«Die Rolle passt zu mir»: Der Thurgauer Schwinger Stefan Burkhalter spielt in SRF-Serie den Chauffeur eines Bösewichts

Schwinger Stefan Burkhalter aus Homburg spielt in der SRF-Serie «Wilder» den Chauffeur eines Bösewichts.

Janine Bollhalder
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Böse schauen könne er, aber der Einsatz von Waffen gehört nicht zu seinem Alltag: Stefan Burkhalter (links) als Viktor.

Böse schauen könne er, aber der Einsatz von Waffen gehört nicht zu seinem Alltag: Stefan Burkhalter (links) als Viktor.

(Bild: PD/Pascal Mora)

Es ist dunkel. Regen. Blitze zischen über den Nachthimmel. Ein Mann mit Glatze und Bart verlässt fluchend einen Wohnwagen mitten im Wald. Die Tür fällt zu, der Mann dreht sich um. Sein Gegenüber erhebt den Arm, in der Hand eine Pistole. Er drückt ab. Die Leiche bleibt beim Wohnwagen im Wald zurück. Der Mann mit der Pistole nennt sich Viktor. Er wird dargestellt von Stefan Burkhalter.

Der 108-fache Kranzschwinger spielt in der TV-Serie «Wilder» mit. Er ist dabei Bodyguard und Chauffeur eines Drogenbosses. Stefan Burkhalter passt in seine Rolle. Wer sich seinen Auftritt in den sozialen Medien anschaut, nimmt ihm das Bad-Boy-Image zweifellos ab; kräftige Oberarme, plakative Tattoos, böser Gesichtsausdruck. «Ich werde oft als Thurgauer Vin Diesel bezeichnet», sagt Burkhalter, dessen Stimme so ganz anders klingt, als man es sich vorstellen könnte. Gar nicht so böse. Aber er sagt:

«Ich passe ziemlich genau in die Rolle des Bodyguards und Chauffeurs. Natürlich bis auf den Waffeneinsatz. Ich bin ein lieber Mensch.»

Wobei er bemerkt: «Ich trage schon Schusswaffen und kann böse schauen.» Für Burkhalter ist dies nicht der erste TV-Auftritt. Er war bereits im Schwingerfilm «Dinu» zu sehen und hatte eine Nebenrolle im Tatort.

Homburger Landwirt als Bösewicht im Jura

Die Anfrage für die Serie «Wilder» sei im Sommer 2018 gekommen. «Ich habe erst gedacht, das sei ein Scherz», sagt Stefan Burkhalter. Er sei aufgefordert worden, ein Vorstellungsvideo einzusenden – «Es hiess: Erzählen Sie, wer Sie sind, was Sie machen und was Sie dazu führt, mitzumachen.» Das Video drehte Burkhalter sofort und bekam noch am gleichen Tag die Zusage und das Drehbuch. «Ich habe mich gefreut, auch wenn ich nur drei Tage hatte, mich vorzubereiten und zu organisieren, wie es mit meinem Landwirtschaftsbetrieb während meiner Abwesenheit weitergeht.»

Die Dreharbeiten für «Wilder» haben im Jura stattgefunden. Burkhalter sagt: «Es ist speziell, wenn man die im TV gezeigten Orte genau kennt und weiss, wie die Dreharbeiten dort abgelaufen sind.» Oftmals seien Szenen vier- bis sechsmal gedreht worden. «Das war im Hitzesommer 2018 nicht immer so angenehm.»

Er schaue Filme nun anders, «jetzt, wo ich weiss, wie viel Arbeit dahintersteckt.» Überrascht habe Burkhalter der familiäre Umgang am Set: «Auch die erfahrenen Schauspieler waren sehr flott und haben Tipps gegeben.» Die Serie sieht auch Stefan Burkhalter jeden Dienstagabend zum ersten Mal – wie die Zuschauer. Er sagt:

«Wir haben auch Szenen gedreht, in welchen ich gesprochen habe, aber diese sind bis jetzt nicht gezeigt worden.»

Burkhalter denkt auch nicht, dass diese Szenen in der kommenden Folge noch ausgestrahlt werden. Er verrät aber, dass seine TV-Präsenz in der Serie «Wilder» morgen Abend ein Ende finden wird.

Hinweis: «Wilder» läuft am Dienstag, 20.05 Uhr, auf SRF 1