Der Thurgau verzeichnet erstmals weniger Grenzpendler

Jahr für Jahr stieg die Anzahl im Ausland wohnhafter und im Thurgau arbeitender Personen. Nun ist das Wachstum der Grenzgänger erstmals ins Stocken geraten. 2018 zählt der Thurgau weniger Grenzgänger als im Jahr zuvor.

Sebastian Keller
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Grenzgänger müssen mindestens einmal pro Woche an ihren Hauptwohnsitz im Ausland reisen. Auf dem Bild der Grenzübergang bei Kreuzlingen. (Bild: Donato Caspari)

Grenzgänger müssen mindestens einmal pro Woche an ihren Hauptwohnsitz im Ausland reisen. Auf dem Bild der Grenzübergang bei Kreuzlingen. (Bild: Donato Caspari)

Sie wohnen in Deutschland, arbeiten in Diessenhofen, Tägerwilen oder Kreuzlingen: Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Ihre Zahl hat im Jahr 2018 erstmals nicht weiter zugenommen. Das geht aus einem Artikel der Thurgauer Dienststelle für Statistik hervor.

Ende 2018 arbeiteten 5433 Grenzpendler im Thurgau. Das sind 29 weniger als ein Jahr zuvor. Damit ist der Kanton in guter Gesellschaft mit der Restschweiz, wo die Anzahl Grenzgänger im gleichen Zeitraum um 0,6 Prozent zurückging. Anders in der Grossregion Ostschweiz: Hier nahm sie um 0,8 auf 26532 Beschäftige mit Ausweis G zu.

Thurgau: Etwas weniger Grenzgänger

Die Zahl der Grenzgänger hat 2018 erstmals seit Jahren nicht weiter zugenommen
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In den vorherigen Jahren legte die Anzahl Grenzpendler in den Thurgau Jahr für Jahr zu. Waren Ende 2012 deren 4466 gemeldet, stieg die Zahl per Ende 2017 auf 5462 an. Das entspricht einer Zunahme von fast 22 Prozent. Die Mehrheit der Grenzgänger wohnt in Deutschland (92 Prozent), weitere fünf Prozent stammen aus Österreich.

Personen mit einer Grenzgängerbewilligung arbeiten vor allem in Grenznähe. Kreuzlingen ist dabei ein Magnet: 1259 verdienen ihr Brot in der Schweizer Bodenseestadt. An zweiter Stelle – mit 590 Grenzgängern – folgt der Thurgauer Hauptort Frauenfeld. Viele pendeln auch in die Gemeinden Bottighofen und Tägerwilen.

Zwei Drittel sind im Dienstleistungssektor tätig

Die Dienststelle für Statistik macht auch Aussagen, in welchen Wirtschaftssektoren die Grenzgänger tätig sind. Im Primärsektor, der Landwirtschaft, arbeitet ein Prozent. Über zwei Drittel sind in einem Dienstleistungsbetrieb und somit im Tertiärsektor tätig. Spitzenreiter ist der Bereich «Gesundheits- und Sozialwesen», wo 19 Prozent aller Grenzgängerinnen und Grenzgänger arbeiten.

Wuchs die Zahl der Grenzgänger, die im dritten Sektor arbeiteten, in den vergangenen Jahren stetig an, nahm deren Anzahl 2018 um 1,6 Prozent ab.

Im Sekundärsektor, dem industriell-gewerblichen, waren Ende 2018 35 Prozent der Grenzgänger beschäftigt. Mit 30 Prozent oder 1603 Beschäftigen zählte die Berufsbranche «Verarbeitendes Gewerbe – Herstellung von Waren» die meisten Grenzgänger.

Ausweis G - Grenzgängerbewilligung

Grenzgänger sind Ausländerinnen oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in der ausländischen Grenzzone haben und innerhalb der benachbarten Grenzzone der Schweiz erwerbstätig sind. Das schreibt das Staatssekretariat für Migration (SEM) auf seiner Website. Als Grenzzonen gelten die Regionen, die in den zwischen der Schweiz und ihren Nachbarstaaten abgeschlossenen Grenzgängerabkommen festgelegt sind. Die Grenzgänger müssen wöchentlich mindestens einmal an ihren ausländischen Hauptwohnsitz zurückkehren, hält das SEM weiter fest. (seb.)