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Der Spagat zwischen Ernte und Artenvielfalt - nicht nur in Wagenhausen


In Rheinklingen ging es am Dienstag um ein für Naturschützer und Landwirte gleichermassen brisantes Thema.
Thomas Güntert
Mitten in der Diskussion: Landwirt Daniel Vetterli, Toni Kappeler (Pro Natura), Markus Nyffeler (Gemeinderat Wagenhausen) und Matthias Künzler (Amt für Raumentwicklung Thurgau). (Bild: Thomas Güntert)

Mitten in der Diskussion: Landwirt Daniel Vetterli, Toni Kappeler (Pro Natura), Markus Nyffeler (Gemeinderat Wagenhausen) und Matthias Künzler (Amt für Raumentwicklung Thurgau). (Bild: Thomas Güntert)


«Ich habe das Gefühl, es gibt pauschale Schuldzuweisungen an die Bauern, wenn irgendwo irgendetwas passiert, etwa wenn es am Bodensee ein paar Vögel weniger hat.» Das sagte Landwirt Daniel Vetterli den rund 30 Besuchern der Infoveranstaltung, zu der er mit dem Verband Thurgauer Landwirtschaft und Pro Natura Thurgau am Dienstagvormittag eingeladen hatte.

Vetterli bemerkte, dass die rationelle, maschinelle Flächenbewirtschaftung die Landwirtschaft verändert habe und dabei Lebensraum für seltene Pflanzen unter die Räder gekommen sei. Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, wurde 1993 die Integrierte Produktion mit der Auflage eingeführt, dass fünf Prozent der Wiesen jeweils erst ab dem 15. Juni gemäht werden dürfen.

300 Hektaren neue Blumenwiesen seit 2009

Um die Jahrtausendwende wurden Vernetzungskorridore ausgeschieden und die Bauern mit finanziellen Anreizen motiviert, ihre Extensivflächen in die Vernetzungskorridore zu verlegen. Matthias Künzler vom kantonalen Amt für Raumentwicklung bemerkte, dass im Thurgau seit 2009 fast 300 Hektaren Blumenwiesen angesät worden seien.

So hätten sich 90 Prozent der Ansaaten in zwei Jahren zu ökologisch wertvolleren, sogenannten Q2-Flächen entwickeln. Der Anteil an Biodiversitätsfläche sei im Thurgau seither von 1,3 auf 2,8 Prozent gestiegen.

Qualitätsstufe 2 ist kaum zu erreichen

Vetterli bemängelte, dass viele Flächen an schattigen Nordseiten liegen würden, wo die Qualitätsstufe «Q2» kaum erreicht werden könne. Zudem beobachtet er, dass sich Blumenwiesen im Laufe der Jahre verändern, und forderte diesbezüglich Versuche mit weniger Mist. Zudem wünscht sich Vetterli flexiblere Schnittzeitpunkte, und dass erst bei einer bestimmten Grösse eine Restfläche von zehn Prozent gefordert wird.

Nachdem Künzler das Biodiversitätsmonitoring des Kantons vorgestellt und Toni Kappeler von Pro Natura für die Volksinitiative «Biodiversität Thurgau» geworben hatte, gingen die Teilnehmer auf eine Flurbegehung zum Kaltenbacher Hochwasserprojekt, das im Einklang mit der Biodiversität realisiert worden war. Kantonsrat Vetterli hatte im Grossen Rat die Kommission Wasserbau präsidiert und bewirkt, dass mit den Landeigentümern und Bauern zusammengearbeitet worden war.

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