Die Belastungsgrenze der Münchwiler Kläranlage ist erreicht

Die ARA Münchwilen erhält eine grössere Reinigungskapazität. 7,2 Millionen Franken kostet der erste Ausbauschritt.

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2021 starten Ausbau und Sanierung der Münchwiler Kläranlage.

2021 starten Ausbau und Sanierung der Münchwiler Kläranlage.

Bild: Olaf Kühne

(red/kuo) In Aadorf ist der Ausbau der Kläranlage längst in vollem Gange. Nun zieht Münchwilen nach. Verantwortlich hierfür sind die Delegierten des Abwasserverbandes Oberes Murgtal (AVOM), sie haben an ihrer Versammlung für einen ersten Ausbauschritt einen Kredit von 7,2Millionen Franken bewilligt.

Dem AVOM sind die Gemeinden Bettwiesen, Braunau, Eschlikon, Fischingen Münchwilen und Sirnach sowie die Stadt Wil mit dem Ortsteil Bronschhofen angeschlossen. Die ARA Münchwilen ist seit 1975 in Betrieb. Von 1999 bis 2002 dann wurde die Reinigungskapazität der ARA Münchwilen auf 25000 sogenannte Einwohnergleichwerte ausgebaut. Heute ist die Anlage mit 28000 Einwohnergleichwerten belastet.

Damit ist die hydraulische und biologische Belastungsgrenze erreicht und es wird ein weiterer Kapazitätsausbau auf 38000 Einwohnergleichwerte erforderlich. Gleichzeitig haben verschiedene Anlageteile das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht und müssen erneuert oder ersetzt werden.

Vorerst keine zusätzlichen Becken

Für diesen Kapazitätsausbau müssen die bestehenden Klärbecken der ARA Münchwilen nicht erweitert und es müssen keine zusätzlichen Becken nebenan gebaut werden. Die bestehenden Becken der biologischen Reinigungsstufe werden mit einem Hybridwirbelbett-Verfahren ergänzt. Mit diesem Verfahren wird deutlich mehr Oberfläche als heute gewonnen, an welcher sich die Bakterien festsetzen können, welche die biologische Reinigung des Abwassers vornehmen. Erneuert werden das Einlaufwerk, die Pumpen- und Filteranlagen sowie die Becken der Belüftungsanlagen.

Die Finanzierung der nun beschlossenen Ausbau- und Sanierungsmassnahmen erfolgt aus dem Eigenkapital des AVOM sowie aus Kreditaufnahmen durch den AVOM am Finanzmarkt. Die Betriebskosten sowie die Finanzierungskosten für die Erweiterung und Erneuerung der ARA Münchwilen werden durch den Kostenteiler unter den Gemeinden anteilsmässig nach ihren Einwohnergleichwerten aufgeteilt. Der Ausbau und die Erneuerungsarbeiten sind im Zeitraum von 2021 bis 2022 vorgesehen.

Anschliessend folgt jedoch sogleich die Planung der nächsten Ausbaustufe: Um dem 2016 revidierten Gewässerschutzgesetz gerecht zu werden, benötigt die Münchwiler ARA künftig eine zusätzliche Reinigungsstufe, welche mindestens 80 Prozent der Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser entfernt. Diese zusätzliche Reinigungsstufe soll indes erst geplant werden, wenn die kapazitätserweiterte und erneuerte ARA stabil in Betrieb ist. Zudem will die Betriebskommission mehr Sicherheit darüber gewinnen, welche der Verfahren zur Elimination der Mikroverunreinigungen die beste Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit hat, um dann 2023 mit der Planung zu starten.