Der Sultan vom Thurgau und seine Slam-Poetry im Namen der Liebe

Der Frauenfelder Bühnendichter Jusef Selman bietet für den Valentinstag Auftragstexte an.

Mathias Frei
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Der Frauenfelder Jusef Selman auf einer Slambühne.

Der Frauenfelder Jusef Selman auf einer Slambühne.

(Bild: PD)

«Nein, mir ist bislang noch nie ein wirklich schlechtes Liebesgedicht gewidmet worden.» Für Jusef Selman ist es also keine Traumabewältigung, wenn er sich kurz vor dem diesjährigen Valentinstag öffentlich als Auftragsdichter zum Thema Liebe in Prosa oder Lyrik anpreist. Er finde es einfach schön, Texte über die Liebe zu schreiben, sagt der 20-jährige Frauenfelder. So spricht er auf Facebook seine potenzielle Kundschaft an:

«Falls Dir noch das nötige Präsent fehlt oder Du nicht weisst, wie Du Deine Gefühle auf poetische Art und Weise ausdrücken kannst: Lass mich Dir helfen, ein Gedicht zu schreiben!»

Nach der Matur ist vor dem Medizinstudium

«Im Übrigen stehe ich ganzjährig für Auftragstexte zur Verfügung», sagt Selman, der im Sommer 2019 die Matur gemacht hat an der Kanti Frauenfeld. Und was den Inhalt und die literarische Gattung betrifft, so zeigt er sich flexibel. Derzeit macht Selman ein Zwischenjahr, in dem er sich auf Slam-Poetry konzentriert sowie an einem Buchprojekt arbeitet. Diesen Sommer will Selman, dessen Eltern aus dem Irak kommen, ein Medizinstudium in Angriff nehmen will.

Der junge Frauenfelder ist 2017 im Rahmen eines Schulprojekts am Gymi erstmals mit Slam-Poetry in Kontakt gekommen. Seinen allerersten Slam im «Acapulco» in Zürich hat er glatt gewonnen. Und seine Bühnenkarriere zeigt steil aufwärts. Selman ist Ostschweizer U20-Slam-Champ sowie U20-Vize-Schweizer-Meister und kam vergangenen Herbst im thüringischen Erfurt an den deutschsprachigen U20-Slam-Meisterschaften ins Halbfinale. In der Schweizer Slamily kennt man Selman auch als «den Sultan vom Thurgau».

Kontakt: www.jusef.net

«Valentine» musikalisch

Just diesen Freitag, 14. Februar, veröffentlicht das Frauenfelder Trio The Rising Lights eine neue Single mit dem Titel «Valentine». Musikalisch ist eingängiger Power-Pop zu erwarten. Von der Band heisst es dazu: «Der Song handelt von der Gefühlsleere des Vermissens, dem Verlangen und der Fragilität der Liebe.» Hobla Schorsch. (ma)

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