Die Berlinger Stimmbürger schnüren für kommendes Jahr ein ziemlich dickes Investitionspaket

Leicht rote Zahlen: Die Politische Gemeinde Berlingen inklusive Schule rechnet für kommendes Jahr bei einem Aufwand von 5,4 Millionen Franken mit einem kleinen Defizit von gut 90'000 Franken. 

Margrith Pfister-Kübler
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Berlingen am Untersee.

Berlingen am Untersee. 

Bild: PD

«Danke für Ihr Vertrauen. Das ist nicht selbstverständlich.» Das sagte Gemeindepräsident Ueli Oswald am Schluss der Budgetgemeinde am Montagabend, erstmals in neuer Besetzung. 102 von 574 Stimmberechtigten waren gekommen, eine demokratische Vorzeigebeteiligung. Diese Erkenntnis belegte auch kritisches Nachfragen, einfach Durchwinken gibt’s nicht bei den Berlingern.

Der Tenor: Werterhaltung, Investitionen und beste Lösungen finden, etwa mit 45'000 Franken für die Beleuchtung in der Unterseehalle und die Installation eines WLAN-Netzes im ganzen Gebäude. Mit grossem Mehr gab’s grünes Licht. Die Investition von 121'000 Franken für die Erneuerung der Beleuchtung sowie Erweiterung der Informatikmittel der Schulzimmer wurde einstimmig angenommen, allerdings erst nach Klärung, ob 80'000 Franken «nur für die Lampen menschenmöglich» sei. Oswald sagt:

«Wir werden noch Offerten einholen.»
Gemeindepräsident Ueli Oswald in Fahrt.

Gemeindepräsident Ueli Oswald in Fahrt.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Als «kein Luxus» wurde die Sanierung des Flurwegs Widegasse, der die Langgasse und die Harzenmoosstrasse verbindet, vorgestellt. Es geht um die Fahrsicherheit und die Kanalisierung des Wassers entlang des steilsten Stücks (Hohlgasse), beim «schönsten Bänkli des Dorfs».

Grosse Einigkeit im Sinne des Gemeinderats

Einstimmig wurde der Kredit von 65'000 Franken genehmigt. Ein Ja ohne Gegenstimme gab es zum Kreditantrag von 150'000 Franken für die Erneuerung und Ergänzung der Steuerungsanlage des Seewasserwerks und der Wasserversorgung.

Für die Revision der Kommunalplanung wurden Gesamtkosten von 120'000 Franken einstimmig bewilligt. Oswald dazu:

«Der Kanton will nicht, dass wir uns zu sehr entwickeln, er will uns eher unter eine Glasglocke stellen. Deshalb müssen wir aufzeigen, wie wir uns das vorstellen.»

Bei dieser Planung sind unter anderem alt Gemeindepräsident Heinz Kasper, die Winzerin Liselotte Füllemann und die Fachplaner Winzeler + Bühl dabei. Die Entwürfe liegen zur Vernehmlassung Ende 2020 vor. Oswald rief dazu auf, sich einzubringen, um richtungsweisende Entscheidungen mitzutragen. Einstimmig genehmigt wurde auch das Kreditbegehren von 132'000 Franken für die Vorinvestitionen neue Trafostation und Zuleitung an der Haldenstrasse sowie die Erschliessung der Verteilkabine Schützenhausstrasse.

Noch bleibt der Steuerfuss bei 110 Prozent

«Momentan bleiben wir bei einem Gesamtsteuerfuss von 110 Prozent. Wir bräuchten aber 115 Prozent», sagte Gemeindepräsident Ueli Oswald zum Budget. «Meine Vorgängerin Annemarie Moret hat mir allerdings mit auf den Weg gegeben, endlich die Steuern zu senken.» Gemäss Finanzplan werde sich der Steuerfuss aber bei 115 Prozent einpendeln, trotz guter Steuerkraft. Höher seien die Abgaben an den Kanton. Einstimmig genehmigt wurde das Budget der politischen Gemeinde Berlingen inklusive Schule und Werke mit einem Minus von 94'431 Franken bei einem Aufwand von 5,39 Millionen. (kü)

Obwohl sich die Stimmbürger investitionswillig zeigten, wurde der Budgetposten «Dienstleistungen Dritter» besonders hinterfragt. «Ich sehe eine Verdoppelung», sagte ein Votant. Auch der Posten Rechtsberatung (10'000 Franken) liess aufhorchen. Oswald:

«Je mehr wir bauen, desto mehr Rechtsberatung brauchen wir.»

In der Bauverwaltung sind unter «Dienstleistungen Dritter 45'000 Franken im Budget. Hier lautete die Antwort: «Steckborn bearbeitet die Baugesuche.» Auf die Nachfrage nach dem Ersatz der Pfähle Schifflände und Steg Seestern, sagte Oswald: «Erfolgt noch im 2019.» Ist ja erst Dezember.

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Ein potenzieller Nachfolger für Berlingen

An der Gemeindeversammlung kündigte Ueli Oswald an, dass er für das Amt des Gemeindepräsidenten kandidiert. Das Budget sowie einen Kredit über 225'500 Franken für die Sanierung der Eschlibachstrasse segneten die Anwesenden einstimmig ab.
Rahel Haag