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Der Thurgau spielt bei der Standortattraktivität im Mittelfeld - der Einkaufstourismus bleibt ein Sorgenkind

In der neuen Regionalstudie der Credit Suisse findet sich der Thurgau bezüglich Standortattraktivität auf dem zehnten Platz im Kantonsvergleich. In der Studie wird auch die Problematik Einkaufstourismus beleuchtet.
Sebastian Keller
Das Konstanzer Einkaufszentrum Lago ist auch bei Thurgauern sehr beliebt. (Bild: Michel Canonica)

Das Konstanzer Einkaufszentrum Lago ist auch bei Thurgauern sehr beliebt. (Bild: Michel Canonica)

Es ist wie beim Sport: der mit den meisten Punkten gewinnt. Mit dem Standortqualitätsindex, in den beispielsweise die Steuerbelastung oder die Nähe zum Flughafen einfliessen, lassen sich die Kantone miteinander vergleichen. Der Thurgau belegt im Kantonsranking 2017 den zehnten Platz. Die höchste Standortqualität weist der Kanton Zug auf, am Schluss findet sich der Kanton Jura. Das geht aus der Regionalstudie Thurgau/Schaffhausen der Grossbank Credit Suisse hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Der Thurgau punktet vor allem mit attraktiver Besteuerung von Unternehmen und Privatpersonen. «Auch bei der Erreichbarkeit und der Verfügbarkeit von Fachkräften ist der Thurgau besser als der Schweizer Durchschnitt», sagt der promovierte Ökonom und Studienautor Jan Schüpbach. «Nachholpotenzial gibt es für den Thurgau bei der Verfügbarkeit von hoch qualifizierten Personen», sagt er. Damit gemeint sind Berufsleute mit Hochschulabschluss. Zürich sei in diesem Bereich Spitze. Viele Hochschulen und ein urbanes Umfeld begünstigen dies.

Herausforderung Einkaufstourismus

Die Studie macht auch Aussagen zu verschiedenen Branchen. Ein Fokus liegt auf dem Detailhandel, der wegen des Einkaufstourismus gefordert ist. So weist die Studie beispielsweise aus, dass sich für Thurgauer der Einkauf ennet der Grenze schon für tiefe Beträge auszahlt. «Weil es so nahe ist, lohnt es sich schneller», sagt Schüpbach. Für ein Frauenfelder zahlt sich der Einkauf im grenznahen Ausland bereits ab einem Betrag von unter 90 Franken aus. Eine Luzernerin müsste schon für knapp 400 Franken einkaufen, damit sich die zusätzlichen Fahrkosten und der Zeitaufwand lohnen.

Die Thurgauer Bevölkerung kauft nachweislich überproportional im grenznahen Ausland ein. Im Jahr 2015 hatten knapp acht Prozent aller Thurgauer und Schaffhauser Einkaufswege ein ausländisches Ziel. Das hat auch für den Detailhandel Konsequenzen. Zwischen 2011 und 2016 nahm die Zahl der Betriebe in beiden Kantonen um 8,5 Prozent ab. Rückläufig waren vor allem die Anzahl Geschäfte mit weniger als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. «Was den allgemeinen Eindruck des Lädelisterbens bekräftigt», schreiben die Studienautoren.

Thurgauer googeln überdurchschnittlich Amazon

Für die Zukunft rechnen sie mit einer Stagnation der grenzüberschreitenden Einkäufe – allerdings auf hohem Niveau. «Online wird der Einkaufstourismus aber weiter an Bedeutung gewinnen und auch die Thurgauer und Schaffhauser Detailhändler weiter herausfordern.» Die Entwicklung wird aber auch von Chancen flankiert: So nahm zwischen 2011 und 2016 die Zahl der Betriebe in der Kategorie Versand- und Internethandel in der Region um über 50 Prozent zu.

Die Nachfrage der Bevölkerung nach Interneteinkäufen weisen die Studienautoren auch mit dem Suchverhalten nach. So würden vor allem Schaffhauser, aber auch Thurgauer überdurchschnittlich oft Amazon googlen. In den vergangenen Jahren hätten sich in Grenznähe Abholstationen etabliert, wo Produkte des US-Onlinehändlers abgeholt werden können. Amazon liefert aktuell nur ein Bruchteil seiner Produkte direkt in die Schweiz.

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