSK die 139 Bände digitalisiert und ins Internet gestellt – so auch die bisher neun Ausgaben über den Kanton Thurgau. Drei weitere Bände über den Thurgau sind gemäss einer Mitteilung des Amts für Denkmalpflege geplant.

Das Werk der GSK umfasst 65'000 Seiten, darunter 4300 über den Thurgau. Die digitalisierte Form ist kostenlos zugänglich. Dadurch wird die Recherche wesentlich erleichtert, da in den zur Verfügung gestellten PDF-Dokumenten das zeitraubende Blättern und Suchen in den Büchern entfällt.

Algorithmen und künstliche Intelligenz

In einem nächsten Schritt werden zurzeit die Inhalte jedes Bandes verschlagwortet und geolokalisiert, das heisst mit geografischen Koordinaten versehen. Dadurch können neue Zusammenhänge erschlossen und Gesamtübersichten auf Karten erstellt werden, was bisher wegen des riesigen Aufwands nur eingeschränkt möglich war. So können beispielsweise sämtliche Bauwerke, an denen ein bestimmter Künstler mitgewirkt hat, oder alle Bauwerke einer bestimmten Epoche oder eines bestimmten Bautyps schweizweit dargestellt werden. Bis 2027 – zum hundertjährigen Bestehen der Buchreihe – soll das Digitalisierungsprojekt abgeschlossen sein.

Damit die erweiterten Abfrage- und Auswertungsfunktionen überhaupt möglich sind, hat die GSK in Zusammenarbeit mit Spezialisten eine eigene, massgeschneiderte Suchmaschine entwickelt, die auf Algorithmen für künstliche Intelligenz basiert.

Drei Thurgauer Bauwerke bereits mit 360-Grad-Bild

360-Grad-Bilder ergänzen die Informationen zusätzlich. Drei Innenräume von Thurgauer Bauwerken können bisher auf diese Weise erkundet werden: der Salon im Schloss Berg, die St.Leonhardskapelle in Landschlacht und die Klosterkirche in Münsterlingen.

Eine bereits in früheren Jahren eingeführte Neuerung ist die Publikation der Kunstdenkmäler-Bände als E-Books. Anstelle der gedruckten Bücher kauft man eine elektronische Version, die auf ein Tablet oder einen E-Reader geladen wird. Die letzten beiden Thurgauer Bände sind in dieser Form erhältlich.

Der Kanton Thurgau macht mit dem «Hinweisinventar Bauten» bereits selber Informationen im Internet frei verfügbar. In der Medienmitteilung heisst es, damit «verfügt der Thurgau über zwei erstklassige Informationsquellen, die das vielfältige bauhistorische Erbe des Kantons nun noch besser erlebbar machen».

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