Der Thurgau wächst und wächst – vor allem durch Einwanderungen aus dem Ausland

2019 zogen erneut mehr Menschen aus dem Ausland und aus anderen Kantonen in den Thurgau. Woher sie kamen, wohin wegziehende Thurgauerinnen und Thurgauer ihren Wohnsitz verlegten und vieles mehr geht aus den heute veröffentlichten Auswertungen der Dienststelle für Statistik zu den Bevölkerungsbewegungen hervor.

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Umzugshelfer beim Zügeln einer Wohnung.

Umzugshelfer beim Zügeln einer Wohnung.

Bild: Urs Flüeler/Keystone (30.Juli 2020)

(red) 4500 Personen sind im Jahr 2019 vom Ausland in den Thurgau gezogen, 4,2 Prozent oder 180 Personen mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sind weniger Menschen ausgewandert: Rund 2800 Personen haben den Thurgau Richtung Ausland verlassen (-270 Personen bzw. -8,9 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahr emigrierten 2019 vor allem weniger nach Deutschland und Italien, mehr hingegen nach Portugal. Dies geht aus den heute auf www.statistik.tg.ch publizierten Auswertungen der Thurgauer Dienststelle für Statistik hervor.

Vergangenes Jahr ist der Thurgau im Verhältnis zur Einwohnerzahl zum Kanton mit der vierthöchsten Nettozuwanderung aus dem Ausland avanciert, nach Basel-Stadt, Genf und Zürich. Zuvor hatte sich der Thurgau im Kantonsvergleich im Mittelfeld bewegt.

Zu- und Wegzüge über die Kantonsgrenze: Thurgau bleibt beliebt

6900 Personen zügelten im Jahr 2019 aus einem anderen Kanton in den Thurgau, 6300 in umgekehrter Richtung vom Thurgau in einen anderen Kanton. Mit dieser positiven Wanderungsbilanz gehört der Thurgau im schweizweiten Vergleich bereits seit Jahren zu den Kantonen, die am meisten Zuzügerinnen und Zuzüger aus anderen Kantonen anziehen.

Für das Bevölkerungswachstum im Kanton Thurgau fallen die Zuzüge aus anderen Kantonen jedoch weniger stark ins Gewicht als die Zuzüge aus dem Ausland (2019: Wanderungssaldo Kantone: +600 Personen; Wanderungssaldo Ausland: +1700 Personen).

Rege Wohnortswechsel mit den Kantonen St.Gallen und Zürich

Häufig – und noch etwas mehr als im Vorjahr – kamen 2019 die Neuzuzügerinnen und Zuzüger aus dem Kanton St.Gallen: 2700 Personen zogen von dort in den Thurgau, umgekehrt wechselten 2230 Personen vom Thurgau in den Kanton St.Gallen. Auch aus dem Bezirk Winterthur gab es netto nennenswerte Zuzüge in den Thurgau. Anders ist die Wanderungsbewegung mit der Stadt Zürich: 430 Thurgauerinnen und Thurgauer verlegten 2019 ihren Wohnort dorthin, nur 250 Stadtzürcher wählten den umgekehrten Weg.

Mit Abstand am häufigsten wird innerhalb des Kantons Thurgau gezügelt. Im Jahr 2019 verlegten – wie im Vorjahr - etwa 10'300 Thurgauerinnen und Thurgauer ihren Wohnsitz in eine andere Thurgauer Gemeinde.

Jeder dritte Eingebürgerte stammt aus Deutschland

Im Jahr 2019 haben im Kanton Thurgau 980 Personen die Schweizer Staatsangehörigkeit erworben. Viele Eingebürgerte stammen aus Deutschland (310 Personen), Italien (150) und Nordmazedonien (140). Vor allem Deutsche haben 2019 öfter die Schweizer Staatsangehörigkeit erworben, als dies in den Vorjahren der Fall war.

Die Zahl der Einbürgerungen ist im Thurgau wesentlich tiefer als in der Gesamtschweiz: 2019 wurden landesweit pro hundert ausländische Niedergelassene und Aufenthalter 2,0 Personen eingebürgert (rohe Einbürgerungsziffer). Im Thurgau waren es – wie im Vorjahr – 1,5 Personen.

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