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Die Anzahl leerer Wohnungen steigt im Thurgau weiter an

Im Thurgau stehen 2,65 Prozent der Wohnungen leer. Das ist schweizweit der zweithöchste Wert.
Silvan Meile

«Einen Monat gratis wohnen!» Das verspricht ein Inserat zukünftigen Mietern einer Wohnung «an idyllischer Lage in Steckborn». Solche Anreize werden von Immobilienbesitzern immer öfter geschaffen. Denn im Thurgau lassen sich Wohnungen nicht mehr so leicht vermieten. Im Städtchen am Untersee stehen 7,9 Prozent der Wohnungen leer. Das ist die höchste Quote im Kanton. Auch in Sommeri (6,3 Prozent), Wagenhausen (5,9) oder Amriswil (5,7) sind derzeit auffallend viele der Wohnungen unbewohnt.

Unter Druck geraten rund 20 Jahre alte Wohnungen

3575 Wohnungen stehen am Stichtag Mitte 2019 im Thurgau leer, wie das Thurgauer Amt für Statistik am Montag mitteilt. Davon seien 87 Prozent zur Miete ausgeschrieben, die restlichen zum Verkauf. Der Thurgau weist somit einen Leerwohnungsbestand von 2,65 Prozent auf. So hoch war dieser Wert seit 18 Jahren nicht mehr. Und er ist aktuell deutlich über dem nationalen Schnitt von 1,66 Prozent. Der landesweite Vergleich zeigt sogar, dass nebst dem Thurgau nur der Kanton Solothurn eine noch höhere Leerwohnungsquote aufweist. Dort sind 3,4 Prozent der Immobilien unbewohnt.

Werner Fleischmann, Immobilienfachmann und Vizepräsident des Thurgauer Hauseigentümerverbands (HEV), zeigt sich wenig überrascht von den aktuellen Zahlen. Traditionell sei im Thurgau der Leerwohnungsbestand hoch. Einst war der Grund eher im Strukturwandel der Städte Arbon und Romanshorn zu finden. Heute sind die regen Bautätigkeiten ausschlaggebend. Der abgeschwächte Bevölkerungszuwachs hat zur Folge, dass derzeit tendenziell mehr Wohnungen gebaut werden, als Neuzuzüger in den Thurgau umsiedeln.

Keine Wohnung in Schönholzerswilen

Dennoch zeigt die Statistik, dass es nicht neugebauter Wohnraum ist, der hauptsächlich leer steht. «Nur gerade 468 oder 13 Prozent der 3575 leerstehenden Wohnungen wurden in den vergangenen zwei Jahren fertiggestellt», schreibt die Dienststelle für Statistik. Fleischmann weiss: Unter Druck geraten hauptsächlich Mietwohnungen in Liegenschaften, die rund 20 Jahre alt sind. Ihr Ausbaustandard ist in die Jahre gekommen, dennoch grenzen sie sich preislich von den neugebauten Wohnungen zu wenig stark ab. Fleischmann sagt:

«Das bewegt viele Mieter zum Umzug in eine modernere Wohnung, die allenfalls weniger Nebenkosten verursacht.»

Entsprechende Nachmieter zu finden, kann zur Herausforderung werden. Kaum unter Druck geraten würden Einfamilienhäuser oder Wohnungen im tiefen Preissegment.

Unter den Bezirken im Thurgau weist Arbon den höchsten Leerbestand an Wohnungen auf (2,94 Prozent). Am tiefsten ist die Quote im Bezirk Kreuzlingen mit 1,97 Prozent. Unter den Gemeinden sind die Unterschiede gross. Dem hohen Wert von 7,9 Prozent in Steckborn stehen die besonders tiefen Zahlen von Tägerwilen (1,0 Prozent) und Frauenfeld (1,5 Prozent) gegenüber.

In einzelnen kleinen Gemeinden fällt der Leerwohnungsbestand gemäss kantonaler Statistik gar unter ein Prozent. Den tiefsten Wert haben Homburg (0,2 Prozent) oder Wuppenau (0,4). Besonders schwierig wird es für Wohnungssuchende in Schönholzerswilen und Hohentannen. Dort beziffert der Kanton die Quote auf 0,0 Prozent.

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