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Sie sagen am 20. Oktober Ja zum Münchwiler Liegenschaften-Verkauf

Ein fünfköpfiges Komitee argumentiert für den Verkauf der Liegenschaften an der Münchwiler Waldeggstrasse: Eine Sanierung würde zu hohe Kosten verursachen und der Verkaufserlös ermögliche überhaupt einen Werkhof-Neubau.
Roman Scherrer
Das Pro-Komitee beim alten Werkhof: Hanspeter Wehrle, Adrian Werder, Patrick Hubmann, Markus Meienberger und Armin Sutter. (Bild: Roman Scherrer)

Das Pro-Komitee beim alten Werkhof: Hanspeter Wehrle, Adrian Werder, Patrick Hubmann, Markus Meienberger und Armin Sutter. (Bild: Roman Scherrer)

Die Reaktion kam schnell. Nachdem Ende vergangener Woche die Münchwiler SVP und die Grünen mit einem Flyer für ein Nein zum Verkauf der drei gemeindeeigenen Liegenschaften warben, hat am Dienstag ein fünfköpfiges Pro-Komitee seine Argumente dargelegt. Zu diesem Zweck haben Patrick Hubmann, Markus Meienberger, Armin Sutter, Hanspeter Wehrle und Adrian Werder zur Medienorientierung in den Alfred-Sutter-Park eingeladen.

Zu den fraglichen Liegenschaften am gegenüberliegenden Murgufer sagt Hubmann: «Wir haben gespürt, dass in der Bevölkerung einiges unklar ist. Für uns ist aufgrund der Faktenlage alles klar.» Deshalb habe man ein Pro-Komitee gegründet. Dieses tritt ohne Parteifarben auf.

Hanspeter Wehrle hat Münchwilens Wachstum seit seiner Kindheit mitverfolgen können. «Erst etwa um das Jahr 2000 hat man begonnen, im Zentrum zu bauen», sagt er. Vermehrt seien dabei alte «Schandflecken» durch neue Bauten abgelöst und so das Zentrum aufgewertet worden.

Die fraglichen Häuser an der Waldeggstrasse seien wegen des schlechten Zustands nicht mehr bewohnbar.

«Und die Arbeitsplätze des Werkhofs sind unter aller Kanone.»

Deshalb sei es sinnvoll, das Zentrum weiterzuentwickeln. «Die erforderlichen Aufwände für die Sanierung der Liegenschaften wären viel zu hoch», ergänzt Armin Sutter. Ins gleiche Horn stösst Markus Meienberger:

«Der Erlös aus dem Landverkauf ermöglicht den Bau eines neuen Werkhofs, ohne dass man neue Schulden machen muss.»

Zudem bringe der öffentliche Weg durch die geplante Überbauung einen Mehrwert für die Bevölkerung. Allgemein steht das Komitee dem Projekt «Riverenza» – eine Überbauung mit drei Mehrfamilienhäusern – der HRS Real Estate AG positiv gegenüber.

Die Kritik der Vorlagen-Gegner, die vorgesehenen Kompaktfassaden würden regelmässig mit Bioziden behandelt, die anschliessend in die Murg gelangen, lassen sie nicht gelten. «Dabei kommt gemäss den kantonalen Verordnungen kein umweltschädliches Gift zum Einsatz», sagt Hubmann. In der Baubewilligungsphase bestehe zudem die Möglichkeit, auf einzelne Punkte Einfluss zu nehmen.

Gemeinderat will keine Mietlösung für Werkhof

Für den neuen Werkhof prüfte der Münchwiler Gemeinderat drei Varianten: Einen Anbau an das Feuerwehrgebäude, einen Neubau auf einem separaten Grundstück und eine Einmietung. Am Dienstag gab die Behörde bekannt, dass die Variante Einmietung nicht weiterverfolgt wird. Der Gemeinderat halte gemeindeeigene Infrastruktur für die beste Lösung. «Diverse Gründe» würden gegen die Einmietung des neuen Werkhofes bei privaten Unternehmungen sprechen.

«Einerseits wünscht sich der Gemeinderat für den neuen Werkhof eine dauerhafte Lösung und anderseits entstehen bei Mietverträgen immer Abhängigkeiten», schreibt die Behörde in ihrer Mitteilung. Zum Konzept des Gemeinderates gehöre, dass nicht betriebsnotwendige Immobilien veräussert werden und die betriebsnotwendigen Einrichtungen im Eigentum der Gemeinde sind.

Das Nein-Komitee sah zudem einen Werkhof-Anbau ans Feuerwehrgebäude nicht als Option. Dadurch würden die Landreserven der Feuerwehr verbraucht. Adrian Werder, bis vor knapp einem Jahr noch Münch­wiler Feuerwehrkommandant, sagt:

«Als ich Kommandant war, ist eine Landreserve nicht nötig gewesen.»

Über den neuen Werkhof-Bau werden die Münch­wiler Stimmbürger in rund einem Jahr befinden.

Dass Riverenza im Wettbewerb nicht als bestes Projekt beurteilt wurde, aber dank des höchsten gebotenen Landkaufpreises von 3,4 Millionen Franken als Sieger hervorging, ist für das Pro-Komitee – im Gegensatz zu den Vorlagen-Gegnern – kein Argument. «Die Kriterien waren bekannt. Man hätte sie zu Beginn anpassen können, wenn man nicht einverstanden gewesen wäre», sagt Hubmann. Diese Möglichkeit sei aber von den Gegnern nicht genutzt worden.

CVP sagt «Ja, aber»

An einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung hat die Münchwiler CVP in der vergangenen Woche über den Verkauf der drei Gemeindeliegenschaften an der Waldeggstrasse beraten. Eine Mehrheit unterstützte den Antrag des Gemeinderates mit einem «Ja, aber», schreibt die Partei in ihrer Mitteilung. Die Strategie des Gemeinderates, zuerst den Verkauf der Liegenschaften zur Abstimmung zu bringen, ohne dass der Standort für den Neubau des Werkhofs bekannt ist, sei kontrovers diskutiert worden.

Mehrheitlich waren sich die Münchwiler Christdemokraten einig, «dass die Abstimmung über den Verkauf der drei Liegenschaften nicht unabhängig betrachtet werden darf». Um Synergien nutzen zu können, müsse sie mit dem Neubau des Werkhofes und der Sammelstelle beim Feuerwehrdepot verknüpft werden.

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