Deutschland stuft die gesamte Schweiz als Risikogebiet ein: Was das für Ostschweizer Grenzgänger und den Einkaufstourismus bedeutet


Die ganze Schweiz gilt ab Samstag als Corona-Risikogebiet; Grenzgänger sind nicht betroffen. Einkaufstourismus ist auch weiterhin möglich.

Thomas Wunderlin
Drucken
Teilen
Solche Szenen kehren wie im Frühling kehren nicht wieder: der kleine Grenzverkehr ist weiterhin möglich.

Solche Szenen kehren wie im Frühling kehren nicht wieder: der kleine Grenzverkehr ist weiterhin möglich.

Andrea Stalder

Deutschland setzt die ganze Schweiz per Samstag, 24. Oktober, auf die Liste der Risikogebiete. Damit verbunden ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts, das aufgrund der hohen Infektionszahlen von «nicht notwendigen, touristischen Reisen» in die betreffenden Länder und Regionen abrät. Bereits seit letzten Samstag gelten zahlreiche Kantone als Risikogebiete, darunter Zürich. Bisher ausgenommen waren die Kantone Thurgau, St. Gallen und die beiden Appenzell.

Baden-Württemberg ermöglicht Ausnahmen

Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, der muss 14 Tage in Quarantäne. In einigen Bundesländern, darunter Baden-Württemberg, reicht ein aktueller negativer PCR-Test. Baden-Württemberg erlässt ausserdem die Quarantäne für Besucher aus den Grenzregionen, wenn sie für weniger als 24 Stunden nach Deutschland kommen, beispielsweise zum Einkaufen.

Ausgenommen sind auch Reisende, die sich weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben: Deutsche Grenzgänger können weiterhin ihrer Arbeit in der Schweiz nachgehen. Ausgenommen von der Quarantänepflicht sind ausserdem Montagearbeiter, die in der Schweiz einen Auftrag ausführen.

Regierungspräsident Walter Schönholzer, FDP Thurgau.

Regierungspräsident Walter Schönholzer, FDP Thurgau.

Donato Caspari

«Für uns ist vor allem relevant, dass die Grenzgänger weiterhin kommen können», sagt der Thurgauer Regierungspräsident Walter Schönholzer. Diese seien insbesondere für die Gesundheitsversorgung sehr wichtig. «Einkaufstouristen können weiter nach Deutschland gehen, wenn sie noch Lust haben.»

Getroffen wird der Tourismus, da bei der Rückkehr die Quarantäne droht. Der Rückgang der Besucher sei bereits zu erwarten gewesen, als Zürich und andere Kantone als Risikogebiet eingestuft worden seien, sagt Schönholzer. «Ich habe gehört, Hotelstornierungen seien massiv nach oben gesprungen.»

Der Kreuzlinger Stadtpräsident Thomas Niederberger, FDP.

Der Kreuzlinger Stadtpräsident Thomas Niederberger, FDP.

Andrea Stalder

Kleiner Grenzverkehr weiter möglich

Der Kreuzlinger Stadtpräsident Thomas Niederberger sieht es als positiv an, dass der kleine Grenzverkehr gewährleistet ist. Die 48-Stunden-Regel ermögliche es, ein Sorgerecht zu wahren oder einen Lebenspartner zu besuchen; für eine dringende medizinische Behandlung könne man die Grenze weiterhin überqueren, ebenso für die Pflege eines Angehörigen. «Mit den Ausnahmebestimmungen will man verhindern, dass es wieder zu einer faktischen Grenzschliessung kommt wie im Frühling.» Die besondere Situation in der Grenzregion werde berücksichtigt.

Aktuelle Nachrichten