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Glosse

Die besten Pointen schreiben die Hinterthurgauer Parteien

Südsicht auf die Farbe Grün im Wahlkampf - und ein verschämter Seitenblick auf die Farbe Braun.
Olaf Kühne
Olaf Kühne(Bild: Peter Pfistner)

Olaf Kühne
(Bild: Peter Pfistner)

Man traut sich bei Tageslicht kaum noch auf die Strasse mit seinem Sechszylinder. Kaum ist Wahljahr, sind alle grün. Aber so richtig. Biodiversitätsboxen (die gibt’s wirklich!) spriessen an den überraschendsten Stellen aus dem Asphalt, Schulhäuser sind plötzlich ökologisch und nachhaltig – und Bäche werden schier bis aufs Grundwasser freigelegt.

Zugegeben, ganz alles kann man dann doch auch wieder nicht dem Wahljahr ankreiden. So spukte die Idee, das Eschliker Industriegebiet Riet zu entwässern, schon durch die Munizipalgemeinde
Sirnach, ist also schon fast prähistorisch. Und darüber, dass just die Grünen zur Begehung des abgeschlossenen Projektes einladen, lässt sich auch schwerlich lästern. Grüne machen halt nun mal grüne Sachen, während der ganzen Legislatur, nicht nur im Wahljahr.

Bevor uns nun die ganze Chose wie ein wackliges Kartenhaus zusammenkracht, reiten wir lieber weiter auf der Biodiversität rum. Die ist derzeit nämlich omnipräsent. Und weil das Ding mit den Bienli und Blüemli – also das Bio-, nicht das andere Zeugs – so super herzig ist, lässt es sich politisch auch ziemlich unverdächtig ausschlachten. Klar, mit der anderen Diversität lässt sich auch Wahlkampf betreiben. Aber eher, wenn man sie pfui findet. Dann ist man aber nicht grün, sondern braun. Doch darum geht es heute nicht.

Kommenden Montag lädt die CVP nach Gloten zu einem Podium über das künftige Gewerbegebiet Wil West. Ob dort dereinst ein grüner Flecken freibleiben wird oder ob es doch die eine oder andere Biodiversitätsbox braucht, wissen wir noch nicht. Laut der christdemokratischen Einladung entsteht östlich Münchwilens aber ein «Standort mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität». Da sollten selbst die heikelsten Bienen nichts zu meckern haben.

Wer nach dem CVP-Podium noch einen Rest an Nerven
für Wahlkampf hat
, wird gleich am Dienstag von der FDP bedient. In Eschlikon werden die Liberalen dann erklären, dass – Originalzitat – «Biodiversität ein freisinniges Uranliegen ist». Die besten Pointen liefert eben immer noch das Leben selbst.

Sollten wir nun noch eine Partei vergessen haben, die in diesem Wahljahr auch grün unterwegs ist, entschuldigen wir uns an dieser Stelle präventiv. Das ökologische Engagement dieser Gruppierung werden wir selbstverständlich nachliefern.

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