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Der Thurgau führt die Internationale Bodensee-Konferenz

Der Kanton Thurgau übernimmt turnusgemäss den Vorsitz der Internationalen Bodensee-Konferenz. Nächstes Jahr geht es um den Umzug der Geschäftsstelle und eine neue Finanzierung.
Thomas Wunderlin
Der Schaffhauser Regierungspräsident Christian Amsler übergibt den Vorsitz der Internationalen Bodensee-Konferenz an seine Amtskollegin aus dem Thurgau, Carmen Haag. (Bild: Reto Martin)

Der Schaffhauser Regierungspräsident Christian Amsler übergibt den Vorsitz der Internationalen Bodensee-Konferenz an seine Amtskollegin aus dem Thurgau, Carmen Haag. (Bild: Reto Martin)

Im Konferenzraum wird die Internationale Bodensee-Konferenz fassbar. Vertreter der zehn Mitglieder haben eben ihre Sitzung beendet, für die sie sich an diesem Donnerstag in einem Hotel neben dem Bahnhof Schaffhausen getroffen haben. Mehrere Dutzend elegant gekleideter Männer und Frauen streben dem Ausgang zu.

Auf den Tischen, hinter denen sie gesessen haben, stehen noch die Wimpel mit dem Wappen ihres Kantons oder Bundeslands. Den einen oder andern meint man zu erkennen, etwa den Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker oder den St. Galler Benedikt Würth.

Die Thurgauerin sitzt hinter den beiden Löwen

Noch an ihrem Platz hinter den Thurgauer Löwen sitzt Regierungsrätin Carmen Haag. Das Namensschild am leeren Platz neben ihr verrät, dass der Staatsschreiber ebenfalls den Weg nach Schaffhausen gefunden hat.

In der Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) sind sechs Ostschweizer Kantone inklusive Zürich dabei, ausserdem Liechtenstein, Vorarlberg, Bayern und Baden-Württemberg. Hier in diesem Saal waren diese politischen Gebilde in Form von Regierungsvertretern eben noch anwesend. Vielleicht wäre es interessant gewesen, während der Sitzung mitzuhören, worüber und wie diskutiert wurde.

Die Medien sind jedoch erst zum anschliessenden Termin in einem kleineren Nebenraum geladen. Dorthin bittet der Schaffhauser Staatsschreiber eindringlich, denn die Zeit sei knapp. Schaffhausen hat die IBK dieses Jahr geführt. Nun übergibt der Schaffhauser Regierungspräsident Christian Amsler ein Schiffsteuerrad an Regierungsrätin Haag als Symbol für die Übergabe des Vorsitzes von Schaffhausen an den Thurgau.

Der Vorsitz wechselt turnusmässig unter den Mitgliedern; der Thurgau war zuletzt 2009 an der Reihe. Amsler erinnert an die Gründung der IBK 1972, die sich als erstes mit Umwelt- und Gewässerschutz befasst habe: «Der Bodensee war verschmutzt.»

Interessante Beispiele sollen bekannt werden

Heute stehen in der IBK andere Themen im Vordergrund, etwa Digitalisierung. Dazu gibt es eine Broschüre, die vorbildliche Anwendungsbeispiele aus der IBK-Region vorstellt. Aus dem grossen Baden-Württemberg sind vier Beispiele drin, aus dem Thurgau eines, das Kreuzlinger Campus-TV. Es sei «komisch, wenn jeder das Rad neu erfindet», erklärt Amsler. Es gehe darum, die Vernetzung zu stärken. Den Austausch fördern, um die Region zu stärken, das sei das Ziel. Mit Blick auf Haag fügt Amsler bei: «Thurgau und Schaffhausen haben das schon lange erkannt.»

Die Angesprochene würdigt die Leistung des Nachbarkantons, der sich um die Umsetzung des Ende 2017 beschlossenen neuen Leitbilds gekümmert habe: «Schaffhausen ist es ein Anliegen gewesen, den Worten Taten folgen zu lassen.» Der Thurgau sei stolz darauf, den Vorsitz zu übernehmen. Er wolle den Fokus auf eine Konsolidierung legen. Der Umzug der Geschäftsstelle innerhalb von Konstanz steht bevor, da die bisherigen Räumlichkeiten nicht mehr genügen.

Auf der IBK-Geschäftsstelle arbeiten fünf Leute

Die IBK beschäftigt fünf Personen mit insgesamt 360 Stellenprozent. Auch die Finanzierung muss laut Haag neu geregelt werden: «Wenn die IBK etwas bewirken soll, müssen wir sie entsprechend aufstellen.» Auf Nachfrage erklärt sie, dass eventuell Interreg-Projekte wegfallen. Entsprechend müssten die IBK-Mitglieder ihre Beiträge erhöhen, von insgesamt etwa 300000 Franken auf 400000 Franken.

«Die Projekte laufen gut»

Die Internationale Bodensee-Konferenz ist ein schwer fassbares Gebilde, eine Art Mythos.

Carmen Haag: Wir haben grad heute darüber gesprochen, dass die IBK stärker sichtbar werden muss. Die einzelnen Projekte laufen gut, beispielsweise die IBH, die Internationale Bodensee-Hochschule. Die IBK ist sicher kein Mythos.

Die neue Vorsitzende Carmen Haag. (Bild: Reto Martin)

Die neue Vorsitzende Carmen Haag. (Bild: Reto Martin)

Worum geht es bei der Internationalen Bodensee-Hochschule?

Das ist die Dachorganisation von 30 Hochschulen und Fachhochschulen rund um den Bodensee, die ihre Abschlüsse gegenseitig anerkennen. Die Lernenden können zwischen den Schulen zirkulieren. Das herrscht ein reger Austausch.

Was sind Ihre Ziele für Ihr Präsidialjahr?

Wir wollen die Tätigkeiten der IBK konsolidieren, uns etwas besser fokussieren und die Finanzierung nachhaltig regeln.

Weshalb vertreten Sie als Baudirektorin den Thurgau in der IBK? Ist das Departement für Bau und Umwelt zugleich das Thurgauer Aussenministerium?

Nein, aber das Departement für Bau und Umwelt hat diverse Berührungspunkte mit Kernthemen der Internationalen Bodensee-Konferenz wie zum Beispiel dem Schutz des Bodensees oder einem einheitlichen Raumbild für die Region Bodensee.

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