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Der Thurgau stellt sich auf Trockenheit ein

Im Thurgau werden zwei Bewässerungsprojekte ins Rollen gebracht. Beim Projekt Oberthurgau ist eine Seewasserleitung und ein Bewässerungsnetz vorgesehen.
Kurt Peter
Ein Gemüsefeld im Thurgau wird bewässert. (Bild: Donato Caspari)

Ein Gemüsefeld im Thurgau wird bewässert. (Bild: Donato Caspari)

An zwei Informationsveranstaltungen hat das Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg über zwei mögliche Bewässerungsprojekte informiert. Auslöser dafür war nicht nur der heisse und trockene Sommer. Die Entwicklung der Durchschnittstemperaturen deutet allgemein darauf hin, dass es tendenziell heisser wird.

Auch vor dem Hintergrund des Klimawandels, so zeigte sich Michael Mannale, Berater für Gemüse- und Beerenbau am BBZ überzeugt, seien Bewässerungsprojekte weitsichtige Vorhaben. Das Projekt Oberthurgau umfasst Betriebe aus den Gemeinden Romanshorn, Egnach und Salmsach; das Projekt Thur-Süd Betriebe aus Bürglen, Bussnang, Weinfelden und Schönholzerswilen.

Nachweisbar hohe Ertragseinbussen

«20 Betriebe pro Projekt zeigen Interesse am Vorhaben, wobei nicht die Anzahl der Betriebe, sondern die möglichst kompakte Fläche ausschlaggebend ist», erklärt Michael Mannale. Das Projekt Oberthurgau umfasst eine Seewasserleitung im Bodensee und ein mehrere Kilometer langes Bewässerungsnetz. Beim Vorhaben Thur-Süd soll eine Grundwasserfassung realisiert werden, deren Standort noch gefunden werden muss. Das Ziel seien nicht möglichst lange Leitungen. Sie sollen, so erklärt Mannale, den Radius von fünf bis sieben Kilometern erfassen.

Bund und Kantone könnten die Projekte unterstützen, welche gewisse Grundbedingungen erfüllen. Dazu müsse das Gebiet nachweislich von überdurchschnittlichen Ertragseinbussen durch Trockenheit betroffen sein. Die Bewässerung müsse auf Spezialkulturen wie Kartoffeln, Beeren, Obst und Gemüse ausgerichtet sein. «Wichtig ist die Bildung von Trägerschaften, diese wollen wir im Frühling gründen», sagt Berater Michael Mannale. Bis zur Umsetzung seien noch einige Hürden zu bewältigen, bis zur Realisierung sei mit drei bis fünf Jahren zu rechnen.

Seewasser für Energie nutzen

Es müssten Spielregeln aufgestellt, ein Vorprojekt ausgearbeitet und alle notwendigen Abklärungen getroffen werden. Danach könne ein Gesuch beim Landwirtschaftsamt eingereicht werden. «Ein solches Projekt muss in jedem Fall das ordentliche Bewilligungsverfahren durchlaufen und öffentlich aufgelegt werden», sagt Michael Mannale.

Für die finanzielle Unterstützung seien ein Regierungsratsbeschluss und die Zusicherung des Bundesamtes für Landwirtschaft notwendig. «Für eine Unterstützung ist das Projekt vom gemeinschaftlichen Charakter sowie der Leistung und dem Nutzen abhängig.» Ein vergleichbares Projekt in Wagenhausen-Etzwilen sei mit und 50 Prozent der anrechenbaren Kosten unterstützt worden.

"Die Migros macht es vor"

Derzeit wird das Bedürfnis noch abgeklärt, interessierte Betriebe konnten bis Anfang Februar einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen. Für das Projekt Oberthurgau von besonderem Interesse dürfte die Möglichkeit sein, Seewasser zu Heiz- und Kühlzwecken mittels Wärmepumpen nutzen zu können.

«Gewächshäuser können so CO2-neutral beheizt werden», erläutert Berater Mannale den Vorteil. Weil die Migros kürzlich angekündigt habe, nur noch Gemüse und Früchte aus mit erneuerbarer Energie beheizten Gewächshäusern in ihren Läden anzubieten, sei dies eine grosse Chance für die Betriebe. «Und was die Migros vormacht, findet bei anderen Grossverteilern sicher bald auch Gefallen», sagt Michael Mannale.

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