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Der Thurgauer Landwirt und Tüftler Markus Zürcher gewinnt Innovationspreis für seine Eierputzmaschine

Mit dem Schöntal Ei-Cleaner erreicht Markus Zürcher den zweiten Platz beim bäuerlichen Innovationswettbewerb vin Suisse Tier.

Sabrina Bächi
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Andrea Zürcher arbeitet fast täglich mit dem Ei-Cleaner. Ihr Mann Markus hat die Putzmaschine erfunden und bekommt nun einen Innovationspreis dafür. (Bild: Mario Testa)

Andrea Zürcher arbeitet fast täglich mit dem Ei-Cleaner. Ihr Mann Markus hat die Putzmaschine erfunden und bekommt nun einen Innovationspreis dafür. (Bild: Mario Testa)

Eiermarie heisst sie umgangssprachlich auf dem Schöntal Hof der Familie Zürcher in Metzgersbuhwil. Die Eiermarie hat den Dreh raus und ist im Arbeitsalltag unverzichtbar geworden. Mit ihren zwei Bürsten macht sie nämlich jedes Ei im Handumdrehen sauber. Als «Schöntal Ei-Cleaner» hat die Eiermarie den zweiten Platz beim Suisse-Tier-Innovationswettbewerb gewonnen. Einem schweizweiten Wettbewerb für Erfindungen im Bereich der Landwirtschaft.

Im Video sehen Sie, wie der Ei-Cleaner funktioniert:

18000 Legehennen haben Markus und Andrea Zürcher in ihrem Stall. «Das sind täglich 17000 Eier. Einige davon müssen gereinigt werden – und gewaschene Eier akzeptieren nicht alle Abnehmer», sagt Markus Zürcher. Das Säubern der Eier mit einem rauen Schwamm schien ihm von Anfang an nicht effizient. «Zudem gibt es Schürfungen an den Händen vom Schwamm», sagt er.

Um nicht unnötig Zeit mit dem Putzen zu verschwenden, hat sich Zürcher eine Lösung überlegt und so den Ei-Cleaner erfunden.

Zwölf Bürsten ausprobiert

«Ich habe einen Vertreter einer Bürstenfirma herbestellt. Rund zwölf Bürsten haben wir ausprobiert, indem wir sie an eine Bohrmaschine befestigten und die Eier mit den drehenden Bürsten säuberten.» Aus zwölf wurden noch zwei – und an diesen arbeitet Andrea Zürcher fast täglich. «Eine Bürste ist rau, um den Schmutz zu beseitigen, die feine Bürste brauchen wir weniger, meist um Federchen abzubürsten», sagt sie.

Markus Zürcher, Landwirt und Erfinder. (Bild: PD)

Markus Zürcher, Landwirt und Erfinder. (Bild: PD)

Geübte Putzer können mit der Eiermarie zwei Eier gleichzeitig putzen. Hartnäckiger Schmutz könne viel schneller entfernt werden, sagt Andrea Zürcher: «Man muss nur aufpassen, dass einem durch die Drehung der Bürste das Ei nicht aus der Hand schlipft – und dass man die Finger nicht an der Bürste hat. Es ist zwar nicht schlimm, aber man erschrickt.»

Normalerweise bedienen zwei Personen die Putzmaschine, bis alle Eier sauber und auf Paletten zum Transport bereit sind. «Wir hatten mit dem Schwamm schon das Gefühl, dass wir schnell sind. Aber von ursprünglich drei Stunden Putzzeit haben wir mit dem Ei-Cleaner nur noch rund zwei Stunden am Tag», sagt Markus Zürcher.

Bürsten dürfen nicht vibrieren

Nach einer gewissen Zeit müssen die Faserflieswalzen ersetzt werden. «Tüftlergeist benötigte vor allem der Umstand, dass die Bürsten nicht vibrieren dürfen. Sonst kann man nicht arbeiten und schlimmstenfalls schlägt es einem das Ei aus der Hand», sagt Markus Zürcher.

Dass er mit seiner Maschine den zweiten Platz erreicht hat, freut ihn. Heute erhält er an der Suisse-Tier-Ausstellung in Luzern den mit 1 500 Franken dotierten Preis. Zu kaufen gibt es die Eiermarie auch. Entweder mit zwei oder vier Bürsten.