«Die Altersdurchmischung ist die grösste Herausforderung»: Ansonsten ist die Wohnbaugenossenschaft Linde in Steckborn mit ihrer Überbauung auf Kurs

Genau 431 Interessiert und viel Lob am Tag der offenen Tür bei der Wohnbaugenossenschaft Linde in Steckborn für die Überbauung. Der Bezugstermin für die Räumlichkeiten ist für Oktober 2020 vorgesehen.

Margrith Pfister-Kübler
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Zwei Besucher studieren die ausgehängten Pläne.

Zwei Besucher studieren die ausgehängten Pläne.

(Bild: Margrith Pfister-Küler)

Exakt vier Stunden, von 10 bis 14 Uhr, war ein Teil des Neubaus der Wohnbaugenossenschaft (Woba) Linde Steckborn für die Bevölkerung am Samstag zur Besichtigung offen. Der Baustellenzugang führte über die Tiefgarage. «Zwei Meter Abstand» war mit grossen Lettern auf dem Boden aufgemalt. Auch in der Halle alles coronakonform abgegrenzt. «Die Genossenschaftswohnungen stehen für alle Menschen offen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Zivilstand und Religion», ist zu lesen in einem Prospekt, der beim Empfang auflag – wo alle Besucher registriert und mit einer Wäscheklammer gekennzeichnet in den Bau durften.

Das Besichtigungsgefühl war vortrefflich. Auf den Treppen war Social Distancing allerdings nicht einzuhalten. Man fühlte bei allen Besuchern eine positive Neugier.

«Wunderschön lichtdurchflutet»:
Abstandsregeln beim Tag der offenen Tür.

Abstandsregeln beim Tag der offenen Tür.

(Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Diese Worte waren immer wieder zu hören. 13 Einheiten 2,5-Zimmer-Wohnungen, 13-mal 3,5-Zimmer-Wohnungen, 16-mal 4,5-Zimmer-Wohnungen und fünf 5,5-Zimmer-Wohnungen. Der Blick auf Park und Spielflächen machte deutlich: Das Wohnwohlgefühl ist auf Kurs. «Die Polizei ist dann auch in der Überbauung stationiert, und für uns als Hobbygärtner sind Pflanz- und Gemüsegärten vorgesehen», schwärmte ein junges Paar. Zwei ältere Steckborner Eheleute zeigten stolz auf die künftige Mietwohnung.

Zwei Besucher bei der Besichtigung der Überbauung.

Zwei Besucher bei der Besichtigung der Überbauung.

(Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Schöne Balkone und coole Fenster

Gregor Rominger, Präsident Woba Linde.

Gregor Rominger, Präsident Woba Linde.

(Bild: Donato Caspari)

Die Verbindung von Privatsphäre und Helligkeit, Aussicht, Distanz, Nähe zur Gesamtüberbauung zeigen sich als Wegpunkte an und synchronisieren diese mit den realen Bildern der gesamten Überbauung. Immer wieder gelobt wurden die Gestaltung der Balkone und die grossen Fenster. «Cool, nicht einfach quadratisch», so der Kommentar von Jugendlichen beim Blick in die Zimmeranordnung. In einer Wohnung gibt es sogar Durchblick auf die Kirche Horn in der deutschen Nachbarschaft. Woba-Präsident Gregor Rominger strahlte:

«Der Tag der offenen Tür ist über Erwarten positiv gelaufen. Praktisch alle Gäste hatten lobende Worte zu unseren Wohnungen, insbesondere die individuellen Grundrisse kamen gut an.»

Dank der Registrierungspflicht konnten die Besucher exakt gezählt werden: 431 Personen waren da. Es wurde aber auch kritisiert. Die Küchenfronten seien zu dunkel, die Regale zu hoch.

Interessierte stehen vor der Überbauung an.

Interessierte stehen vor der Überbauung an.

(Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Inwieweit konnte die Masterarbeit von Judith Kern im Projekt umgesetzt werden? Rominger erklärte: «Insbesondere das angepeilte altersdurchmischte Wohnen ist nicht ganz einfach zu erreichen, so sind derzeit Familien mit Kindern noch etwas untervertreten.» Der Bezugstermin der gesamten Liegenschaft, also der 50 Wohnungen sowie der Gewerberäume ist für den Oktober 2020 vorgesehen.

Vorstand zweifelte nie am Leuchtturmprojekt

Die Woba-Verantwortlichen steckten ihre ganze Leidenschaft ins Projekt. Präsident Rominger erklärte: «Sicher hat es für den gesamten Vorstand ‹nervige› Zeiten gegeben. Allerdings haben wir tatsächlich nie am Ziel des Leuchtturmprojekts für unser wunderbares Städtchen Steckborn gezweifelt.» Der Enthusiasmus sei stets gross genug, um Tiefs zu überwinden.

«Die tiefe Überzeugung, ein einmaliges Projekt für Steckborn mitgestalten zu können, war uns Ermutigung.»
Besichtigung mit Schutzmaske.

Besichtigung mit Schutzmaske.

(Bild: Margrith Pfister-Kübler)
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Samuel Koch