Glosse

Der Weinfelder Stadtbus und die Schlacht am Morgarten - mehr Gemeinsamkeiten als man denkt 

Räbeblatt: Was wäre gewesen, hätten die Weinfelder bereits 1315 einen Stadtbus gehabt? Ein anachronistisches Gedankenexperiment und die Erklärung, was die Schlacht bei Morgarten tatsächlich mit dem Stadtbus gemein hat.

Sabrina Bächi
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Sabrina Bächi, Leiterin Ressort Weinfelden.

Sabrina Bächi, Leiterin Ressort Weinfelden.

(Bild: Andrea Stalder)

Auf den ersten Blick haben die Schlacht am Morgarten und die Abstimmung am vergangenen Wochenende zum Ortsbuskonzept nicht viel gemein. Weder zeitlich noch geografisch. Wer jedoch die Anzahl Ja-Stimmen als Jahreszahl liest, erhält das Jahr 1315. Jenes Jahr also, in dem die berüchtigte Schlacht am Morgarten stattfand.

Zugegeben, es wäre etwas gar vermessen, sich dem Gedanken hinzugeben, was passiert wäre, hätten die Weinfelder anno 1315 bereits einen Stadtbus besessen. Hunderte Soldaten hätten sie innert kürzester Zeit am Morgarten gehabt, hätten gekämpft und schliesslich die Eidgenossen besiegt. Zusammen mit den Habsburgern hätten sie die alten Orte eingenommen, hätten die Herrschaft über diese Eidgenossenschaft proklamiert und Weinfelden wäre heute nicht nur Kantonshauptstadt, sondern Bundesstadt.

Wie gesagt, das wäre zu anachronistisch, zumal die Weinfelder weder heute noch in naher Zukunft einen Stadtbus besitzen.

Bleiben wir bei den realen Gemeinsamkeiten. Die Schlacht bei Morgarten war eine Schlacht mit ungewissem Ausgang. Genauso wie die Abstimmung zum Stadtbus. Wie am Sonntag führte auch an jenem 15. November das Volk eine Entscheidung herbei. Und in jedem Fall war das Jahr 1315 ein historisch entscheidendes und bedeutendes. Genau so, wie es das Jahr 2020 möglicherweise für die Mobilität in der Region Weinfelden sein wird.

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