Die Anden beginnen im Thurtal bei Hüttlingen

In Eschikofen eröffnet am Freitag ein Restaurant mit peruanischen Spezialitäten.

Stefan Hilzinger
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Koch Willibaldo Alarcón und Wirt Rodolfo Facundo mit Maskottchen in der Gaststube. (Bild: Reto Martin)

Koch Willibaldo Alarcón und Wirt Rodolfo Facundo mit Maskottchen in der Gaststube. (Bild: Reto Martin)

Nein, Meerschweinchen gibt es nicht. «Auf gar keinen Fall!», sagt Rodolfo Facundo Neyra lachend aber mit Nachdruck. Er ist der Wirt des Restaurants Miski Takiy, das am Freitag im früheren «Thurtal» in Eschikofen seine Türen fürs Publikum öffnet. Lang hat Facundo von einer Wirtschaft mit Spezialitäten seines Heimatlands Peru geträumt. Jetzt soll der Traum wahr werden. «Peruanische Restaurants sind in der Ostschweiz noch weitgehend unbekannt», sagt er.

In Zürich habe es mittlerweile peruanische Restaurants und auch in der Westschweiz, wo es eine grosse peruanische Gemeinschaft gebe. Facundo lebt seit sechzehn Jahren in der Schweiz. Er mag zwar auch Rösti und Wurst-Käsesalat, aber eben auch die Küche des Andenstaates. «Es ist vorgekommen, dass ich bis nach Mailand fuhr, um peruanisch zu essen.»

Herausfordernde Beschaffung der Zutaten

Eine Herausforderung für ihn und Koch Willibaldo Alarcón Barrientos war die Beschaffung authentischer Zutaten. «Es gab in der Schweiz lange keine Andenschoten zu kaufen», sagt Facundo. Die speziellen Chilis verleihen den Speisen besondere Geschmacksnoten und auch Farbe.

Etwa der Vorspeise aus gelbem Kartoffelstock, die Küchenchef Alarcón schon am Donnerstag für die Eröffnung vorbereitete. Alarcón, der in Peru und Deutschland eine Kochlehre absolviert hat, schwärmt von den Spezialitäten seiner Heimat. Etwa von Ceviche, dem mit Limettensaft marinierten Adlerfisch. Peru sei 2019 das achte Jahr in Folge als beste gastronomische Destination Südamerikas ausgezeichnet worden, sagt Facundo.

Immer wieder länger leer gestanden

Das «Thurtal» ist ein Landgasthof mit Geschichte. 2001 bis 2007 kochte hier Spitzenköchin Tanja Grandits. Seither folgten zeitweilige Leerstände und Wirtewechsel. Zuletzt war der Betrieb zwei Jahre ausgeschrieben. Der Hüttlinger Gemeindepräsident Florian Ibig ist froh, dass der Betrieb nun wieder öffnet. «Das Konzept tönt für mich stimmig. Es ist zu hoffen, dass das ‹Thurtal› wieder überregional ausstrahlt.» Dass Eschikofen nicht der Nabel der Welt ist, wissen Wirt und Koch. «Doch von Frauenfeld, Weinfelden und Kreuzlingen her sind wir gut erreichbar und es hat genügend Parkplätze.»

Konkurs: «Thurtal» bleibt zu

ESCHIKOFEN. Im Restaurant Thurtal in Eschikofen ist die Tür verriegelt. Der Landgasthof, auf dem 2006 die Spitzenköchin Tanja Grandits zu höchsten Ehren kam, musste Konkurs anmelden.
Evi Biedermann