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Der Widerstand gegen die neue Eschliker Sporthalle wächst

Bis anhin stellte sich einzig die CVP Eschlikon gegen die neue Sporthalle. Drei Wochen vor der Abstimmung melden sich nun weitere Gegner der Zehn-Millionen-Vorlage mittels Flugblatt zu Wort.
Olaf Kühne
Auf der Parzelle «Braatewääg, Friesler» soll die neue Eschliker Sporthalle entstehen. Dieser Standort passt weder der CVP noch den Autoren des Flugblattes, welches diese Woche in den Briefkästen der ganzen Gemeinde landete. (Bild: Olaf Kühne)

Auf der Parzelle «Braatewääg, Friesler» soll die neue Eschliker Sporthalle entstehen. Dieser Standort passt weder der CVP noch den Autoren des Flugblattes, welches diese Woche in den Briefkästen der ganzen Gemeinde landete. (Bild: Olaf Kühne)

Die Botschaft ist klar: Nein, Nein und nochmals Nein prangt prominent auf dem Flugblatt, welches die Eschliker Stimmbürgerinnen und Stimmbürger diese Woche in ihren Briefkästen fanden. Mit diesem bei kommunalen Vorlagen eher unüblichen Schritt stellen sich acht Eschliker gegen die Sporthalle, über welche die Gemeinde am 23. September abstimmen wird.

Alex FreiGegner des Eschliker Sporthallenprojektes

Alex Frei
Gegner des Eschliker Sporthallenprojektes

Prominentester Unterzeichner des Flugblattes ist Alex Frei. Der langjährige CVP-Kantonsrat und Bezirksgerichtspräsident befindet sich damit nicht vollständig auf Parteilinie. Zwar haben die Eschliker Christdemokraten, als einzige der sechs Ortsparteien, ebenfalls die Nein-Parole beschlossen. Parteipräsident Toni Peterhans betonte indes bereits am Infoabend vom 22. August, dass seine Partei nicht grundsätzlich gegen eine neue Sporthalle sei. Man erachte indes den gewählten Standort bei der Schulanlage Bächelacker für ungeeignet und bevorzuge das Areal «Untere Mettlen» in Wallenwil.

Bestehende Hallen genügen der Schule noch

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt Alex Frei, dass er und seine Mitstreiter in der Standortfrage die Meinung der Eschliker CVP teilen. Auf ihrem Flugblatt schreiben sie denn auch «Mehr Verkehr und weniger Sicherheit für unsere Kinder» sowie «Zusätzliche Emissionen mitten im Dorf». An besagtem Infoabend konterte Schulpräsident Linus Köppel den Standortvorschlag der CVP zwar mit dem Hinweis, dass die Schulgemeinde Bauherrin der Sporthalle sei und der Bau künftig zu zwei Dritteln durch die Schule genutzt werde. Vor allem aber: Man baue die Halle nicht für Auswärtige, weshalb der in Wallenwil bessere ÖV-Anschluss kein Kriterium sei.

"Wenn die Vereine die neue Halle stärker nutzen wollen als die beiden bestehenden Turnhallen, führt dies logischerweise zu Mehrverkehr mitten durch ein Wohnquartier."

Alex Frei, Sporthallen-Gegner

Ein Argument, das Alex Frei nur teilweise gelten lässt. «Die Vorlage geht auf eine Volksinitiative der Eschliker Sportvereine zurück», sagt er. «Wenn diese die neue Halle stärker nutzen wollen als die beiden bestehenden Turnhallen, führt dies logischerweise zu Mehrverkehr mitten durch ein Wohnquartier.» Und wenn die Vereine den Neubau nicht stärker nutzen, brauche es diesen auch nicht. Denn die Schule alleine brauche derzeit keine zusätzlichen Sporthallen, sagt Alex Frei. Hierzu zitieren die Flugblatt-Autoren aus der «Strategische Schulraumplanung (SSP)», eine Studie zum Eschliker Schulraumbedarf, welche die Schulbehörde 2012 veröffentlichte. «Die Schule könnte ohne zusätzliche Turnhalle auskommen», hielt die Studie vor nunmehr sechs Jahren fest. Seither ist die Gemeinde zwar weiter gewachsen. Dennoch sagte auch Schulleiter Thomas Minder am Infoabend vor einer Woche: «Wir bringen aktuell den Turnunterricht gerade so unter. Aber wir wären froh um etwas Luft bei der Planung.»

Über das Projekt "Out in the green" des Winterthurer Architekturbüros Graf Biscioni stimmen die Eschliker 23. September ab. (Bild: ZVG)

Über das Projekt "Out in the green" des Winterthurer Architekturbüros Graf Biscioni stimmen die Eschliker 23. September ab. (Bild: ZVG)

Die Flugblatt-Autoren stellen indes nicht nur Bedarf und Standort in Frage. Sie stören sich vor allem auch an den Kosten des Zehn-Millionen-Baus. «Steuererhöhungen werden für alle unumgänglich sein», schreiben sie auf ihrem Flugblatt und verweisen auch auf die in der Abstimmungsbotschaft ausgewiesenen jährlichen Amortisations- und Unterhaltkosten von 650000 Franken – für die kommenden 33 Jahre. Dass die Autoren auf ihrem Flugblatt die zehn Millionen Franken Projektkosten zu den jährlichen Amortisationskosten – zumindest sprachlich – dazu addieren, darf man in einem Abstimmungskampf als «künstlerische Freiheit» gelten lassen.

Alex Frei betont denn auch lieber, dass die Sporthallen-Gegner das vorliegende Projekt ganz allgemein als zu teuer einschätzen. «Schulpräsident Linus Köppel sagte ja am Infoabend, dass eine solche Halle auch für sieben Millionen Franken machbar wäre», sagt Frei. «Und wir sind klar der Meinung, dass eine Schule nicht wie eine Versicherung einen Repräsentationsbau hinstellen muss. Eine Turnhalle ist ein reiner Zweckbau.»

Knappe Zustimmung zu Planungskredit

Auch wenn das Flugblatt «nur» von acht Personen unterzeichnet wurde, und sich nur eine Ortspartei gegen die Vorlage ausspricht, ist jetzt schon klar: Die neue Eschliker Sporthalle ist längst nicht in den sprichwörtlichen trockenen Tüchern. Denn die Eschliker Sportvereine konnten zwar ihre Initiative mit 520 anstelle der 200 erforderlichen Unterschriften einreichen. Doch bereits der der Kredit für den Architekturwettbewerb erzielte 2015 lediglich eine Zustimmung von 56 Prozent, der Planungskredit 2017 gar nur 52 Prozent. Und Alex Frei sagt: «Wir erhielten bis jetzt ausschliesslich positive Reaktionen auf unser Flugblatt.»

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