Diametral unterschiedliche Entscheide in Steckborn: Die Sekundarschule senkt den Steuerfuss, die Primarschule hebt ihn an

Beide Schulgemeinden in Steckborn schliessen das vergangene Jahr mit Überschüssen ab. Fiskalisch jedoch gehen sie unterschiedliche Wege. Bei der Sek gab es zudem Diskussionen um die neue Heizung.

Manuela Olgiati
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Primarschulpräsidentin Bettina Gasser nach ihrer ersten Gemeindeversammlung im Gespräch mit Fachlehrer Adrian Rieder.

Primarschulpräsidentin Bettina Gasser nach ihrer ersten Gemeindeversammlung im Gespräch mit Fachlehrer Adrian Rieder.

(Bild: Manuela Olgiati)

In ruhigen Bahnen verliefen die Schulgemeindeversammlungen der Sekundarschule Feldbach und der Primarschule am Dienstagabend in der Aula der Schule Feldbach.

Über einen Kreditantrag von 440'000 Franken stimmten die Schulbürger zur Erneuerung der Heizung ab. Sekschulpräsidentin Monika Ribi Bichsel erklärte:

«Die bisherige Heizung muss wegen der neuen Luftreinhalteverordnung saniert werden.»
Primarschulpräsidentin Bettina Gasser leitet ihre erste Versammlung in der Aula der Schule Feldbach.

Primarschulpräsidentin Bettina Gasser leitet ihre erste Versammlung in der Aula der Schule Feldbach.

(Bild: Manuela Olgiati)

Die Primar- und die Sekundarschule betreiben mit einer Holzschnitzelheizung einen Wärmeverbund für das Schulhaus Feldbach, die Sporthalle Feldbach sowie das Hotel Feldbach. Die Investitionskosten werden auf beide Schulgemeinden aufgeteilt. Die Sek und anschliessende die Versammlung der Primarschulgemeinde bewilligten den Kredit von je 205'000 Franken.

Primarschulgemeinde rechnet mit einem Verlust

Nach der Sek leitet Bettina Gasser als Präsidentin der Primarschulgemeinde ihre erste Versammlung mit Bravour. Sie sprach von einem Erfolg in der Jahresrechnung 2019. An Stelle eines budgetierten Defizites von 198'000 Franken schloss die Rechnung bei einem Aufwand von 4,532 Millionen Franken mit einem Gewinn von 8291 Franken ab. Die Jahresrechnung hiessen die 27 Stimmberechtigten einstimmig gut. Das Budget 2020 basiert auf einem höheren Steuerfuss von bisher 45 auf 47 Prozentpunkten. Bei einem Aufwand von 4,759 Millionen Franken wird ein Defizit von 275'000 Franken veranschlagt. Auch dem Budget und dem höheren Steuerfuss stimmten die Schulbürger diskussionslos mit nur einer Enthaltung zu. (mao)

Die Jahresrechnung 2019 der Sek schloss bei einem Gesamtaufwand von 4,644 Millionen Franken mit einem Gewinn von knapp 190'000 Franken ab. Das gute Ergebnis resultiere aus weniger Ausgaben und höheren Steuereinnahmen. 45 Schulbürger hiessen die Rechnung gut. Sie stimmten auch der Gewinnverwendung von 150'000 Franken in den Erneuerungsfonds aus Baufolgekosten gut. Der Rest fliesst dem Eigenkapital zu.

Neues Beitragsgesetz macht Steuerfussanpassungen nötig

Mit dem neuen Beitragsgesetz des Kantons gibt es zahlreiche Änderungen. Deshalb hob die Primar den Steuerfuss um zwei Prozentpunkte an, wohingegen die Sek den Steuerfuss um zwei Prozentpunkte senkte. Das Budget 2020 der Sek veranschlagt bei einem Aufwand von 4,918 Millionen Franken ein Defizit von 491'900 Franken.

«Mit drei Millionen Franken Eigenkapital ist ein Verlust verkraftbar.»

Das sagte Schulpflegerin Elisabeth Hörler Schayna. Budget inklusive Steuerfuss von nun 30 Prozentpunkten genehmigte man bei einer Enthaltung.

Monika Ribi Bichsel, Sekschulpräsidentin.

Monika Ribi Bichsel, Sekschulpräsidentin.

(Bild: Manuela Olgiati)

«Die externe Schulevaluation durch den Kanton musste wegen des Lockdowns gestoppt werden», sagte Schulleiterin Regina Eitzenberger. In einem ersten Teil gaben Eltern, Schüler, Lehrer und Behörde positive Signale über die Qualität der Schule ab. Die Schülerzahlen steigen auf derzeit 146 Sekundarschüler an. Zum Schluss würdigte Schulpräsidentin Ribi Bichsel langjährige Lehrpersonen.

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Samuel Koch