Der stille Wängemer Beobachter zeigt seine Fotografien im Ortsmuseum

Ruedi Götz stellt seine Schwarz-Weiss-Fotografien von Menschen aus Wängi im Ortsmuseum in der Adlerscheune aus. 270 Bilder hat der Kurator ausgewählt.

Maya Heizmann
Drucken
Teilen
Ruedi Götz vor einigen seiner Fotografien im Wängemer Ortsmuseum.

Ruedi Götz vor einigen seiner Fotografien im Wängemer Ortsmuseum.

(Bild: Maya Heizmann)

Als ehemaliger Sekundarlehrer sowie Präsident des Ortsmuseums und der Naturschutzvereinigung Grütried ist Ruedi Götz an seinem Wohnort Wängi vielen Menschen bekannt. An unzähligen Anlässen im Dorf war er mit seiner Kamera als aufmerksamer Beobachter dabei. Jetzt hat er seinen fotografischen Nachlass dem Ortsmuseum geschenkt.

Aus 1700 Bildern in klassischer Schwarz-Weiss-Technik, aufgenommen mit analoger Kamera, hat Kurator Hansrudolf Aeberhard 270 Bilder von Götz ausgewählt. Der Fotograf sagt:

«Mit der Auswahl der Bilder bin ich sehr zufrieden.»

Er bevorzuge Bilder in Schwarz-Weiss, wenn die Farbe wegfalle, komme das Wesentliche zum Vorschein, sagt er.

Ob Porträts oder in einer Gruppe, es sind eindrückliche Fotos. Als Motiv dienten jeweils Einwohner von Wängi. Götz porträtierte Dorforiginale, Gemeinderäte, Pfarrer, Postboten, Ärzte, eine Pfarrköchin und eine Wirtin und liess fast keine Berufssparte aus.

Aufnahmen entstanden bei Gesprächen

Unter den Modellen befinden sich auch einige mittlerweile verstorbene Persönlichkeiten aus Wängi. Mit dieser Dokumentation bleiben sie unvergessen. Jede Person ist nur einmal abgebildet. «Die Bilder habe ich meistens nicht unbemerkt aufgenommen», sagt der heute 84-jährige Fotograf.

Trotzdem wirken seine Aufnahmen nicht gestellt. Die meisterlichen Szenen entstanden bei Gesprächen, wobei Ruedi Götz im Hintergrund als stiller Beobachter im richtigen Moment auf den Auslöser drückte. Blitzlicht verwendete er nie, er bevorzugte natürliches Licht. Mit dieser Sonderausstellung wird das Werk von Fotograf Götz gewürdigt.

In einer eigenen Station im Museum wurden ein Labor sowie eine Dunkelkammer zur Bildentwicklung von Schwarz-Weiss-Filmen aufgebaut. Ebenso präsentiert sich eine kleine Kameraausstellung mit Filmrollen. Nebst Götz’ Fotografien, bei denen Menschen im Zentrum stehen, werden rund 60 Naturbilder in Farbe auf einem Bildschirm gezeigt. Der Fotograf gilt nämlich als Naturliebhaber.

Wegen der Coronapandemie findet die Sonderausstellung verspätet statt. Ausserdem haben sich die Öffnungszeiten an den Sonntagen verändert. Die Eröffnung findet am kommenden Samstag, 22. August, um 16.15 Uhr statt, als Vernissage mit einem Apéro. Am 23. August und jeweils am ersten Sonntag der Monate September und Oktober 2020 sowie von Mai bis Oktober 2021 ist das Ortsmuseum Wängi geöffnet.

Mehr zum Thema

Wängemer Blitzlichter lassen Erinnerungen hochleben

Das Ortsmuseum Wängi zeigt in seiner ständigen Ausstellung historisch-volkskundliche Objekte zu Alltagskultur, und vor allem zu Handwerk, Landwirtschaft und Textilindustrie. Aktuell wird die Ausstellung angereichert mit „Blitzlichter zu Wängis Geschichte“; Fotografien aus der Vergangenheit.