Der Turm der evangelischen Stadtkirche Steckborn ist 30 Zentimeter aus dem Lot – nun soll er gerettet werden

Steckborner Kirchbehörde stellt an der Budgetversammlung Anfang Dezember  Antrag für einen Planungskredit über 45000 Franken.

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Der Turm der evangelischen Stadtkirche Steckborn braucht eine Sanierung, nicht nur weil er kippt.  (Bild: PD)

Der Turm der evangelischen Stadtkirche Steckborn braucht eine Sanierung, nicht nur weil er kippt.  (Bild: PD)

(red) Der Turm der evangelischen Stadtkirche Steckborn bedarf einer Renovation, insbesondere der Fassade, des Glockenstuhls und der Treppe. Laut einer Mitteilung der Kirchbehörde nimmt sich nun eine Baukommission der weiteren Schritte an. Die eigentliche Planung soll – wie bei der Renovation der Kirche – die Arbeitsgemeinschaft der Steckborner Architekturbüros Roland Wenger und Christoph Lehmann übernehmen.

Die Sanierungen umfassen nebst einer allenfalls notwendigen Stabilisierung des Turms Steinarbeiten an der Fassade, Spenglerarbeiten, Verbesserung der Sicherheit der Treppe, Richten des Glockenstuhls, Reparatur der Fenster und der Turmtüre sowie eine Überdachung des Haupteinganges.

Planung 2020, Sanierung 2021

Der Baukommission schwebt folgender Zeitplan vor: Im Jahr 2020 sollen die Sanierungsprojekte und Kostenschätzungen erstellt und die nötigen Arbeiten geplant werden, sodass im Herbst ein Projekt samt Baukredit unterbreitet werden kann. Im Jahr 2021 könnte dann die Sanierung des Kirchturms angegangen werden. Als Baukommission amten: Paul Widmer, Präsident; Nino Battaglia, Ressort Liegenschaften; Anna Regula Fehlmann, Pflegerin; Andreas Gäumann, Pfarrer; Christoph Lehmann, Architekt; Margrit Rüedi, Aktuarin; Roland Wenger, Architekt.

Bevor die Planung intensiviert werden kann, wird das Vorhaben den Kirchbürgern vorgelegt. An der Kirchgemeindeversammlung vom 4. Dezember wird die Kirchenvorsteherschaft dem Souverän einen Planungskredit von 45000 Franken beantragen.

Sondierschlitz soll Klarheit bringen

Bereits im Jahr 2006 wurden Messpunkte am Kirchturm angebracht und eine sogenannte Nullmessung gemacht. Seither wurden periodisch weitere Messungen durchgeführt. Insgesamt ist der Turm rund 30 Zentimer aus dem Lot, und es wird stetig mehr. Es besteht keine Gefahr, dass der Turm umfällt. Allerdings hat die Schieflage negative Auswirkungen auf den Glockenstuhl und die Fassade.

Um den Turm nötigenfalls zu stabilisieren, ist vorerst notwendig, zu wissen, wie das Fundament und der Baugrund aufgebaut und in welchem Zustand sie sind, das schreibt die Behörde. Die Baukommission hat für diese Abklärung Fachleute beigezogen. Dazu werde am 22. November an der Aussenseite des Turms ein Sondierschlitz ausgehoben. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse soll in einem zweiten Schritt ein allenfalls notwendiges Konzept zur Stabilisierung des Turms erarbeitet werden.

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Judith Meyer