Die alten Säcke des Männerchors Buch bringen es

Zwei Wochenenden, vier Shows – und alle ausverkauft. Das ist die Abendunterhaltung des Männerchors Buch.

Christine Luley
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Der Männerchor Buch vergangenen Samstag auf der Bühne im Kulturzentrum Buch, dem alten Schulhaus.

Der Männerchor Buch vergangenen Samstag auf der Bühne im Kulturzentrum Buch, dem alten Schulhaus.

Bild: Reto Martin

«Ja, wir sind die alten Säcke.» Selbstbewusst und selbstironisch stehen die 39 Mann unter der Leitung von René Aebi auf der Bühne. Im alten Schulhaus Buch singt die «grosse Zier vom Männerchor dem Publikum vor». Selbstkritisch:

«So mancher von uns hat schon Falten, an Haaren fehlt es leider auch, allmählich wird die Stimme brüchig, doch dafür wächst jetzt unser Bauch.»

Halt! So ist es nicht. Die Sänger sind also ganz gut bei Stimme und machen auch optisch eine gute Falle. In ihren orangefarbenen Shirts strahlen sie Harmonie und Ausgelassenheit aus. Gemäss Farbenlehre verleiht diese Farbe Einsicht und Hingabe und unterstützt das Selbstwertgefühl. Und das mit den alten Säcken trifft auch nicht generell zu. Während viele andere Chöre serbeln, geht es dem Männerchor Buch (MCB) gut.

Urs Müller, Präsident des Männchors Buch.

Urs Müller, Präsident des Männchors Buch.

(Bild: Christine Luley)

Präsident Urs Müller, Jahrgang 1985, erzählt vom Zusammenhalt zwischen Alt und Jung. Und dass im Vergleich zu anderen Männerchören der 40 Mann starke und 105 Jahre junge MCB ein tiefes Durchschnittsalter habe. Zwischen dem ältesten und jüngsten Sänger liegen 50 Jahre. «Einer für alle, alle für einen», das sei Pflicht. «Alle müssen an die Säcke», sagt Müller.

Quer durchs Jahr und vor allem rund um die Organisation der Abendunterhaltung. Dabei kann der Chor auf die Hilfe aus dem Freundeskreis und der Verwandtschaft zählen. Corinne Wattinger am Schwyzerörgeli und Jan Hofer am Schlagzeug sorgen für die Begleitung.

«Neue Sänger werden erfolgreich an der Bar akquiriert»

sagt Männerchor-Präsident Müller. Er ist vor fünf Jahren mit sechs Kollegen zum Chor gestossen. Offensichtlich fungiert an der Unterhaltung das Barzelt als Nachwuchsschmiede. Müller sorgt ebendort als DJ Urs für die passende Musik. Adrian Tanner erinnert sich, wie er bei feucht fröhlicher Stimmung seine Mitgliedschaft auf einer Papierserviette bestätigte.

Verwirrung bis zum Schluss

Das Jodellied «Das cha nur Liebi si» ist das Motto der Abendunterhaltung. Auch bei den Theaterleuten macht das Herz öfters Sprünge, der Puls rast. «Du bisch nümme dich; für d’ Mönsche bisch du nümm normal, was chönti das wohl si?» Wie das im Stück «Verwirrig im Bärgwald» zusammenhängt, wissen bis zum Schluss weder der Förster noch das Publikum. Die Schauspieler begeistern mit guter Leistung.

Reizvoll ist, dass sich Darsteller und Publikum grossteils kennen. Nebst langjährigen Routiniers wie Urs Wattinger ist Ladina Huber erstmals dabei. Herrlich sind die beiden Giftspritzen Hulda und Ida, verkörpert durch Susanne Tritten und Claire Müller.

Maskenbildnerin Nadia Schmid hat für die Alterung gesorgt. Souffleuse Yvonne Langhart kommt wenig zum Einsatz. Zur Besonderheit zählen die nummerierten Plätze. Die Besucherzahl ist beschränkt. Die Enge der Lokalität trägt zur familiären Atmosphäre bei. Alle vier Aufführungen sind restlos ausverkauft.