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«Die Artisten hätten mehr Publikum verdient»: Zirkus Stey zeigt sein Programm mit viel Akrobatik in Weinfelden – wegen Corona vor wenig Publikum

Im Rahmen seiner Tournee «Stey bleibt Stey» gastierte der Zirkus Stey mit seinem mitreissenden Programm auf der Freudigerwiese. Vor allem die scheinbare Einfachheit des Programms gefiel den Zuschauern. Die Artisten erhielten für ihre Aufführungen viel Lob. Clowns strapazierten die Lachmuskeln in den Umbaupausen.

Monika Wick
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Clowns unterhielten die Zuschauer mit ihren Witzen während den Umbaupausen.
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Hoch oben unter dem Zirkuszelt zeigt die Akrobatin ihr Können.
Auch die kleinsten aus der Familie Stey stehen schon in der Manege.
Waghalsige Kunststücke auf wackligem Untergrund.
Weinfelden TG , 15.08.2020 / Zirkus Stey Tournee 2020. Vorstellung in Weinfelden.
Nur eine Nummer war mit Tieren: Die Ponys zeigten ihre Kür in der Manege.
Weinfelden TG , 15.08.2020 / Zirkus Stey Tournee 2020. Vorstellung in Weinfelden.
Erfischung gefällig? Die Clowns des Zirkus Stey

Clowns unterhielten die Zuschauer mit ihren Witzen während den Umbaupausen.

Bild: Donato Caspari (Weinfelden, 15. August, 2020)

«Ein grosser Dank gilt dem Publikum. Nur dank Ihnen kann der Zirkus weiter bestehen», sagt Martin Stey, Direktor des gleichnamigen Zirkus am Ende der Vorstellung vom Samstagabend. Trotz der coronabedingten Sitzplatzsperrungen hätten im neuen Zelt des Traditions­zirkus noch viel mehr Zuschauer einen Platz gefunden.

Jenen aber, die den Weg zur Freudigerwiese gefunden haben, bieten die Artisten unter dem Motto «Stey bleibt Stey» ein solides und abwechslungsreiches Programm, in der die Leidenschaft zum Zirkus spürbar ist.

Zum Auftakt zeigt Simone-Irene-Mirelle Stey, dass keiner zu klein ist, ein Artist zu sein. Das kleine Mädchen gehört zur jüngsten Generation der Zirkusdynastie und ihr Herz schlägt offensichtlich schon stark für das Showbusiness. Furchtlos schwingt sie am Trapez, zeigt Bodenakrobatik und voltigiert kraft- und schwungvoll mit einem Pony. Für stockenden Atem sorgt im Anschluss Yuri Caveagna. Der italienische Artist balanciert auf Händen und Füssen auf atemberaubend hohen und zudem instabilen Türmen aus Rollen und Podesten.

Die Artisten hielten mit spektakulären Nummern das Publikum in Atem. Die Aufführung in Weinfelden gefiel den Zuschauern.

Die Artisten hielten mit spektakulären Nummern das Publikum in Atem. Die Aufführung in Weinfelden gefiel den Zuschauern.

Bild: Donato Caspari (Weinfelden, 15. August 2020)

Für zusätzliche Dramatik sorgt das vier Mann starke Orchester, das seine Musik genau auf das Geschehen in der Manege abstimmt. Das Programm des Zirkus Stey kommt fast ohne Tiernummern daher. Einzige Ausnahme bilden die sechs Ponys, die ihre Kür unter der Leitung von Direktorsgattin Mia Stey zeigen. «Haben Sie ihren Mann auch so dressiert?», erkundigt sich ein Mann lachend.

Clowns strapazieren Lachmuskeln

Auch während der Umbauarbeiten in der Manege kommt beim Publikum keine Langeweile auf. Die Clowns Steevy, Luc sowie Martin Stey strapazieren gekonnt die Lachmuskeln des ­Publikums. Für Nachfolge ist auch bei den Clowns schon gesorgt. Spielerisch mischt schon Rolf-Julian, der jüngste Stey-Spross, mit.

In der Pause führen sich die Zirkusbesucher Popcorn, Zuckerwatte und viele andere Speisen zu Gemüte, die in Zirkusatmosphäre gleich doppelt so gut schmecken. Allenthalben sind Leute zu hören, die vom Programm schwärmen und seine scheinbare Einfachheit schätzen.

«Ich bedaure, dass nicht mehr Zuschauer gekommen sind, die Artisten hätten es so verdient», sagt eine Besucherin. Auch nach der Pause jagt ein Höhepunkt den anderen. Etwa Artistin Cindy Beautour, die scheinbar mühelose zahlreiche Hula-Hop-Reifen um ihren Körper kreisen lässt, oder der mexikanische Jongleur, der in horrendem Tempo Keulen, Bälle oder Hüte durch die Luft wirbelt.

Martin Stey, Zirkusdirektor.

Martin Stey, Zirkusdirektor.

Bild: Mario Testa

Martin Stey zeigt sich zufrieden mit der Vorstellung und dem Zuschauerauflauf. Er sagt.

«Grundsätzlich sind wir froh, überhaupt wieder auftreten zu dürfen.»

Und der Zirkusdirektor fügt hinzu: «Die Sicherheitsauflagen bedeuten einen grösseren Aufwand, aber den nehmen wir gerne in Kauf.»

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